Großräumige Umleitungen: Ziegenbach wird umgekrempelt | FLZ.de

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Veröffentlicht am 15.03.2024 17:00

Großräumige Umleitungen: Ziegenbach wird umgekrempelt

In und um Ziegenbach laufen seit etlichen Tagen die vorbereitenden Arbeiten für den Start der Baumaßnahmen an der B286. Unter anderem wird ein Behelfsweg (Foto) aus dem Dorf zur provisorischen Schulbushaltestelle angelegt. (Foto: Andreas Reum)
In und um Ziegenbach laufen seit etlichen Tagen die vorbereitenden Arbeiten für den Start der Baumaßnahmen an der B286. Unter anderem wird ein Behelfsweg (Foto) aus dem Dorf zur provisorischen Schulbushaltestelle angelegt. (Foto: Andreas Reum)
In und um Ziegenbach laufen seit etlichen Tagen die vorbereitenden Arbeiten für den Start der Baumaßnahmen an der B286. Unter anderem wird ein Behelfsweg (Foto) aus dem Dorf zur provisorischen Schulbushaltestelle angelegt. (Foto: Andreas Reum)

Lange mussten die Ziegenbacher warten, nun geht es los mit der Sanierung der Bundesstraße 286 und somit auch mit der einfachen Dorferneuerung. Ab Montag, 18. März, wird die Bundesstraße 286 - die einzige Straße aus dem und in den Ort im Landkreis Neustadt/Aisch Bad Windsheim - gesperrt. Voraussichtlich bis Weihnachten.

Der großräumige Umleitungsverkehr wird, so kündigte es das Neustädter Landratsamt an, über Iphofen, Wiesenbronn und Rüdenhausen (beziehungsweise umgekehrt) geführt. Für die örtlichen Landwirte und etwa auch für den Busverkehr wird eine dorfnahe, lediglich wassergebundene Behelfsumleitung eingerichtet.

Zudem ist Bürgermeister Klaus Nölp und dem Ratsgremium auch daran gelegen, dass die örtliche Gaststätte erreichbar bleibt, „sonst gibt es die in zwei Jahren nicht mehr“, befürchtet das Gemeindeoberhaupt. Die Wirtsstube hat einen größeren Einzugsbereich, auch nach Unterfranken hinein. „Es wird eine Beschilderung geben, dass das Gasthaus offen ist“, kündigte Nölp an.

Die Kreuzungsbereiche werden umgestaltet

Die Bundesstraße soll im Ort komplett erneuert werden. Ziegenbach werde „einmal umgekrempelt“, formulierte der Bürgermeister gegenüber der Fränkischen Landeszeitung. Die Marktgemeinde nutzt diese Gelegenheit, um die Kanäle auszutauschen. Dieser Teil der Dorferneuerung wird naturgemäß als erstes angegangen.

Im Zuge des Straßenbaus werden sowohl die T-Kreuzung mit der Staatsstraße in Richtung Oberscheinfeld als auch die nordwestliche Ortseinfahrt, von Birklingen kommend, umgestaltet. An beiden Seiten des Dorfes werden Linksabbiegerspuren angelegt, auf der Südseite zum Abbiegen in Richtung Oberscheinfeld.

Auf der Nordseite dient dies zum Abbiegen in den nordöstlichen Dorfbereich, was jedoch nur wenig genutzt werden wird; wesentlicher ist dort, dass zugleich eine Querungshilfe für Radfahrer beziehungsweise eine Fahrradschleuse angelegt wird, erläutert der beim Staatlichen Bauamt Ansbach zuständige Abteilungsleiter Frank Biedermann. Solch eine Schleuse wird es im Übrigen auch auf der Südseite geben.

Eine Ampel als Querungshilfe

Ferner kündigt Biedermann an, dass Ziegenbach eine Ampel bekommt. Diese wird im Ort errichtet und bedarfsgesteuert sein. Damit soll der Dorfbevölkerung ein sichereres Überqueren der Bundesstraße ermöglicht werden.

Die Gesamtmaßnahmen sind laut Nölp auf 6,6 Millionen Euro veranschlagt. Davon entfallen nach derzeitigem Stand rund 3,5 Millionen Euro auf den Straßenbau und 3,1 Millionen Euro auf den Kanalbau. Die Investitionen der Gemeinde in den Kanalbau werden vom Freistaat bezuschusst. Maßgeblich sind hierfür die Richtlinien für Zuwendungen zu wasserwirtschaftlichen Vorhaben (RZWas). Daraus stehen 2,1 Millionen Euro in Aussicht, erklärte Nölp.

Erhebliche Kosten auch für die Anwohner

Die verbleibende Million Euro trägt ein Stück weit die Gemeinde, zu einem Großteil jedoch die Bürgerschaft des zirka 100-Seelen-Dorfes. Nach bisherigem Stand der Kalkulationen müssten rund 600.000 Euro auf die in etwa rund 40 Anwesen umgelegt werden. Rechnerisch ergäbe dies eine Belastung von durchschnittlich 12.000 bis 15.000 Euro.

Finanzielle Unterstützung für das Gesamtprojekt „einfache Dorferneuerung“ kommt zudem vom Amt für Ländliche Entwicklung (ALE).

Dass die Arbeiten tatsächlich bis Weihnachten fertig sind, ist unwahrscheinlich. Ziel sei es vielmehr, dass die Straße möglichst über den Winter wieder befahrbar sein soll, erläuterte Biedermann. Bürgermeister Nölp rechnet als Fertigstellungstermin eher mit dem Herbst im nächsten Jahr.

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