FRV-Nominierung in Rothenburg: Dr. Markus Naser will Oberbürgermeister bleiben | FLZ.de

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Veröffentlicht am 23.11.2025 20:00

FRV-Nominierung in Rothenburg: Dr. Markus Naser will Oberbürgermeister bleiben

Oberbürgermeister Dr. Markus Naser (Mitte), der erneut als Kandidat der FRV für den Posten antritt, mit den Kandidierenden für den Stadtrat.  (Foto: Simone Hedler)
Oberbürgermeister Dr. Markus Naser (Mitte), der erneut als Kandidat der FRV für den Posten antritt, mit den Kandidierenden für den Stadtrat. (Foto: Simone Hedler)
Oberbürgermeister Dr. Markus Naser (Mitte), der erneut als Kandidat der FRV für den Posten antritt, mit den Kandidierenden für den Stadtrat. (Foto: Simone Hedler)

Das Ergebnis war eindeutig: Mit 22 Ja- und einer Nein-Stimme nominierten die Mitglieder der Freien Rothenburger Vereinigung (FRV) den amtierenden Oberbürgermeister Dr. Markus Naser erneut für das Amt des Rathauschefs. Auch die FRV-Liste für den Stadtrat steht jetzt fest.

Elf Frauen und 13 Männer treten am 8. März 2026 für einen Platz im Stadtrat an, darunter einige neue, junge Kandidatinnen und Kandidaten. Dafür sind zwei langjährige Mitglieder nicht mehr auf der Liste vertreten: Hermann Uhl und Peter Holstein waren 24 beziehungsweise zwölf Jahre lang mit dabei und wollen jetzt den Weg für die jüngere Generation freimachen.

Dass Naser nicht auf der Liste steht, hat einen ganz einfachen Grund: Der 44-Jährige wohnt mit seiner Frau und seiner Tochter in Wolfsau in der Gemeinde Diebach. Seit 2020 sitzt er im Rathaus auf dem Chefsessel – und da würde er auch gerne sitzenbleiben.

Keine Extravaganzen im Haushalt

„Ich habe mehr zu bieten als Worte. Ich habe Erfolge zu bieten. Und die würde ich gerne weiter fortführen.” So begründete der amtierende Oberbürgermeister seine erneute Kandidatur und unterfütterte sie mit zahlreichen Belegen. Zum Beispiel mit dem kontinuierlich gesunkenen Schuldenstand in den vergangenen fünf Jahren. „Wir haben uns auf die städtischen Pflichtaufgaben konzentriert und uns keine Extravaganzen geleistet.”

Zu diesen Pflichtaufgaben zähle auch „eine der größten Investitionen, die die Stadt je getätigt hat”: die Sanierung der Valentin-Ickelsamer-Mittelschule mit über 40 Millionen Euro. Und sie sei nur eines von zahlreichen Projekten. „Wir bauen momentan einen Sanierungsstau ab. Das ist das genaue Gegenteil von Stillstand”, kommentierte Naser.

Einen neuen Kindergarten bauen, die bestehenden sanieren, mit dem Baugebiet Himmelweiher vorankommen, um wieder Bauplätze zur Verfügung stellen zu können: „Das alles steht an”, genau wie die Sanierung der Reichsstadthalle und das Thema Stadtbegrünung. Auch zur Bürgersprechstunde äußerte er sich: Das während der Pandemie eingeführte neue Konzept habe sich als erfolgreich erwiesen, daher will er es beibehalten: „Jeder, der einen Termin bei mir möchte, bekommt einen – persönlich oder per Telefon.”

Erhalt des Krankenhauses als wichtigster Erfolg

Der wichtigste Erfolg seiner Amtszeit allerdings sei der Erhalt des Krankenhauses gewesen, betonte der Oberbürgermeister. Ein Kampf, den er nicht alleine geführt hat, dafür bedankte er sich bei seinen Mitstreiterinnen und Mitstreitern. Naser wird für die nächste Wahlperiode zudem auf der Liste der Freien Wähler für den Kreistag kandidieren (Listenplatz steht noch nicht fest).

„Wir sind gemeinsam durch Stürme und Wogen und manchmal auch ruhiges Fahrwasser gegangen”, sagte Fraktionsvorsitzende Jutta Striffler (65). Sie führt die Liste an und will sich gerne weiterhin für die Stadt, für die Bürgerinnen und Bürger einsetzen. Sie sei „mit dem Kopf in allen Themen und mit dem Herzen bei allen Menschen”. Sie wurde mit 22 von 22 Stimmen auf die Liste gewählt.

Jürgen Holstein (60) betonte mit einem Augenzwinkern, er wolle nicht seinen Bruder Peter Holstein ersetzen. Stattdessen habe er den Wunsch, sich nach 18 Jahren als Kommandant bei der Freiwilligen Feuerwehr nun im Stadtrat zu engagieren, um die Fragen der Menschen in der Altstadt zu vertreten und die Lebensqualität dort zu steigern. Er erhielt 21 von 22 Stimmen.

Das Klima und der Dirtbike-Park

Stadtratsmitglied Andreas Baur (55) konnte wegen Krankheit nicht an der Versammlung teilnehmen. Ihm liege das Klima am Herzen und er habe sich unter anderem für den Dirtbike-Park eingesetzt, sagte Karin Bierstedt stellvertretend für ihn. Auch er erhielt 21 von 22 Stimmen.

