Eindrucksvolle Markus-Passion: Stadtkapelle Dinkelsbühl stimmt auf Karwoche ein | FLZ.de

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Veröffentlicht am 30.03.2026 17:15

Eindrucksvolle Markus-Passion: Stadtkapelle Dinkelsbühl stimmt auf Karwoche ein

Mit der Markus-Passion von Jacob de Haan brachte die Stadtkapelle Dinkelsbühl ein eindrucksvolles und emotional berührendes Werk in die St.-Pauls-Kirche. (Foto: Martina Haas)
Mit der Markus-Passion von Jacob de Haan brachte die Stadtkapelle Dinkelsbühl ein eindrucksvolles und emotional berührendes Werk in die St.-Pauls-Kirche. (Foto: Martina Haas)
Mit der Markus-Passion von Jacob de Haan brachte die Stadtkapelle Dinkelsbühl ein eindrucksvolles und emotional berührendes Werk in die St.-Pauls-Kirche. (Foto: Martina Haas)

Mit einem eindrucksvollen Konzert stimmte die Stadtkapelle Dinkelsbühl ihr Publikum am Sonntag mit der Markus-Passion von Jacob de Haan auf die Karwoche ein. Das symphonische Werk für Blasorchester beschreibt emotional den Leidensweg Jesu vom Einzug in Jerusalem bis zur Kreuzigung am Karfreitag.

Mit dem Choral „Oh Haupt voll Blut und Wunden” setzte das Orchester zu Beginn die passende Tonalität. Jacob de Haan hat mit seiner Markus-Passion keine klassische Konzertkomposition vorgelegt, sondern eine musikalische Erzählung geschaffen, die die Zuhörerinnen und Zuhörer eng am Markus-Evangelium vom Letzten Abendmahl bis zur Grablegung Jesus führte. Dramtische Szenen wechseln sich mit Augenblicken tiefer Nachdenklichkeit ab. So konnte sich das Dinkelsbühler Publikum in besonderer Weise auf die Passion einlassen.

Als Grundlage diente dem zeitgenössischen niederländischen Komponisten der Passionstext aus dem Markus-Evangelium. Der Text wird teilweise durch den Evangelisten (Armin Bestelmeyer) erzählt. Die Musik unter dem gesprochenen Text formt sich nach der Atmosphäre der Geschichte.

Die weiteren Ereignisse deuten sich an

Zu Beginn entfaltete die Stadtkapelle, ergänzt von Alexander Binder am Kontrabass, eine ruhige, fast heitere Klangfläche, die sich allmählich verdichtet und an Spannung gewann. So wird der Einzug Jesu auf dem Esel nach Jerusalem musikalisch getragen und die weiteren Ereignisse in seiner zugleich friedvollen wie bedeutungsschweren Atmosphäre angedeutet. Zügig traten ernstere Töne in den Vordergrund, wenn es über das letzte Abendmahl zum Verrat durch den Jünger Judas kommt.

Die Inszenierung der „Markus-Passion“ sieht neben dem Erzähler auch Gesang vor: der Mezzosporan (Maria Magdalena) und Bariton (Jesus). Mona Bergmiller übernahm den weiblichen Part, Frederik Lipka den männlichen.

Die Erzählung über den Leidensweg Jesu vor ihnen Szene um Szene emotional dichter – musikalisch von bedrohlichen oder sanften, immer aber ausdrucksstarken Klängen, die die einzelnen Register der Stadtkapelle unter der Leitung von Musikdirektor Johannes Krauß gefühlvoll umsetzen. Jacob De Haan nutzt eine verständliche Tonsprache zwischen innerem Aufruhr, Leiden, Hoffnung und Angst.

Erdrückende Schwere des Kreuzes

Die von Jacob de Haan vorgesehenen musikalischen Untermalungen des Markus-Evangeliums wurden von der Stadtkapelle beeindruckend umgesetzt. So schrie das komplette Orchester „Kreuziget ihn!” auf die Frage des Pilatus, was mit Jesus geschehen solle. Die erdrückende Schwere des Kreuzes wurde von der Tiefe der Töne getragen.

In Stille, mit dem Tod Jesu am Kreuz, endete die rund einstündige Passion. Sie blieb offen. Bis Ostern in einer Woche die Frohe Botschaft erzählt. Nach den Momenten des Innehaltens spendete das Publikum lange anhaltenden Applaus.

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