Das fünfte Ansbacher DTB-Ranglistenturnier „Benefiz for Kids“ endete nach vier intensiven Tagen auf der Tennisanlage des TSV Ansbach mit einem sportlichen Feuerwerk. 41 Herren und 18 Damen spielten um insgesamt 4000 Euro Preisgeld.
Bei den Frauen dominierten die Favoritinnen. In der mit 1000 Euro dotierten Konkurrenz gab es zunächst keine Überraschungen. Die vier top gesetzten Spielerinnen erreichten das Halbfinale. In der unteren Tableauhälfte zeigte Alissia Gleixner (TC GW Gräfelfing; LK 1,5; deutsche Ranglistenposition 216) gegen die an zwei gesetzte Natali Gumbrecht (TSV Altenfurt; LK 1,5; DR 185) variantenreiches Netzspiel und beeindruckte unter anderem mit präzisem Serve-and-Volley sowie Schlägen gegen die Laufrichtung. Am Ende gewann sie klar mit 6:1 und 6:3 gegen die Lokalmatadorin aus Sachsen bei Ansbach.
Im zweiten Halbfinale setzte sich die Vorjahresfinalistin Alexandra Lutz vom CaM Nürnberg (LK 1,2; DR 60) souverän mit 6:2/6:2 gegen die erst 17-jährige Kristina Wagatha vom TC Hengersberg (LK 1,9; DR 250) durch. Lutz nutzte ihre Erfahrung und ließ der zwölf Jahre jüngeren Gegnerin keine Chance. Das Finale war eine noch deutlichere Angelegenheit. Alexandra Lutz diktierte das Spiel mit äußerst druckvollen Bällen von der Grundlinie und ließ Gleixner keine Gelegenheit, ihr Netzspiel wirkungsvoll einzusetzen. Nach weniger als einer Stunde hieß es 6:0/6:0 für Lutz. Damit sicherte sich Lutz nach 2022 ihren zweiten Titel in Ansbach.
Bei den Männern gab es Überraschungen und packende Duelle. 3000 Euro Preisgeld wurden hier ausgespielt. Im ersten Halbfinale trafen die Nummern fünf und acht der Setzliste aufeinander. Der 18-jährige Timo Meyer vom TSV Haar (LK 1,5; DR 178) hatte auf dem Weg dorthin bereits beide Finalisten aus dem Jahr 2022 aus dem Rennen geworfen, wobei vor allem das 3-Satz-Match gegen Sven Lemstra vom TC Aschheim kräftezehrend war.
Meyer gab im Halbfinale beim Stand von 0:3 erschöpfungsbedingt auf, sodass Marc Mail vom TV Reutlingen (LK 1,5; DR 126) ohne Satzverlust ins Finale einzog. Deutlich spannender verlief das zweite Halbfinale. Samuel Braun vom TC Friedberg (LK 1,5; DR 142) startete stark und führte gegen den an Position eins gesetzten Christian Wedel vom TV Reutlingen (LK 1,4; DR 87) mit 5:2 im ersten Satz. Doch dann legte Wedel einen beeindruckenden Lauf hin. Er holte elf der nächsten 13 Spiele, drehte das Match mit beeindruckender Konstanz und gewann 7:6/6:1. Trotz Frustmomenten und Verwarnungen für Schlägerwürfe und Ballwegschlagen kämpfte Braun bis zum letzten Punkt – Wedel aber war einfach zu stark. Diese Form sollte er im Finale beibehalten.
Das Endspiel versprach auch wegen der besonderen Beziehung der Finalisten Spannung. Wedel und Mail sind Freunde, Trainingspartner und Vereinskollegen beim Zweitligisten TV Reutlingen. Mail erwischte den besseren Start und dominierte den ersten Satz mit 6:2 vor allem dank einer druckvollen Vorhand, egal ob Cross, Longline oder Inside-Out. Im zweiten Satz kämpfte sich Linkshänder Wedel zurück, schaffte beim Stand von 3:2 das Break, kassierte jedoch sofort das Rebreak. Doch auch Mail brachte sein darauffolgendes Aufschlagspiel nicht durch, weshalb sich Wedel nach drei Breaks in Folge mit 6:3 im 2. Satz durchsetzte.
Bei wolkenlosem Himmel und großer Hitze ging es vor gut 100 Zuschauern mit neuen Bällen in den Entscheidungssatz. Beide Spieler steigerten noch einmal das Niveau und zauberten spektakuläre Ballwechsel auf den Platz. Beim Stand von 3:2 gelang Wedel das entscheidende Break. Mail sah man die körperliche Anstrengung nun an und Wedel blieb eiskalt. Mit 6:2 im dritten Satz krönte sich der 24-Jährige zum Turniersieger.
Bei der stimmungsvollen Siegerehrung galt der Dank allen Unterstützern und den zahlreichen Helfern für ihren unermüdlichen Einsatz. Über 70 ehrenamtliche Helfer sorgten für einen reibungslosen Ablauf und eine perfekte Atmosphäre bei dieser Veranstaltung, die die fränkische Tennisszene bereichert.