Eine ungewöhnliche Sandplatzsaison geht für die Tennisspielerin Natali Gumbrecht langsam zu Ende. Nach einem komplizierten Muskelfaserriss stieg die Sachsenerin kurzfristig und ohne viel Training in die Regionalliga ein. Am Ende der Saison und nach drei erfolgreichen Turnieren kann sie nun eine sehr zufriedene Bilanz ziehen.
Nachdem sich die Wadenverletzung der Damen-30-Weltmeisterin doch hartnäckiger als gedacht erwiesen hatte, entschloss sich Gumbrecht recht spontan, ihr Team, das bereits in den Spielbetrieb der Regionalligagestartet war, zu unterstützen. Ohne Spielpraxis rückte sie an der anspruchsvollen Position zwei in die Formation des TSV Altenfurt und erzielte eine überraschend gute 2:2-Bilanz im Einzel und eine 3:1-Doppelbilanz. Die Mannschaft kletterte dadurch in der Tabelle noch nach oben und sicherte sich mit 8:6 Punkten den dritten Rang in der Damen-Regionalliga.
Die Turniersaison begann für Natali Gumbrecht mit einem „Heimspiel“: Auf der Anlage ihres Jugendvereins TSV Ansbach startete sie beim DTB-A4-Ranglistenturnier „Benefiz for Kids“ als lokale Hoffnungsträgerin und spielte sich bis in Halbfinale vor.
Ebenfalls bis in das Halbfinale kam Gumbrecht beim Damenturnier um den „Wöhrl Cup“ beim ESV Flügelrad Nürnberg. An Position eins gesetzt, hielt die Top-10-Akteurin der deutschen Damen-30-Rangliste zunächst die aufschlagstarke Neumarkterin Franziska Lerzer mit 6:3, 6:0 in Schach. Mit vielen Variationen gelung es Gumbrecht, der spielstarken Oberpfälzerin „das Leben schwer zu machen.“
Ein „richtig schweres Match“, so die Westmittelfränkin, entwickelte sich dann in der Viertelfinal-Partie gegen Katharina Spieth vom TC Bernhausen. Die Trainingspartnerin von Gumbrechts WM-Teamkollegin Steffi Bachofer spielte stark auf, fand in der LK-1-Akteurin aber ihre Meisterin (6:3, 6:3). Fast schon wie erwartet auf des Messers Schneide verlief das Halbfinale gegen Mira Stegmann (TC Rot-Blau Regensburg), gegen die sich Gumbrecht schon mehrere Partien mit Entscheidung im Matchtiebreak geliefert hatte.
Und so sollte es auch diesmal kommen: Satz eins ging mit 7:5 an Gumbrecht, Durchgang zwei mit demselben Resultat an Stegmann. Im Matchtiebreak führte die Oberpfälzerin schon mit 9:5, ehe die Damen-30-Weltmeisterin nach fünf Punkten am Stück plötzlich selbst Matchball hatte. Stegmann gab jedoch alles und ebnete sich mit dem 12:10 den Weg zum späteren Turniersieg, den sie ebenfalls nervenstark mit 12:10 im Matchtiebreak feiern konnte.
Zum Abschluss der Sommersaison ging es für Natali Gumbrecht dann noch zum prestigeträchtigen Mannschaftswettbewerb nach Frankfurt. Beim „International Club Germany Event“, wo sie seit ihrem WM-Sieg Mitglied ist, trat Gumbrecht zusammen mit den früheren Weltranglistenspielern Benjamin Becker (2014 die Nummer 35 der Welt) und Anna-Lena Grönefeld (Position 14 im Jahr 2006) für Deutschland an. Beim Auftaktsieg gegen Tschechien gewann die Westmittelfränkin zusammen mit Becker das Doppel mit 6:3, 6:1.
Beim Halbfinalsieg gegen England griff das Duo erneut zum Racket und unterlag im Mixed knapp mit 8:10 im Matchtiebreak. Auf der Gegenseite stand mit Jessica Ren eine Akteurin, die bereits das World-Junior-Tennisturnier „Orange Bowl“ gewinnen konnte. Das Finale gegen Spanien war nach den Einzelsiegen von Grönefeld und Becker bereits entschieden für die deutsche Formation, woraufhin die Iberer nicht mehr zum Mixed antraten.
Für Natali Gumbrecht war der Gewinn der „Gottfried von Cramm Trophy 2023“ gegen starke Gegner in Kombination mit dem „tollen Gemeinschaftserlebnis“ im Frankfurter Tennisclub Palmengarten ein gelungener Abschluss der Sommersaison - die unter so widrigen Bedingungen begonnen hatte und sich dann so „toll entwickelte“.