Für Geflüchtete aus der Ukraine gibt es in Ansbach viel Hilfe | FLZ.de

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Veröffentlicht am 04.06.2023 14:31

Für Geflüchtete aus der Ukraine gibt es in Ansbach viel Hilfe

Sie tauschten sich schon 2022 über die Ukraine-Hilfe aus (von links): Iryna Savchenko von der Stadt, Natalia Shelepnik, Anna Sholkova, Professorin Dr. Tetiana Sholkova und Kostiantyn Sholkovyi aus dem Land, Oberbürgermeister Thomas Deffner und Sozialreferent Holger Nießlein. (Archivfoto: Oliver Herbst)
Sie tauschten sich schon 2022 über die Ukraine-Hilfe aus (von links): Iryna Savchenko von der Stadt, Natalia Shelepnik, Anna Sholkova, Professorin Dr. Tetiana Sholkova und Kostiantyn Sholkovyi aus dem Land, Oberbürgermeister Thomas Deffner und Sozialreferent Holger Nießlein. (Archivfoto: Oliver Herbst)
Sie tauschten sich schon 2022 über die Ukraine-Hilfe aus (von links): Iryna Savchenko von der Stadt, Natalia Shelepnik, Anna Sholkova, Professorin Dr. Tetiana Sholkova und Kostiantyn Sholkovyi aus dem Land, Oberbürgermeister Thomas Deffner und Sozialreferent Holger Nießlein. (Archivfoto: Oliver Herbst)

Eine Wohnung, ein Sprachkurs, eine Arbeitsstelle: Für Geflüchtete aus der Ukraine sind diese drei Bausteine wichtig. Aber um sich in die Gesellschaft integrieren zu können, brauchen die Menschen noch viel mehr. In Ansbach gibt es eine Reihe von ehrenamtlich engagierten Frauen und Männern, die sich hier einbringen.

Insgesamt leben circa 8000 Menschen mit Migrationshintergrund in Ansbach. Dies erklärt die Integrationsbeauftragte der Stadt, Iryna Savchenko. Sie stammt selbst aus der Ukraine. Zurzeit seien es rund 600 Menschen aus der Ukraine. Die meisten, etwa 560, seien Geflüchtete, die wegen des Krieges kamen – von Kindern bis zu Senioren. „Fast alle leben in Wohnungen.“

Nur ganz wenige Geflüchtete seien in der städtischen Unterkunft am Reiterzentrum untergebracht. Einige Geflüchtete hätten schon eine Arbeitsstelle gefunden, und viele durchliefen Sprachkurse, um es vorzubereiten, eine zu erhalten.

Bildungsvermittler im Einsatz

Für Menschen aus der Ukraine engagieren sich nach Iryna Savchenkos Worten ungefähr 30 Ehrenamtliche in Ansbach. Darunter seien Spätaussiedler, also Deutsche aus der früheren Sowjetunion, auch aus Russland. Diese Menschen wirkten meistens als Bildungsvermittler, übersetzten und dolmetschten also zum Beispiel oder begleiteten die Menschen zu Elterngesprächen in der Schule oder der Kindertagesstätte.

Eine Bildungsvermittlerin etwa schreibt mit anderen Frauen Bewerbungen, oder ein Lehrer leitet einen zusätzlichen Sprachkurs für Ukrainer und andere Gruppen, wie die Integrationsbeauftragte deutlich macht. Zu den etwa 30 Aktiven kämen noch um die 20 Ukrainer, die sich für ihre Landsleute einsetzen. Sie brächten sich zum Beispiel darin ein, Fahrten oder Veranstaltungen mitzuorganisieren.

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Im Ehrenamt bestehen gute Projekte, wie Iryna Savchenko betont. Nadeschda Mikolajewski etwa gehört dem Integrationsbeirat der Stadt an und bietet wie schon 2022 einen Sprachkurs für Jugendliche an, diesmal im Theresien-Gymnasium. Er läuft über eine Spende der Hilterhaus-Stiftung, die dieses Jahr an den Verein Ukraine Ansbach International 3000 Euro eigens für Sprachkurse gespendet habe.

Die Theatergruppe im Schülercafé

Im Schülercafé „Time Out“ in der Neustadt probt gemäß Iryna Savchenkos Worten die Theatergruppe Integral, in der junge Menschen aus der Ukraine mitwirken. An diesem Ort träfen sich auch regelmäßig ukrainische Jugendliche.

Im vergangenen Jahr schon hatte die Hilterhaus-Stiftung unmittelbar nach Kriegsbeginn 15.000 Euro für geflüchtete Mütter und Kinder gespendet. Menschen in der Region gaben nach einem Aufruf in der FLZ nochmals über 8000 Euro.

Nach wie vor gibt es für Geflüchtete aus der Ukraine Infoveranstaltungen, wie Iryna Savchenko darlegt. Kooperationspartner seien das Jobcenter Stadt Ansbach, das Sozialamt der Stadt und das Evangelische Jugendwerk im Dekanat Ansbach. Dabei sei es bisher zum Beispiel um die Arbeitssuche oder um das neue Bürgergeld gegangen, das die Hartz-IV-Leistungen ablöste.

Gesprächspartner können sich melden

Darüber hinaus kümmern sich nach den Angaben der Integrationsbeauftragten verschiedene Sportvereine um Ukrainer. Ein Anliegen formuliert Iryna Savchenko, wenn jemand sich ehrenamtlich für sie engagieren möchte: „Sie können mit den Menschen einfach sprechen“, um die Sprachkenntnisse auszubauen und flüssig werden zu lassen. Richtig Deutsch lerne man, wenn man mit Deutschen spreche.

Außerdem könnten Ehrenamtliche etwa bei Veranstaltungen mitwirken, den Menschen aus der Ukraine helfen, das Leben in Deutschland kennenzulernen, oder mit ihnen Bewerbungen schreiben.

Die Geflüchteten „wollen sich integrieren“, hebt Iryna Savchenko hervor, „sie müssen sich aber an das Leben in Deutschland anpassen.“ Dies gelinge mit der Zeit. Alle seien dankbar, hier zu sein.

Wer sich in Ansbach für Menschen mit Migrationshintergrund engagieren möchte, kann sich bei Iryna Savchenko (Telefon 0981/51-367), bei Viktoriia Tschebanu (0981/51-276) oder bei Marta Peter (0981/51-552) von der Stadt melden.

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