Sie wollen die Dörfer stärken, für eine gute Umgangskultur im Stadtrat sorgen und inhaltlich arbeiten: Die 24 Nominierten der Bad Windsheimer Gruppierung Liste Land sind sich sicher, damit bei den Kommunalwahlen punkten zu können. Im Gasthaus Grüner Baum in Lenkersheim sind die Kandidatinnen und Kandidaten nun offiziell gewählt worden.
Doch bevor die Liste von den 34 anwesenden Mitgliedern der Gruppierung bestätigt wurde, wollte Erhard Wolf, Ortssprecher in Oberntief und Vorsitzender der Liste Land, etwas klarstellen. „Wir sind keine Marionetten, wir sind und bleiben eigenständig”, betonte er. Denn bei einer ihrer Nominierungsversammlungen hatte ein Mitglied der Gruppierung „Windsheimer ins Rathaus” (WiR) die Liste Land als „Marionette” von CSU und FWG bezeichnet, weil man Philipp Flierl als gemeinsamen Bürgermeisterkandidaten ins Rennen geschickt hat.
Dass dies „die richtige Entscheidung” gewesen sei, betonte Wolf ausdrücklich. Das habe aber keinesfalls etwas damit zu tun, dass man sich auf diese Weise „an die anderen Parteien ranhängen” wolle. Diese Art von Unterstellung sei aus seiner Sicht bewusst gestreut, deswegen hat Wolf sie noch einmal entschieden zurückgewiesen. Er beklagte zudem, dass die Bad Windsheimer Regierungspartei ständig „über die anderen” schimpfe. „Das habe ich so noch nie erlebt.” Für Wolf sei das ganz klar „ein Zeichen von Schwäche” und eine Methode, von eigenen Unzulänglichkeiten abzulenken.
Wolf selbst kandidiert auf Listenplatz zwei. Der 61-jährige Landwirt-Meister wiederholte bei der Vorstellung seiner Person seinen Slogan, an dem er auch künftig festhalten will: „Gemeinsam statt einsam.” Stadträtin Silke Städtler führt die Liste der Gruppierung auf Platz eins an. „Ich will auf den Dörfern was voranbringen und wünsche mir, dass die Menschen auf uns zukommen”, betonte sie. Die 55-jährige Fachlehrerin wies den Vorwurf, Marionette anderer Parteien zu sein, ebenfalls entschieden zurück.
Damit auch Ickelheim vertreten ist, kandidiert Hans Wattenbach für die Liste Land. Der 41-Jährige ist im Vertriebsinnendienst tätig und engagiert sich als Ortsteilbeauftragter in Ickelheim. Außerdem ist er seit nunmehr drei Jahren als Schwerbehindertenbeauftragter der Stadt tätig.
Für den Vierten auf der Liste ist seine Kandidatur „so ein Familiending”. Denn die Mutter des 33-jährigen Maurers Sven Vietze ist im Vorstand der Gruppierung engagiert. Bei Stefanie Gärtner indes ist der Vater der Grund für ihr Engagemen, denn der hatte die Liste Land einst mit gegründet. „Ich bin mit der Gruppierung quasi aufgewachsen”, sagte Gärtner, die auf Listenplatz 13 steht.
Neben Erhard Wolf mit seinen 61 Jahren, gibt es nur noch einen, der älter ist: Hans Schönleben ist 66 Jahre alt und seit Oktober in Rente. Bislang habe er neben seinem Beruf schlichtweg aus Mangel an Zeit nicht in der Kommunalpolitik mitwirken können. Jetzt hat er freie Kapazitäten und wolle diese einbringen. Er kandidiert auf Platz 14.
Dass die Liste „etliche Junge” vorzuweisen hat, freut Städtler und Wolf besonders. Als „Küken” der Nominierten bezeichnete sich der 22-jährige Bastian Rückert. Der Fachinformatiker steht auf Platz zehn und sein Ziel ist es eigenen Angaben zufolge, „die Jugend mit einzubringen”. Etwas bewegen will auch Florian Dornhöfer. Der 43-jährige Schreiner aus Untertief ist Ortsteilbeauftragter und hatte mit seiner Kandidatur zunächst gehadert. Ihm gefällt der aktuelle Ton im Stadtrat nicht. Der hätte ihn zunächst auch davon abgehalten, sich auf die Liste setzen zu lassen. