Er ist neu und soll viele Besucher anlocken: Der „Tag der offenen Tennisplatz-Tür“ beim TV 1860 Bad Windsheim am Samstag, 10. August. Dabei will man zeigen, was man hat – eine wunderbar idyllisch gelegene Anlage mit sanierten Plätzen. Die waren bei der Jahrhundertflut an der Aisch im Jahr 2021 stark beschädigt worden, genauso wie die Judohalle.
Jürgen Müller ist seit acht Jahren Leiter der Tennisabteilung des TV 1860 Bad Windsheim und vor rund vier Monaten hat er zusätzlich den Vorsitz des gesamten Vereins übernommen. Er kann sich noch gut an den Abend des 9. Juli 2021 erinnern, als das Wasser über die Aisch getreten war und das Gelände des TV 1860 Bad Windsheim geflutet hatte. Müller tritt an den Sockel der Terrasse, die dem Vereinsheim vorgelagert ist, und zeigt mit der Hand, wie hoch das Wasser hier gestanden hatte. „Ein bisschen höher und es wäre auch ins Restaurant reingelaufen“, sagt Müller. Die dem Restaurant angeschlossene Judohalle hingegen hatte komplett unter Wasser gestanden. Sie ist niedriger gelegen als die Gaststätte und über einen Gang mit dieser verbunden.
Komplett zerstört worden waren zudem die Tennisplätze. Es waren reine Sandplätze, die das Wasser quasi hinweggespült hatte. Dank eines Sondervermögen-Fonds, den die Bundesregierung damals für das vom Hochwasser schwer getroffene Ahrtal und für Gebiete in Bayern aufgelegt hatte, konnte der TV 1860 Bad Windsheim neue Plätze finanzieren. „Uns ist ausnahmsweise sogar ein höherer Ausbau-Standard genehmigt worden als der, den wir hatten“, erklärt Jürgen Müller im Gespräch mit unserer Redaktion.
Denn eigentlich hätte lediglich der vor dem Hochwasser bestehende Standard wieder hergestellt werden dürfen, also reine Sandplätze. Realisiert werden konnten nun aber drei Allwetterplätze und zwei herkömmliche Sandplätze. Die Hoffnung ist, dass die Allwetterplätze einem möglichen künftigen Hochwasser besser standhalten als es Sandplätze in der Vergangenheit getan haben.
Rund anderthalb Jahre lang sei die Sanierung der Tennisanlage geplant worden, berichtet Müller. „Die Bauzeit hat dann lediglich fünf Wochen gedauert.“ Mit einem „Riesen-Vorlauf“ plant der Vorsitzende nun die nächste Baustelle: die Sanierung der Judohalle. Auch das sei eine enorme Herausforderung für den TV 1860 Bad Windsheim. Denn der komplette Baukörper der Halle muss wegen des Hochwasserschutzes zunächst einmal angehoben werden. Später wird eine wasserdichte Wanne um das Gebäude betoniert. So sehe es die Auflage des Ansbacher Wasserwirtschaftsamtes (WWA) vor.
Für die Kosten gibt es aktuell nur eine ungefähre Hochrechnung aus dem Juni 2023. Demnach sind rund 650.000 Euro veranschlagt worden. Fördermöglichkeiten sind bereits aufgetan und beantragt worden. Entsprechend zuversichtlich ist Müller, dass das Projekt finanzierbar ist.
Ob ein Neubau sinnvoller gewesen wäre, sei ebenfalls geprüft worden. Aber der wäre weder erlaubt noch finanzierbar gewesen. „Wir haben alle Optionen durchgespielt“, betont Müller, der bereits viel Zeit in das Projekt der Judohalle investiert hat. Aber auch in diesem Fall sei nur der „Status quo“ förderfähig gewesen. Außerdem habe die im Jahr 1987 gebaute Halle Bestandsschutz.
Im Frühjahr 2026 soll sie voraussichtlich wieder nutzbar sein. Bis dahin werden die Vereinsmitglieder, die hier trainiert hatten, in ihren Ausweichquartieren bleiben. Zu diesem Zweck seien andere Räume innerhalb der Stadt angemietet worden. Auch das koste Geld und belaste den Verein finanziell, sagt Jürgen Müller.
Er freut sich nun erst einmal auf den Tag der offenen Tennisplatz-Tür am Samstag von 14 bis 17 Uhr. Wer mag, darf zum Leih-Schläger und Ball greifen und sich selbst von der Qualität des Platzes überzeugen. Müller hofft, dass das Spiel möglichst viele begeistert und dazu bewegt, der Tennisabteilung des TV 1860 Bad Windsheim beizutreten. „Wir haben zwar offiziell 80 Mitglieder, aber davon ist nur noch rund die Hälfte aktiv“, sagt er. Aus seiner Sicht werden die Plätze viel zu wenig genutzt.
Neben dem Tag der offenen Tennisplatz-Tür wird es zusätzlich einen Flohmarkt geben. Bei dem bietet der Verein verschiedene Gegenstände aus seinen Archiv- und Lagerbeständen an. Auch Dekoartikel aus der ehemaligen Pizzeria des Vereinsheims können erworben werden, darunter großformatige Bilder und Gemälde, Lampen, Statuen, Keramik sowie Wasser-, Wein- und Longdrink-Gläser.