Engagement für den Artenschutz: Das Streuobstnetzwerk Burghaslach schmiedet Pläne | FLZ.de

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Veröffentlicht am 09.04.2026 10:30

Engagement für den Artenschutz: Das Streuobstnetzwerk Burghaslach schmiedet Pläne

Besonders hübsch anzusehen, sind Streuobstwiesen zur Blütezeit.  (Foto: Manfred Blendinger)
Besonders hübsch anzusehen, sind Streuobstwiesen zur Blütezeit. (Foto: Manfred Blendinger)
Besonders hübsch anzusehen, sind Streuobstwiesen zur Blütezeit. (Foto: Manfred Blendinger)

Gut ein Jahrtausend hat es gedauert, bis sich Streuobst in der freien Landschaft etabliert hat. Grund genug, dieses Kulturerbe zu schützen und vor allem auch zu vermehren. Mit großem Enthusiasmus wurde 2025 das Streuobstnetzwerk Burghaslach ins Leben gerufen.

Mit anfänglich 35 Mitgliedern, ist die Zahl der Aktivisten etwas geschrumpft, doch der harte Kern traf sich in der Kulturtankstelle Burghaslach, um in die Frühlingsplanung zu gehen. Bisher wurden Baumschnittmaßnahmen durchgeführt, grüne Markierungen in Fürstenforst und bei Gleißenberg angebracht und Baumpatenschaften vergeben.

Aus Ackerland wird Grünland

Im November 2025 sind am Kneippweg entlang der Haslach sechs neue Bäume gepflanzt worden: Apfel, Zwetschge und Renekloden, eine alte Edelpflaumenart. Organisiert wurde die Aktion vom Landschaftspflegeverband Neustadt a. d. Aisch–Bad Windsheim im Rahmen des Bayerischen Streuobstpakts und mit Mitteln des Bayerischen Staatsministeriums für Umwelt und Verbraucherschutz gefördert. Demnächst soll gegenüber des Sportplatzes in Burghaslach eine Streuobstwiese angelegt werden, als Ausgleichsfläche für das Neubaugebiet in Gleißenberg.

Ein wenig stolz kann das Netzwerk auch sein, denn die Streuobstmanagerin Antonia Zink vom Landratsamt Neustadt an der Aisch-Bad Windsheim, die die Gemeinden Burghaslach, Weigenheim und Burgbernheim betreut, bestätigte, dass in Burghaslach das Engagement am größten sei.

Gleich zu Beginn des Treffens wurde eine 8000 Quadratmeter große Ackerfläche in der Nähe der Baumschule Schlierf von einem Mitglied in Aussicht gestellt, die in eine Streuobstwiese umgewandelt werden darf. Die Umwandlung von Ackerland in Grünland ist förderfähig, Pächter soll die Gemeinde werden.

Grünes Klassenzimmer und Bienenstöcke

Geplant ist ein grünes Klassenzimmer für Schule und Kindergarten, Imker sollen ihre Bienenstöcke aufstellen, bestenfalls werden auch noch Hecken angepflanzt. Streuobstwiesen sind ideale Rückzugsorte für Steinkauz, Wiedehopf oder Wildbienen, doch jedes Jahr gehen in Bayern rund 100.000 Streuobstbäume verloren, worauf die Initiative streuobstpakt.bayern.de hinweist. Dagegen hilft nur, neue Streuobstbäume zu pflanzen, sei es im eigenen Garten, mit der Gemeinde oder auf eigenen Wiesen und Weiden.

Um hierzu mehr Menschen zu motivieren, ist ein Infostand auf dem Frühlingsmarkt in Burghaslach am Sonntag, 19. April 2026, geplant. Um leichter ins Gespräch zu kommen, wird ein Streuobstbaum aufgestellt, an dem Wunschzettel in Blattform gehängt werden können, was man sich für Artenschutz, Natur und Streuobst wünscht. Zudem wird es eine große Menge an Infomaterial geben.

Auch für den internationalen Tag des Streuobsts am 24. April 2026 brütet das Netzwerk über medienwirksame Ideen. Eine gemeinsame Fahrt ins Bernatura nach Burgbernheim ist angedacht.

Wie unterstütze ich?

Streuobstwiesen liefern nicht nur Obst, sondern auch Lebensraum für rund 5000 Tier- und Pflanzenarten. Viele davon sind bedroht und stehen auf der Roten Liste. Sie sind ein idealer Erholungsraum und bieten vielfältige landwirtschaftliche Nutzungsmöglichkeiten. Streuobstwiesen sind für Vögel, Fledermäuse, Insekten, Spinnen sowie Moose und Flechten von besonderer Bedeutung. Ihre Bestände schützen durch ihr mehrschichtiges Wurzelwerk die Oberflächengewässer und das Grundwasser vor Stoffeinträgen. Ebenso haben sie eine ausgleichende Wirkung auf das Kleinklima. Sie reduzieren die Windgeschwindigkeit und vermeiden dadurch die Bodenerosion, schützen vor zu starker Sonneneinstrahlung, mildern Temperaturextreme und sind durch ihre schöne Optik eine echte Tourismusattraktion. Zudem gibt es nicht nur Streuobstberater, sondern auch ausgebildete Streuobstwiesenführer und Streuobstpädagogen.

Regelmäßig werden Fortbildungen zur Erweiterung des Naturwissens und Pflegemaßnahmen angeboten. Im Sommer soll es noch einen weiteren Baumschnittkurs geben, am Samstag, 6. Juni, findet ein Sensenkurs statt. Der Kurs ist für 7 Uhr angedacht, weil die Wiese noch feucht sein muss. Am Samstag, 2. Mai, um 7 Uhr findet eine Vogelstimmenwanderung statt, Treffpunkt ist an der Kirche in Burghaslach. Regelmäßig wird bei den monatlichen Treffen des Streuobstnetzwerkes überlegt, auf weitere Maßnahmen, wie beispielsweise die Initiative „Mähe nicht im Mai”, hinzuweisen. Gerade in dieser Zeit ist das Nahrungsangebot für Insekten zehnmal so hoch wie sonst.

Positive Resonanz

Abschließend resümiert Antonia Zink, dass es in ihrem Projektgebiet bisher 900 gepflegte Streuobstbäume gibt und sich so Schritt für Schritt dem Ziel „Mehr Baamaland für Frankens Mehrregion” genähert wird. Weitere Informationen sind regelmäßig auf der Heimatinfo-App zu finden. Fragen beantwortet zudem Streuobstberater des Landkreises Florian Kleinschroth unter der Telefonnummer 09161/924110 oder unter der E-Mail-Adresse florian.kleinschroth@kreis-nea.de

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