Der FC Ingolstadt hat sich von Trainerin Sabrina Wittmann getrennt. Sie hatte im Mai 2024 als erste Frau eine Profimannschaft im Männer-Fußball übernommen, nach einem enttäuschenden Saisonstart in der 3. Liga musste sie nun aber gehen. „Ich hätte sehr gerne weitergemacht und den Weg mit einer Mannschaft voller außergewöhnlicher Charaktere fortgesetzt“, wurde die 35-Jährige in einer Vereinsmitteilung zitiert. „Leider ist das Vertrauen hierfür nicht mehr da und der Verein hat sich für eine andere Lösung entschieden.“
Die Oberbayern stehen nach sieben Spieltagen nur auf dem 13. Tabellenrang, zuletzt verloren sie drei von vier Drittligapartien. Noch am Mittwochabend hatte Wittmann mit den Ingolstädtern im Landespokal das Achtelfinale beim TSV Landsberg gewonnen. Am Morgen danach folgte ihr Rauswurf. Wer neuer Cheftrainer wird, soll „zeitnah“ kommuniziert werden, hieß es.
Geschäftsführer Harald Gärtner sprach von „einer intensiven Betrachtung der saisonübergreifenden sportlichen Entwicklung und der Ergebnisse im bisherigen Saisonverlauf der 3. Liga“, die zur Trennung geführt habe. Der FCI halte eine „Neuausrichtung“ für nötig. „Auf menschlicher und persönlicher Ebene ist uns dieser Entschluss sehr schwergefallen“, beteuerte Gärtner.
Wittmann hatte die Schanzer im Mai 2024 zunächst als Interims- und dann ab Juni als Cheftrainerin übernommen. Vor ihr hatte es im deutschen Profifußball noch nie eine Frau als Coach gegeben. Anfang 2026 bekam Wittmann die DFB-Pro-Lizenz, im März dieses Jahres wurde ihr Vertrag sogar noch verlängert.
Zuvor hatte sie in einem Podcast eingeräumt, wie heftig sie den Druck als Pionierin im deutschen Fußball gespürt habe. Es sei ein „Rucksack“ gewesen, sagte sie. „Der war schon ein bisschen schwerer, als ich gedacht hätte, um ehrlich zu sein.“ Sie habe damals nicht die erste Frau sein wollen, die dann nach wenigen Wochen wieder entlassen werden würde.
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