Ein wichtiger Meilenstein für die zukünftige Entwicklung der Ortsteile Ehingen und Dambach ist erreicht: Die Dorferneuerung „Ehingen 2“ wurde offiziell eingeleitet. Bei einer kleinen Feierstunde überreichte der leitende Baudirektor Ingo Steinbrecher vom Amt für Ländliche Entwicklung (ALE) die Urkunde an Bürgermeister Friedrich Steinacker.
Neben dem zweiten Bürgermeister Klaus Kober nahmen auch Mitglieder des Gemeinderats, Vertreter der Arbeitskreise sowie Fachplaner und Verantwortliche der Teilnehmergemeinschaft an der Übergabe teil und würdigten den Start des Projekts mit Applaus.
In seiner Ansprache blickte Bürgermeister Steinacker auf die lange Vorgeschichte zurück: Bereits in den 1970er Jahren erfolgte ein Flurneuordnungsverfahren, ehe der Gemeinderat im Jahr 2017 den Antrag auf Dorferneuerung stellte. Man habe sich bewusst für ein gestuftes Vorgehen entschieden: Zunächst sollen Ehingen und Dambach profitieren, anschließend folgen Lentersheim und Beyerberg. Wichtige Stationen waren das verpflichtende Seminar in Klosterlangheim 2023 sowie die Präsentation der Arbeitskreisergebnisse im Jahr 2025.
Wie Steinbrecher betonte, sei die Einleitung der Dorferneuerung nur dank der großen Mitwirkungsbereitschaft der Bevölkerung möglich geworden. Rund 50 engagierte Bürgerinnen und Bürger arbeiteten in drei Arbeitskreisen intensiv an der Analyse von Stärken und Schwächen der Ortsteile. Daraus entstanden Leitbilder, die die zukünftige Entwicklung prägen sollen. Ziel sei nicht eine kurzfristige Veränderung, sondern eine nachhaltige Verbesserung der Lebens-, Wohn- und Arbeitsverhältnisse.
Zu den vorrangigen Maßnahmen zählen die Neugestaltung des Dorfplatzes in Ehingen, die Ansiedlung eines Dorfladens im Kernort sowie die Schaffung eines neuen Dorfplatzes in Dambach. Ebenso sollen Traditionen bewahrt, Klimaschutzaspekte berücksichtigt und die Verkehrssicherheit verbessert werden. Auch die Innenentwicklung spielt eine zentrale Rolle: Leerstände sollen reduziert und eine Nachverdichtung soll Vorrang vor zusätzlichem Flächenverbrauch erhalten. Ergänzend wird angestrebt, die Attraktivität der Gemeinde durch „sanften Tourismus“ zu steigern.
Gleichzeitig machte Steinbrecher deutlich, dass die Arbeit mit der Urkundenübergabe keineswegs abgeschlossen ist. Vielmehr sei weiterhin Engagement gefragt, um die geplanten Maßnahmen auch erfolgreich umzusetzen.
Die geschätzten Investitionskosten belaufen sich auf rund 4,6 Millionen Euro. Dabei sei zu beachten, dass nicht alle wünschenswerten Projekte über das ALE gefördert werden, gab Steinbrecher zu bedenken. Vorbehaltlich verfügbarer Haushaltsmittel wurde eine Fördersumme von etwa 2,5 Millionen Euro in Aussicht gestellt. Die Förderung von Privatmaßnahmen erfolgt außerhalb der Fördersumme und kann ab sofort beim ALE beantragt werden. Allerdings dürfe der Beginn nicht vor der Bewilligung des Antrags erfolgen, denn ohne Zustimmung gebe es keinen Zuschuss, machte Steinbrecher deutlich.
Ein weiterer wichtiger Schritt steht bereits bevor: Im zweiten Quartal 2026 wird der Vorstand der Teilnehmergemeinschaft gewählt. Dieser soll die Planungen konkretisieren und Prioritäten festlegen. Vertreterinnen und Vertreter aus Ehingen und Dambach sowie der Gemeinde und des ALE werden dann gemeinsam die nächsten Schritte gestalten. Steinbrecher appellierte an die künftigen Mitglieder der Teilnehmergemeinschaft, für ihre Aufgabe entsprechend Zeit mitzubringen.