Fußballprofi Julian Gressel lebt seit vielen Jahren in den USA. Der gebürtige Neustädter ist mittlerweile amerikanischer Staatsbürger. Die Fußball-WM 2026 in seiner zweiten Heimat begleitet er als FLZ-Experte für unsere Leser in einer Kolumne. Diesmal geht es um die Ausgangslage vor dem Endspiel Spanien gegen Argentinien.
Jetzt geht es ins Finale. Spanien gegen Argentinien. Zwei verdiente Finalisten.
Die Engländer waren im Halbfinale nicht gut genug. Sie haben zu wenig mit dem Ball gemacht und die Argentinier haben es sich am Ende verdient. Natürlich haben sie wieder zwei magische Momente gebraucht, aber sie haben eben diese Qualität in ihren Reihen, die dann auch zum Punkt da ist.
Die Spanier waren für mich bisher defensiv überragend. Sie haben die ganze WM über nur ein Tor kassiert. Wenn man den französischen Angriff so in Schach hält und gar nicht zum Zuge kommen lässt und auf der anderen Seite vorne sehr effizient ist, dann verdient man es, so weit zu kommen.
Die Argentinier werden es im Endspiel nicht leicht haben, Chancen zu kreieren. Dafür sind sie hinten immer etwas anfällig. Die Spanier müssen schauen, dass sie besser sind mit dem Ball als England, dass sie sich nicht hinten reindrängen lassen.
Messi braucht zwar nur einen Moment, in dem er eine Torvorlage gibt oder ein Tor selbst macht, aber Spanien hat vorne auch Spieler, die den Unterschied ausmachen können. Dani Olmo spielt zurzeit überragend. Der macht das richtig gut, er kreiert richtig viel. Lamine Yamal hat bisher nicht das überragende Turnier gespielt, aber auf ihn wartet vielleicht noch der große Moment.
Wir haben zwei Finalisten, die aus gutem Grund so weit gekommen sind. Es ist ein sehr interessantes Matchup. Es ist ganz schwer vorherzusagen, wer da gewinnt oder wer überhaupt gerade besser drauf ist. Aber wenn ich ehrlich bin: Ich glaube eher an Spanien.