Unter dem Leitthema „Gemeinsam achtsam“ hat sich die Klasse 9a der Johann-Georg-von-Soldner-Realschule entschieden, die Achtsamkeit gegenüber der Umwelt in den Fokus zu rücken. Deshalb stellten die Schüler aus alten Wandkarten neue Gebrauchsgegenstände her, um zu verhindern, dass die nicht mehr verwendeten Karten einfach in den Müll wandern.
Die Ergebnisse ihrer Arbeit wollen die Jugendlichen auf dem Martinimarkt am Sonntag, 5. November, verkaufen. Die Hälfte des Reinerlöses der Aktion soll dem Bund Naturschutz in Bayern gespendet werden.
Die Idee, aus den alten Wandkarten neue Gegenstände zu erstellen, hat Klassleiterin Silke Schirmer eingebracht. Sie unterrichtet neben Deutsch auch Geografie und hat somit den Überblick über die für das Projekt zur Verfügung stehenden Wandkarten. Die Klasse 9a habe den Vorschlag mit großem Interesse aufgenommen, da dabei neben der theoretischen Auseinandersetzung mit dem Thema, auch ein greifbares Ergebnis sichtbar werde, berichtet die Pädagogin.
In der ersten Arbeitseinheit wurden die Gegenstände festgelegt, die aus den Wandkarten hergestellt werden sollen. Nach gründlicher Diskussion wählten die Schüler Schachbretter, Memorys, Puzzles und Wandgemälde auf Leinwand aus.
Zur Umsetzung des Projekts wurden sechs Arbeitsgruppen gebildet, die selbstständig an ihrem Auftrag weiterarbeiteten. Weil es aber bei so einem Vorhaben auch um Geld, Logistik und Öffentlichkeitsarbeit geht, wurden auch die Arbeitsgruppen „Sponsoring und Kostenkalkulation“ sowie „Werbung und Verkauf“ gebildet.
Judith, Thea, Till und Pascal bilden das Team „Werbung und Verkauf“. Sie erzählen, wie sich das Projekt entwickelt hat und welche Aufgaben die einzelnen Arbeitsgruppen haben. Ihr Team war beispielsweise für die Anmeldung des Verkaufsstands am Martinimarkt bei der Stadtverwaltung verantwortlich. Neben Werbung und Öffentlichkeitsarbeit gehören auch die Organisation und Gestaltung des Verkaufsstands am Markttag, Plakate, Preisschilder, Biertische, ein Dienstplan für den Standdienst dazu, vieles müsse überlegt und organisiert werden, berichten sie.
Im Klassenraum der 9a herrscht eine ruhige, konzentrierte Atmosphäre, alle Schüler arbeiten in ihren Gruppen an ihren Aufgaben. Das Team „Schachbrett“ hat quadratische Holzplatten geschnitten und ist dabei, die Kartenstücke auszumessen, die darauf aufgeklebt werden sollen. Nebenbei diskutiert die Gruppe, ob es besser sei, die Karten mit Klebstoff oder Klebefolie auf den Platten zu befestigen.
Das Team „Memory“ ist dabei, die Kanten der Plättchen für das Spiel zu schmirgeln, während zwei Jungen des Teams einen Joghurt-Eimer bearbeiten, der als Behälter für das Spiel dienen soll. Es stellt sich heraus, dass es nicht so einfach ist, den Eimer mit einem Kartenausschnitt zu bekleben, weil die konische Form des Eimers berücksichtigt werden muss.
Die Gruppe „Wandbilder“ integriert Kartenausschnitte in ein Bild auf einer Leinwand, dabei sollen auch Collagen aus weiteren unterschiedlichen Abfallprodukten entstehen. Die Schüler wählen gerade passende Kartenausschnitte aus, die sie in verschiedenen Formen auf den Leinwänden positionieren können.
Um zusätzliches Material oder auch finanzielle Unterstützung bittet die Gruppe „Sponsoring und Kostenkalkulation“ bei Privatleuten und Betrieben aus der Stadt. Wen sie dafür ansprechen wollen, wählen die Schülerinnen und Schüler eigenständig aus. Als weitere Aufgabe kalkulieren sie auf Grundlage entstandener Kosten die Preise der für den Verkauf hergestellten Gegenstände und geben sie an das Team „Werbung und Verkauf“ weiter.
Übereinstimmend stellte die Klasse 9a fest, dass die Zeit im Unterricht nicht ausreichen würde, um das Projekt erfolgreich zu Ende zu bringen. Deshalb arbeiteten sie auch nach der Schule eigenständig weiter, damit sie ihr Ziel, den Verkaufsstand auf dem Martinimarkt mit ihren Upcycling-Produkten zu füllen, erreichen.