Dem südwestlichen Landkreis Neustadt/Aisch-Bad Windsheim mehr Mitsprache im Kreistag verschaffen, den Gesundheitsstandort Bad Windsheim und die Region stärken, das will der Verein Windsheimer und Ortsteilbürger ins Rathaus (WiR) mit einer „geerdeten” Truppe. Nun wurden 29 Kandidatinnen und Kandidaten für die Kreistagsliste nominiert.
Die 18 Stimmberechtigten (krankheitsbedingt gab es einige Ausfälle) bestätigten in geheimer Abstimmung die Kandidatur der einzelnen Bewerberinnen und Bewerber im Block und schließlich die gesamte Liste von WiR für den Kreistag. Bürgermeister Jürgen Heckel führt sie an. Die Arbeit im Kreistag mache ihm „richtig Spaß” und er wünsche sich die „Kreistagskultur” auch im Bad Windsheimer Stadtrat. „Das, was im Stadtrat abgeht, liegt nicht an der WiR. Das liegt an anderen.” Im Kreistag werde konstruktiv zusammengearbeitet und so viel erreicht. Dem Landkreis stünden in den kommenden Jahren große Aufgaben bevor, kündigte Heckel seinen Mitstreiterinnen und Mitstreitern an.
Er hoffe, dass er mit vielen von ihnen, aber auch vielen anderen Kommunalpolitikerinnen und -politikern aus Bad Windsheim und Umgebung, dazu zählte er „Obernzenn, Burgbernheim, Ergersheim und alle um uns herum” im Kreistag sehen würde. Ziel sei es, diese Region zu stärken und ihr mehr Mitsprache zu verschaffen – gerade im Hinblick auf den Erhalt des Krankenhauses. Hier habe der Kreis mit dem neuen OP-Trakt schon ein Zeichen für Bad Windsheim gesetzt, merkte Heckel an. Der Gesundheitsstandort sei mit Tourismus Bad Windsheims Stärke, die es jedoch noch weiter voranzutreiben gelte.
Emel Neumeister, die auf Platz sechs kandidiert, forderte, die Vorstellung einzelner Kandidatinnen und Kandidaten wegzulassen, da sich bereits alle schon einmal vorgestellt hätten, als es um die Nominierung der Stadtratsliste gegangen sei und man sich untereinander schließlich kenne. Wahlleiter Gerhard Koslowski wies darauf hin, dass jeder Kandidatin und jedem Kandidaten die Möglichkeit gegeben werden müsse, sich vorzustellen.
Nach anfänglichem Zögern ergriff Mathias Flory das Wort. Der Bad Windsheimer Stadtrat ist vor sechs Jahren erstmals in den Kreistag eingezogen, die Aufgabe bereite ihm Freude und erfülle ihn mit „Ehrfurcht, Respekt und Stolz”. Er sei mittlerweile gut angekommen, dass er im Rechnungsprüfungsausschuss ist, „das war am Anfang so gar nicht meins”. Mittlerweile findet er es „richtig gut”, denn dadurch habe er einen Gesamtüberblick über die Aufgaben des Kreises bekommen und den Haushalt zu verstehen gelernt. Dieser stelle den Landkreis in den kommenden Jahren vor eine „große Herausforderung”.
Dr. Dieter Gärtner will sich für das Krankenhaus und das Gesundheitswesen an sich einsetzen. Er erinnerte an eine Aktion zur Rettung des Bad Windsheimer Krankenhauses von vor 35 Jahren, bei der „21.000 DM” gesammelt worden seien. Heute sei so etwas nicht mehr möglich, „aber wir müssen in den Kreistag und für unsere Klinik stimmen”.
WiR-Ortsvorsitzende Erika Löblein betonte, dass es ihr wichtig sei, dass Bad Windsheim stärker vertreten ist, „egal welche Farbe, rot, grün, schwarz und viele von WiR. Die Gesamtstimmen zählen”. Sie hoffe auf einen „ruhigen und vor allem fairen Wahlkampf”.
Nur auf der Kreistagliste ist Michaela Charlotte Linke, die deshalb ebenfalls das Wort ergriff und sich als Politikneuling mit „Herz und Hirn am rechten Fleck” vorstellte. Susanne Wolf ist schon seit 2012 bei WiR und den meisten besser als „der Sternstundenengel” ein Begriff.
Heckel betonte, dass er stolz sei, dass „WiR eine besonders breit aufgestellte Truppe” nominiert habe, „wir haben alles dabei, Mütter, Frauen, Junge, etwas Ältere und Erfahrene.” Er betonte, dass die Bürgerinnen und Bürger von ihrem Wahlrecht Gebrauch machen sollten und empfahl ihnen Briefwahl. Da könne man sich die einzelnen Personen genau ansehen, „bevor Sie ihnen Ihre Stimme geben”.
Heckel machte noch einmal Werbung: „WiR nehmen die Bürger ernst. WiR sind geerdet und nicht verpflichtet Münchner oder Berliner Politik umzusetzen. Ich will der Fels in der Brandung sein. Wir wollen der Fels in der Brandung sein.” Koslowski fügte an: „Ein Fels ist nur stark, wenn ihn viele kleine Steinchen drumherum stützen, dass er nicht fällt.”
Die Liste Windsheimer und Ortsteilbürger ins Rathaus machte keine Angaben zum Alter ihrer Kandidatinnen und Kandidaten.