Danach stellte Stadträtin Karin Bierstedt (67) sich selbst vor. Als vierte Listenkandidatin will sie weiterhin im Stadtgeschehen mitentscheiden, „in die Zukunft blicken, Schulden senken”, seien ihre Ziele. Sie wurde mit allen 22 Stimmen auf die Liste gewählt.

21 von 22 Stimmen erhielt Lissy Berger (29, Nichte von Jürgen Klatte, Listenplatz fünf), die zum ersten Mal antritt. In Rothenburg geboren, sei sie für die Ausbildung lange weg gewesen und habe daher einen Blick von außen auf die Stadt werfen können. Das Heimweh habe sie schließlich zurückgebracht, jetzt möchte sie sich für eine lebendige Stadt einsetzen, die ihr Potenzial nutze.

Mit 23 Jahren das jüngste Listenmitglied

Michael Hanselmann auf Platz sechs ist mit 23 Jahren das jüngste Listenmitglied. Er engagiert sich bereits im Jugendbeirat von Stadt und evangelischer Kirche. „Nicht nur fordern, sondern machen”, sei sein Motto. Er würde gerne „die junge Perspektive am Tisch vertreten” und erhielt alle 22 Stimmen.

Genau wie Elena Kandert (48, Platz sieben), die in Leuzenbronn wohnt und möchte, dass sowohl Stadt als auch die Ortsteile lebenswert bleiben. Ihr folgen auf Platz acht Susanne Hepp (56, 22 Stimmen), Sabine McIntosh (63, 22 Stimmen) auf Platz neun und Susanna Rattay (63, 21 von 22 Stimmen) auf Platz zehn.

Gäste von der SPD und den Grünen

Die weitere Reihenfolge: Isabella Winterkamp (27) auf Platz elf (21 von 22 Stimmen), Michael Hirsch (35) auf Platz zwölf, ebenfalls mit 21 von 22 Stimmen, auf Platz 13 (22 Stimmen) Sabrina Messerschmidt (28), auf Platz 14 Florian Gehring (35, 22 Stimmen), Oliver Bruno Schmid (63) auf Platz 15 mit 22 Stimmen und Christoph Schmitt (50) auf Platz 16, ebenfalls mit 22 Stimmen.

Matthias Messerschmitt (55) rangiert auf Rang 17 (22 Stimmen), gefolgt von Jürgen Klatte (61, Onkel von Lissy Berger, 21 von 22 Stimmen) und Uwe Soldner (50, 22 Stimmen). Reinhard Sperber (58) erhielt auf Platz 20 ebenfalls 22 Stimmen, ebenso Erich Kirchgäßner (63, verheiratet mit Inge Reichert) auf Platz 21. Auf Platz 22 bis 24 treten an Annett Wiegner (51), Max Zimmer (46) und Inge Reichert (65, verheiratet mit Erich Kirchgäßner), alle mit jeweils 22 Stimmen.

Als Ersatzkandidaten wurden Klaus Beyer (53) und Christa Albig (60) mit 17 von 17 Stimmen gewählt. Jutta Striffler fasste in ihren Schlussworten an die rund 40 Besucherinnen und Besucher der Nominierungsveranstaltung – darunter Gäste von SPD und den Grünen – zusammen: „Ich finde, wir haben eine tolle Liste.”

Die Liste

  • 1. Jutta Striffler, 65, selbständige Einzelhandelskauffrau im Ruhestand
  • 2. Jürgen Holstein, 60, Restaurator und Kunsthistoriker
  • 3. Andreas Baur, 55, Beamter
  • 4. Karin Bierstedt, 67, IT-Beraterin
  • 5. Lissy Berger, 29, Hotelbetriebswirtin
  • 6. Michael Hanselmann, 23, Medizintechniker
  • 7. Elena Kandert, 48, Sparkassenangestellte
  • 8. Susanne Hepp, 56, Allgemeinärztin
  • 9. Sabine McIntosh, 63, Hochschuldozentin
  • 10. Susanna Rattay, 63, Rentnerin
  • 11. Isabella Winterkamp, 27, selbständige Hotelfachfrau
  • 12. Michael Hirsch, 35, Kaufmännischer Angestellter
  • 13. Sabrina Messerschmidt, 28, Steuerfachwirtin
  • 14. Florian Gehring, 35, IT-Projektmanager
  • 15. Oliver Bruno Schmid, 63, Heilpraktiker
  • 16. Christoph Schmitt, 50, Rechtsanwalt
  • 17. Matthias Messerschmitt, 55, Techniker
  • 18. Jürgen Klatte, 61, Hotelier
  • 19. Uwe Soldner, 50, selbständiger Zahntechniker
  • 20. Reinhard Sperber, 58, Geschäftsstellenleiter VG Rothenburg
  • 21. Erich Kirchgäßner, 63, Privatier
  • 22. Annett Wiegner, 51, Hauswirtschaftsmeisterin
  • 23. Max Zimmer, 46, Wirtschaftsinformatiker
  • 24. Inge Reichert, 65, Rentnerin

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