Das Hamburger Fußballderby zwischen dem FC St. Pauli und dem HSV ist ohne größere Zwischenfälle abgelaufen. „Aus polizeilicher Sicht sind wir mit dem Verlauf des Einsatzes beim heutigen Stadtderby sehr zufrieden. Es gab keine größeren Sicherheitsstörungen“, sagte Polizeisprecher Christian Schreiber nach dem sportlich eher enttäuschenden 0:0 vor gut 29.000 Zuschauern im Millerntor-Stadion.
Mit Fanmärschen hatten sich die Anhänger beider Clubs auf die 113. Auflage des Duells eingestimmt, bei dem es in der jüngeren Vergangenheit ebenfalls zumeist ruhig geblieben war. Nach Angaben der Polizei zogen etwa 5.000 St.-Pauli-Fans und etwa 3.000 HSV-Anhänger durch die Straßen zum Stadion.
„Wir hatten etwas Pyrotechnik bei den Fanmärschen“, hatte die Polizei etwa eine Stunde vor dem Anpfiff des Auftaktspiels des 19. Spieltages der Fußball-Bundesliga mitgeteilt. „Aber es gab keine besonderen Vorkommnisse. Alles war entspannt und friedlich.“
Abgesichert wurde die Partie mit einem großen Aufgebot aus knapp 1.200 Polizisten. Hamburger Einsatzkräfte wurden von der Bundespolizei und Kollegen aus Bremen, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen und Schleswig-Holstein unterstützt. Während des Einsatzes kam es im Zusammenhang mit vereinzelten Straftaten zu Identitätsfeststellungen. Belastbare Zahlen zu eingeleiteten Ermittlungsverfahren und Festnahmen lagen in der Nacht nicht vor.
„Unter Berücksichtigung der letzten Derbys, sowie einer intensiven Einsatzvorbereitung, die auch einen konstruktiven Austausch mit beiden Vereinen beinhaltete, konnte unser Einsatzkonzept modifiziert und damit die Zahl der Einsatzkräfte für dieses Spiel deutlich reduziert werden“, sagte Polizeisprecher Schreiber. „Die in diesem Zusammenhang getroffenen Absprachen haben sich als tragfähig erwiesen, sodass die Sicherheit der Veranstaltung jederzeit gewährleistet war.“
Vor der Austragung des brisanten Stadtderbys hatte die Hamburger Polizei mit Blick auf Krawalle in früheren Jahren auf eine erfreuliche Tendenz hingewiesen. „Wir verzeichnen eben schon eine positive Entwicklung, die bei unserer Lagebeurteilung natürlich nicht unberücksichtigt bleibt“, hatte ein Polizeisprecher der Hamburger Polizei der Deutschen Presse-Agentur gesagt.
Das Verhältnis zwischen den Fans beider Clubs ist traditionsgemäß alles andere als freundschaftlich. Bei den Derbys der vergangenen Jahre kam es trotzdem nicht zu größeren Zwischenfällen.
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