Funkstille rund ums Quelle-Areal in Ansbach: Was wurde aus den Plänen? | FLZ.de

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Veröffentlicht am 22.08.2025 15:56

Funkstille rund ums Quelle-Areal in Ansbach: Was wurde aus den Plänen?

Blick vom Herrieder Tor auf das Quelle-Areal mit dem Geschäftshaus an der Ecke zur Maximilianstraße sowie den Hallen und dem Parkhaus entlang der Schalkhäuser Straße. (Foto: Alexander Biernoth)
Blick vom Herrieder Tor auf das Quelle-Areal mit dem Geschäftshaus an der Ecke zur Maximilianstraße sowie den Hallen und dem Parkhaus entlang der Schalkhäuser Straße. (Foto: Alexander Biernoth)
Blick vom Herrieder Tor auf das Quelle-Areal mit dem Geschäftshaus an der Ecke zur Maximilianstraße sowie den Hallen und dem Parkhaus entlang der Schalkhäuser Straße. (Foto: Alexander Biernoth)

Im Februar 2024 wurden im Bauausschuss und im Stadtrat große Pläne für das als Quelle-Areal bekannte Gelände an der Schalkhäuser Straße präsentiert. Doch das Bebauungsplan-Verfahren ist ins Stocken geraten. Seit November 2024 habe man von den Antragstellern nichts mehr gehört, so die Auskunft der Stadtverwaltung.

Als der Arcandor-Konzern, besser bekannt als Karstadt-Quelle, im Jahr 2009 unterging, verloren die Erben der Gründer Grete und Gustav Schickedanz, allen voran Tochter Madeleine, nicht ihr komplettes Milliarden-Vermögen. Diverse Immobilien waren von der Insolvenz nicht betroffen, so auch das Quelle-Areal in unmittelbarer Nähe des Wahrzeichens Herrieder Tor. Dazu gehören auch die Geschäftshäuser an der Ecke zur Maximilianstraße – ein städtebauliches Filetstück, das die Quelle-Erben zu einem modernen Einzelhandels-, Wohn- und Büro-Komplex entwickeln wollten.

Die Stadträte reagierten geradezu euphorisch auf die Pläne, versprachen sie doch, einem vernachlässigten Areal in unmittelbarer Nähe zur Altstadt, nur 300 Meter vom Martin-Luther-Platz entfernt, neues Leben einzuhauchen. Einstimmig gaben die Stadträte grünes Licht für den Start des Bebauungsplan-Verfahrens.

Was war konkret geplant? Die Hallen und das Parkhaus auf dem Areal am Onolzbach sollten abgerissen werden. Stattdessen sollten vier Einzelgebäude mit bis zu vier Stockwerken gebaut werden. In den Obergeschossen der Gebäude sollten Wohnungen und Büroflächen entstehen, das Erdgeschoss sollte als Parkebene dienen – im Überschwemmungsgebiet des Onolzbaches sind Tiefgaragen keine gute Idee.

Stadt hoffte darauf, eine Altlast zu beleben

Im Baureferat sah man nicht nur die Möglichkeit, eine städtebauliche Altlast zu beleben, sondern es bestehe „das unbedingte Interesse, den hier verlaufenden Onolzbach erlebbarer zu gestalten und geordnete Verhältnisse in diesem Bereich zu schaffen”, wie es damals in der Sitzungsvorlage der Verwaltung hieß.

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Auf Anfrage der FLZ teilte die Verwaltung mit, dass für den vorhabenbezogenen Bebauungsplan im April und Mai 2024 die frühzeitige Behörden- und Öffentlichkeitsbeteiligung stattgefunden habe. Im Rahmen der Beteiligung seien Stellungnahmen von diversen Behörden und Fachgebieten eingegangen, bestätigt Anne Ziegler vom Geschäftsbereich des Oberbürgermeisters. Das habe insbesondere den Immissions-, Denkmal-, Natur- und Landschaftsschutz betroffen. „Die Stellungnahmen erfordern für den nächsten Verfahrensschritt, das ist die Offenlegung der Pläne, Anpassungen der Planung”, so Ziegler. Im November 2024 habe dazu noch ein Abstimmungsgespräch mit dem Vorhabenträger stattgefunden. Ziegler: „Bislang wurden noch keine neuen Unterlagen vorgelegt.”

Nachfragen blieben ohne Antwort

Die FLZ fragte beim vorgesehenen Bauträger, der Firma Högner aus Neuendettelsau, an. Doch der Chef, Dr. Johannes Högner, verweist an die Firma Immobilien Consult Nürnberg (ICN) mit Sitz im Gewerbegebiet Nordostpark, die die Immobilien der Quelle-Erben verwaltet und entwickelt.

Anfrage bei ICN: Besteht weiterhin Interesse, das Areal zu entwickeln? Wenn ja, wurden die Planungen bereits geändert – und welche Gründe gibt es dafür, dass das Projekt seit nunmehr neun Monaten nicht vorankommt? Wenn kein Interesse mehr besteht – haben Einwendungen seitens Behörden und Öffentlichkeit dazu geführt?

Die FLZ hat mehrmals mündlich und schriftlich nachgefragt, doch die Funkstille rund ums Quelle-Areal wurde nicht gebrochen.


Winfried Vennemann
Winfried Vennemann
Redakteur
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