Ein Einschnitt in der Geschichte des Evangelischen Dekanats Dinkelsbühl steht bevor: Ab 2025 leitet Uta Lehner die Dekanate Dinkelsbühl, Feuchtwangen und Wassertrüdingen. Zugleich geht mit Uland Spahlinger der letzte Dekan des noch eigenständigen Kirchenbezirks Dinkelsbühl in den Ruhestand. In der Synode hielt er nun Rückschau.
Dabei blickte er auf den gemeinsamen Weg, den die drei Bezirke in den zurückliegenden Jahren bereits gemeinsam beschritten hatten. Denn dem neuen „Evangelisch-Lutherischen Dekanat an Sulzach und Wörnitz“, das gegründet werden soll, ging eine lange Phase der Zusammenarbeit voraus. Sie reicht bis 2017 zurück. So wurde im Jubiläumsjahr der Reformation ein gemeinsames Veranstaltungsprogramm organisiert.
Es folgte ein unregelmäßiger Austausch mit den Präsidien der Dekanatssynoden. Als schließlich wieder einmal die Landestellenplanung anstand, wurden die drei kleinen mittelfränkischen Dekanate zum gemeinsamen Erprobungsraum ernannt. Man habe sich guten Mutes an die Arbeit gemacht, aber auch feststellen müssen, dass die Kooperation in diesem Bereich an Grenzen stieß, erinnerte Spahlinger.
Zusätzliche Aufgabe war schon bald die Bewertung der Pfarr- und Gemeindehäuser. Wenig später kündigte sich die nächste Landestellplanung an, gefolgt vom Auftrag, die Dekanatsneugründung vorzubereiten. Hintergrund ist die Notwendigkeit, die Leitungsstrukturen anzupassen.
Wie Uta Lehner, Dekanin in Feuchtwangen und künftige Dekanin des neuen Verbunds, erläuterte, soll die Gründung des neuen Dekanats formal zum 1. Januar 2026 vollzogen werden. Auf dem Weg dorthin stehen zunächst die Beschlüsse der jeweiligen Synoden an. Danach liegt die letzte Entscheidung beim Landeskirchenrat.
Bereits ab Januar 2025 steht Uta Lehner an der Spitze der drei Dekanate. Die Synoden der bisherigen Bezirke bleiben im kommenden Jahr nebeneinander bestehen, sollen aber miteinander tagen. Die Dekanatsbüros in den drei Städten gibt es auch weiterhin. Sitz der neuen Einheit wird Dinkelsbühl; der Dienstsitz der Dekanin oder des Dekans ist der jeweilige Wohnort, im Fall von Uta Lehner Feuchtwangen.
Entscheidend sei es, dass die drei Dekanate „gut zusammenwachsen“ und die Menschen diesen Weg mitgehen könnten, betonte Lehner. Kirche verändere sich, sei aber nur der Rahmen. Wichtig sei, dass Kirche vor Ort gelebt werde.
Spahlinger machte in seinem Bericht zum Ende der Synodalperiode deutlich, dass angesichts der vielen zu klärenden Strukturfragen, die inhaltliche Arbeit in der zurückliegenden Zeit immer wieder etwas zurückstehen musste. Doch Landessynode und Landeskirchenrat seien davon überzeugt, dass Zusammenlegungen eine angemessene Antwort auf die Veränderungen seien.
Der Dinkelsbühler Dekan würdigte die Arbeit im Jugendhaus in Veitsweiler sowie in der Beratungsstelle für Migration und Teilhabe und lobte den Einsatz der Mitarbeiterinnen im Dekanats- und Pfarramtsbüro. Außerdem hob er das Leben in den Ortsgemeinden als wichtigen Orientierungspunkt für die Menschen hervor. Als Beispiele für eine lebendige Gemeinde nannte er den Himmelfahrt-Gottesdienst an der Ulrichkappel, die Dekanatsfrauenabende, das Posaunenchorwesen oder das Kirchenzelt beim Summer Breeze.
In den Gemeinden lebe der Glaube, so Spahlinger. Das gelte es zu erhalten. Hierauf müsse die Kirchenorganisation größtes Gewicht legen und Reformprozesse daran messen, dass sie Gemeinden nicht schwächen.