Acht vorbildlich renovierte Denkmäler in den Landkreisen Neustadt/Aisch-Bad Windsheim und Ansbach sowie in der Stadt Ansbach hat der Bezirk Mittelfranken in diesem Jahr ausgezeichnet. Die FLZ stellt sie in loser Folge vor.
Die Aischtalbahn nahm 1904 ihren Betrieb zwischen Neustadt an der Aisch und Uehlfeld-Demantsfürth auf. Bis 1976 waren Personenzüge auf der Strecke unterwegs, 1993 wurde sie endgültig stillgelegt. Einziges Relikt der ehemaligen Endstation in Demantsfürth ist das um 1900 erbaute, königliche Bahnhofsgebäude mit seinem gegenüberliegenden Nebengebäude, das als Toilette und Lagerschuppen diente.
Das Hauptgebäude wurde bereits instandgesetzt und 2003 bei der Denkmalprämierung des Bezirks gewürdigt. Nun stand das eingeschossige Nebengebäude mit Walmdach und Eckquaderung aus Sandstein im Fokus.
Lange Zeit lag das kleine Gebäude, überwuchert von Efeu, verlassen da. Das Dach war beschädigt und einzelne Türen zugemauert. „Insgesamt wirkte es vernachlässigt und sehr renovierungsbedürftig“, schreibt Franziska Lehmann in der Würdigung des Projekts seitens des Bezirks
Mit einer umfassenden Sanierung hätten die Eigentümer ihrem WC-Häuschen neues Leben eingehaucht: Es könne jetzt sowohl als Büro dienen als auch bei Bedarf in ein Tiny House, also ein kompaktes Wohnhaus, umfunktioniert werden. Dafür wurde das Gebäude von den Überwucherungen befreit, die Dachkonstruktion ertüchtigt und mit neuen Ziegeln eingedeckt.
Die durch Sandsteinelemente gegliederte Fassade hat man behutsam restauriert und mit einer Farbgebung versehen, wie sie dem Befund entsprach. Wo einst eine Verbretterung zwischen den vorspringenden Gebäudeteilen an den Ecken angebracht war, finden sich heute große Fensterfronten. Die davor montierten verschiebbaren, doppelten Holzlattenläden dienen nicht nur als Sonnenschutz, sondern greifen die einstige Holzverkleidung optisch wieder auf.
Sämtliche Originaltüren wurden aufgearbeitet, ebenso die Segmentbogenfenster, denen innen Isolierfenster vorgesetzt wurden. Mit seinen neu gestalteten Oberflächen wirkt der Innenraum im ersten Moment sehr modern, doch die historischen Elemente seien allgegenwärtig, so Lehmann. Ein besonderes Augenmerk lag auf der energetischen Sanierung des Gebäudes, das an das hauseigene Wärmenetz des Bahnhofs angeschlossen ist. Fußbodenheizung und Lüftungsanlage sind fast unsichtbar integriert, auch die elektrischen Leitungen verlaufen versteckt im Sockel der Fensterfronten. Neu hinzu kamen Küche und Sanitärräume, alles in einem geschlossenen Farbkonzept umgesetzt.
Der ehemalige königliche Bahnhof von Demantsfürth präsentiert sich laut der Expertin des Bezirks nun wieder als harmonisches Gesamtensemble und sei als Zeugnis fränkischer Bahngeschichte besser erlebbar geworden.