Ein Toter: Schwert-Attacke an Schule schockt Schweden | FLZ.de

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Veröffentlicht am 21.08.2026 15:24, aktualisiert am 21.08.2026 21:58

Ein Toter: Schwert-Attacke an Schule schockt Schweden

Polizei und Rettungskräfte rückten am Nachmittag zu einer Schule im schwedischen Fagersta aus. (Foto: Fredrik Sandberg/TT News Agency/AP/dpa)
Polizei und Rettungskräfte rückten am Nachmittag zu einer Schule im schwedischen Fagersta aus. (Foto: Fredrik Sandberg/TT News Agency/AP/dpa)
Polizei und Rettungskräfte rückten am Nachmittag zu einer Schule im schwedischen Fagersta aus. (Foto: Fredrik Sandberg/TT News Agency/AP/dpa)

Schock kurz nach den Sommerferien: Bei einem Angriff mit einem Schwert an einer Schule in Schweden ist ein Mensch ums Leben gekommen. Die Polizei habe eine tote Person im Gebäude gefunden, sagte ein Sprecher bei einer Pressekonferenz am Freitagabend. Drei weitere Personen wurden verletzt, zwei davon schwer. Dem schwedischen Rundfunk zufolge soll es sich bei den Verletzten um minderjährige Jungen handeln. Zu dem Vorfall kam es in der Stadt Fagersta nordwestlich von Stockholm. Der mutmaßliche Täter - ein 18-jähriger Mann - befindet sich in Polizeigewahrsam. „Es ist zu früh, um etwas zu einem möglichen Motiv zu sagen“, so ein Polizeisprecher.

Informationen des schwedischen Rundfunks zufolge soll es sich um einen früheren Schüler der weiterführenden Schule handeln. Er habe Verbindungen zu zwei Adressen in Fagersta, sagte ein Polizeisprecher. Dort hätten Durchsuchungen stattgefunden. „Wir haben momentan keinen Anlass zu der Annahme, dass es weitere Täter gibt“, sagte der Sprecher. Mit weiteren Informationen hielt sich die Polizei zunächst zurück. Es gebe sehr viele Zeugen in dem Fall. „Wir wollen keine Zeugen beeinflussen, die noch nicht befragt wurden.“

Schüler berichtet von dramatischen Szenen

Ein Schüler erzählte dem schwedischen Fernsehen, er habe gesehen, wie der Angreifer einen Mitschüler in den Arm gestochen habe. „Sein ganzer Arm war voller Blut, er sagte: Ruft die Polizei! Ruft die Polizei!“ Plötzlich seien alle gerannt. „Ich fühle mich nicht sicher“, sagte ein anderer Schüler. „Und ich bin traurig.“

Der Alarm war um 14.06 Uhr eingegangen. Medien berichteten von mehreren Rettungswagen und einem Polizeihubschrauber am Einsatzort. „Um 14.16 Uhr war der Täter überwältigt und konnte festgenommen werden. Dabei gab die Polizei Schüsse ab“, hieß es in einer Mitteilung. Laut Boulevardmedien wurde dem Angreifer ins Bein geschossen. Die Polizei durchsuchte das Gebäude, befragte Zeugen und führte eine technische Untersuchung durch. „Wir werden auch prüfen, ob es möglicherweise Kameraaufnahmen gibt, die für die Ermittlungen hilfreich sein könnten“, sagte ein Polizeisprecher der Nachrichtenagentur TT.

Die Schülerinnen und Schüler, die sich nach der Tat noch in der Schule befanden, durften das Gebäude laut Medienberichten stundenlang nicht verlassen. Besorgte Eltern warteten auf dem Schulhof, manche weinten nach Angaben des Fernsehsenders SVT. „Man ist unruhig“, sagte eine Frau, deren Tochter am Nachmittag in der Schule ausharren musste, einer Reporterin. Das Mädchen habe sehr viel Angst, es gehe ihr schlecht. Gegen 18 Uhr gab die Kommune Entwarnung. Eltern könnten ihre Kinder nun abholen, hieß es in einer Mitteilung. Auch in anderen Kindergärten und Schulen in der Umgebung hatten Kinder aus Sicherheitsgründen zunächst bleiben müssen. 

„Schreckliche Nachrichten“: Reaktionen auf den Angriff

Schwedens Regierungschef Ulf Kristersson schrieb in einer SMS an den Fernsehsender SVT, man wisse noch nicht, was hinter der Tat stecke, „aber wir wissen, dass die Polizei sehr intensiv arbeitet“. Justizminister Gunnar Strömmer sagte dem schwedischen Fernsehen: „Die Regierung steht in engem Kontakt mit der Polizei und verfolgt die Entwicklungen laufend.“

Auch die Chefin der schwedischen Sozialdemokraten, Magdalena Andersson, kommentierte den Vorfall. Bei der Plattform X schrieb sie: „Schreckliche Nachrichten aus Fagersta. Meine Gedanken sind bei den Betroffenen und allen, die davon berührt sind.“ Ganz Schweden stehe in dieser schweren Stunde an der Seite von Fagersta.

Am späten Abend drückte auch der schwedische König Carl XVI. Gustaf den Betroffenen sein Mitgefühl aus. „Mit Bestürzung und Trauer haben wir die Nachricht aufgenommen, dass Schweden erneut von einem Angriff an einer Schule getroffen wurde“, hieß es in einer Mitteilung des Königshauses. Im Februar 2025 waren bei einem Amoklauf an einer Schule im schwedischen Örebro elf Menschen gestorben. „Ich möchte auch mein Verständnis für die Unruhe zum Ausdruck bringen, die das bei Schülern, Schulmitarbeitern, Eltern in Fagersta und in unserer ganzen Gesellschaft auslöst.“

Bei der Schule handelt es sich den Angaben zufolge um eine weiterführende Schule in der Kommune Fagersta mit rund 500 Schülerinnen und Schülern.

© dpa-infocom, dpa:260821-930-563842/5


Von dpa
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