Nach einem tödlichen Arbeitsunfall im mittelhessischen Runkel sind Angehörige der Verstorbenen vor der Lederfabrik eingetroffen. Ein Mann trauert um seinen Bruder, eine Frau will Antworten zum Tod ihres Mannes, wie eine dpa-Reporterin vor Ort berichtet.
Bei dem Unglück in dem 9.500-Einwohner-Städtchen im Kreis Limburg-Weilburg sind am Donnerstagnachmittag drei Arbeiter im Alter von 38, 58 und 59 Jahren ums Leben gekommen. Zwei weitere Männer seien schwer verletzt worden, hatte das Landesinnenministerium mitgeteilt. Die Verletzten schwebten auch in der Nacht noch Lebensgefahr, wie die Polizei mitteilte. Am Morgen sprach eine Beamtin von einem kritischen Zustand.
Am Tag nach dem Unglück erinnert vor Ort nur noch wenig an den Großeinsatz. Reste von einem Absperrband hängen herab. Am Eingang weist ein Schild auf das nun 200-jährige Bestehen der Firma hin.
Die Kriminalpolizei hat die Ermittlungen übernommen. Das teilte in der Nacht das Polizeipräsidium Westhessen mit. Nun gehe es darum, die Todesursache der Opfer zu klären. Im Zentrum der Ermittlungen stünden die Chemikalien in einer Grube, die nun untersucht werden müssten.
Nach Angaben von Hessens Innenminister Roman Poseck (CDU) gehen die Behörden davon aus, dass es in der Grube der Gerberei zu einer Kohlenmonoxidvergiftung gekommen sei, die zum Tod der Arbeiter geführt habe.
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