„Geballte Fußballprominenz“, darüber freute sich Johannes Gerhäuser, der Vorsitzende der Karnevalsgesellschaft Windshemia bei der dritten Prunksitzung im ausverkauften Kur- und Kongress-Center. Die Fußball-Trainerlegende Felix Magath und die Ex-Fußballer Jens Keller und Stefan Reisch feierten im Publikum mit.
So manch einer der knapp 600 Besucher musste sich am Samstagabend schon die Augen reiben, einmal kurz wegsehen, um dann doch festzustellen, dass es kein kostümierter Fußballfan war, der da das KKC betrat. Tatsächlich hatten sich die Ex-Fußballbundesliga-Trainerlegende Felix Magath und die Trainer und Fußballer, Jens Keller und Stefan Reisch, die unter anderem beim 1. FC Nürnberg spielten, unters Narrenvolk gemischt.
Als Spieler galt Magath als Mittelfeldgenie und Schöngeist, schoss den Hamburger SV 1983 sogar zu seinem ersten und einzigen Triumph im damaligen Europapokal der Landesmeister, dem Vorgänger der heutigen Champions League. Noch bekannter allerdings wurde der vielfache Nationalspieler später als Trainer: So coachte er unter anderem den „Glubb“, Schalke 04, Werder Bremen und den VfB Stuttgart, wurde zweimal deutscher Meister und Pokalsieger mit dem FC Bayern München, hatte Auslandsengagements in England und China und rettete im vergangenen Jahr Hertha BSC Berlin vor dem Abstieg aus der Bundesliga.
Unumstritten allerdings war Felix Magath nie: Ganze Spielergenerationen beschwerten sich über seine angeblich knüppelharten Trainingsmethoden – schweißtreibende Übungen mit Medizinbällen standen bei ihm hoch im Kurs. Daher rührt wohl auch sein Spitzname „Quälix“, den Magath stets mit Stolz trug.
In Bad Windsheim wollte sich der mittlerweile 69-Jährige eine kleine Auszeit gönnen, erzählt Gerd Hartmann von der Ipsheimer OSF Handel GmbH, für die Magath als Markenbotschafter tätig ist. Magath und seine Frau Nicola Yvonne hätten mal einen „echten fränkischen Fasching sehen wollen und da haben wir gesagt, gut, wir gehn zur Windshemia“, erzählt Hartmann. Magath habe die Prunksitzung als „sehr erfrischend“ empfunden.
Die Bad Windsheimer lobte er als „sehr authentisches“ Volk, machte gerne Fotos und feierte auch nach der Sitzung in der Bar ohne „Starallüren“, wie Anne Scheuenstuhl von der Windshemia erzählte. „Ein solcher Besuch ist schon eine Ehre für uns.“