„Kennt ihr den Unterschied zwischen Hase und Kaninchen?” Den Mädchen und Jungen des evangelischen Waldkindergartens „Abenteuerwald” in Markt Erlbach war dieser geläufig. Doch über so Manches staunten sie nicht schlecht, was ihnen Norbert Wanka erzählte.
Der Vorsitzende des Jägervereins Neustadt/Aisch und Umgebung war am Dienstag höchstpersönlich bei ihnen Am Bäckerholz zu Gast. Im großen Gepäck hatte er das Wildmobil der Jägervereinigung Ansbach – einen Anhänger mit Präparaten von Wildtieren, wie sie im und außerhalb des Landkreises in Bayern vorkommen. Nach Wankas Worten war das Mobil zum ersten Mal im Landkreis im Einsatz.
Kindergartenleiterin Birgit Schiener hatte den 30 Kindern, die dort ab einem Alter von drei Jahren bis zum Schuleintritt den Kindergarten Abenteuerwald besuchen, schon vor dem Besuch den Unterschied zwischen Wildkaninchen und Feldhase erklärt. So sind Feldhasen Einzelgänger und deutlich größer (bis zu 70 Zentimeter) als die 40 Zentimeter an Größe erreichenden Wildkaninchen, die gesellig als Gruppentiere zusammenleben. Feldhasen sind vor allem an ihren großen Ohren erkennbar. Während sich der Kaninchenbau unter der Erde befindet, sucht der Feldhase Schutz in seiner Mulde, die fachmännisch „Sasse” genannt wird.
Einige der Tiere, die im Wildmobil als Präparat zu sehen waren, kannten die Kinder bereits aus dem Wald: Reh, Fuchs, Spechte, Feldhasen, Wildkaninchen und Raubvögel. Ein gewaltiges Tier im Vergleich zu den andern war der Biber. Von dieser Art erzählte Wanka allerlei zum Staunen: Das größte Nagetier Europas hat 60.000 Haare pro Quadratzentimeter. Das hält ihn warm. Bis zu zwölf Familienmitglieder leben in einer Biberburg. Einen Zahnarzt braucht der Biber nicht, da seine orangefarbenen, kräftigen Zähne nachwachsen.
Was gibt es sonst noch für nachtaktive Tiere? Die Eule und der Uhu, klar, aber auch Wildschweine? „Die hat der Mensch dazu gemacht, ursprünglich waren die Schwarzkittel nämlich tagaktiv”, erläuterte Wanka. Sie haben sich tagsüber von den Menschen zu stark gestört gefühlt, vor allem, weil diese die Wildschweine intensiv bejagten.
Und warum sind so viele Waschbären, die eigentlich aus Nordamerika stammen, in Deutschland unterwegs? Die Ursprünge reichen in die Zeit des Zweiten Weltkriegs zurück. Die Tiere wurden in einer Pelztierfarm bei Kassel gehalten. Als die Farm beschädigt wurde, konnten etliche Tiere entkommen. Sie vermehrten sich schlagartig und sind heute jagdbar – anders als der Fischotter, der als nicht jagdbares Tier auch nicht im Wildmobil ausgestellt war. Eine Ausnahme zum Abschuss ist beim Fischotter nur unter strengen Auflagen gestattet.
Weiter ging es mit Marder, Rehbock und Habicht, den Greifvögeln und den Wildtieren, die es außerhalb des Landkreises gibt, insbesondere Gams und Auerhahn. Letzteren gab es bis etwa zum Jahr 1880 im Landkreis Neustadt/Aisch-Bad Windsheim, wusste Wanka. Später fanden die Auerhähne hier keinen geeigneten Lebensraum mehr vor.
Von den Krallen des Alpenschneehuhns bis zu den Gehörnen der Rehböcke machte Wanka die Mädchen und Jungen auf interessante Details aufmerksam, bevor das Staunen über die Fühlkisten weiterging. Demnächst, so Kindergartenleiterin Schiener, wird ein Förster von seiner Arbeit im Wald berichten.