Die Arbeiten am Baugebiet Kirchfeldareal in Schweinsdorf (Landkreis Ansbach) laufen. Auf 0,87 Hektar soll ein Wohngebiet mit drei Parzellen entstehen. Zeit für den Gemeinderat, sich Gedanken über einen Namen für die entstehende Straße zu überlegen. Doch dies erwies sich als gar nicht so einfach.
Einige Vorschläge kamen bereits aus der Bevölkerung von Schweinsdorf, wie Bürgermeister Manuel Döhler verkündete: Am Bühl, wegen der Flurnamen der angrenzenden Flächen; Pfaffenweg, wegen des historischen Wegs zwischen Schweinsdorf und Gattenhofen; oder einfach nur Dorf- oder Kirchplatz.
Doch Döhler glaubte, einen Favoriten gefunden zu haben: Wegen des Namens der benachbarten Kirche „Ottilienplatz”. Als Schmankerl könnte die Kirche dann auch die Hausnummer 1 bekommen. Gemeinderat Helmut Hahn hatte diese Idee auch schon mit dem Kirchenvorstand besprochen: „Der begrüßt das.”
Also alles in trockenen Tüchern? Mitnichten. Gemeinderat Gerhard Wörlein kommentierte trocken: „Vor der Baumaßnahme hat in Schweinsdorf keiner gewusst, dass die Kirche Ottilie heißt.” Auch andere Gemeinderäte sahen keine Begeisterung in Schweinsdorf für den Namen. Markus Weinmann sagte: „Nur die Kirchengemeinde über den Namen entscheiden zu lassen, ist schwierig.”
Bei einer Abstimmung fiel der Ottilienplatz dann auch mit 4:9 Stimmen durch. Doch wie weiter vorgehen? In der Diskussion war man sich einig: Die Schweinsdorfer sollten über den Namen entscheiden. Wörlein hatte die Idee, im Gemeindebrief zur Einreichung von Namensvorschlägen aufzufordern – bei der anstehenden Kommunalwahl am 8. März könnte in den Wahllokalen gleich mit abgestimmt werden: „Gibt es eine klare Mehrheit, wird's einfach. Bei Knappheit kann man immer noch anders entscheiden. Das ist richtige Basisdemokratie.”
Bürgermeister Döhler zeigte sich offen: „Wir machen uns noch Gedanken, wie es genau ablaufen soll. Aber es soll dem Schweinsdorfer Bürgerwillen gerecht werden.”
Außerdem diskutierten die Gemeinderäte über die Grundsteuerhebesätze. Nach der Reform war der Hebesatz für die Grundsteuer B (bebaute und unbebaute Grundstücke) ab 2025 von 380 auf 290 Prozente gesenkt worden. Döhler wollte diesen nun um weitere zehn Prozent senken. Der Gemeinderat sprach sich knapp mit 7:6 Stimmen dagegen aus.
Erhöhte Kosten machten eine Neukalkulation des Wasserpreises notwendig. So stieg der Einkaufspreis um 25 Cent pro Kubikmeter, der bayerische Wassercent von 10 Cent pro Kubikmeter wird eingeführt und zwei Schieberkreuze zum Steuern des Wassers in den Rohren mussten ersetzt werden. Darum soll der Kubikmeterpreis künftig anstelle von 1,96 Euro auf nun 2,54 Euro steigen. Die Gemeinderäte stimmten dem einstimmig zu.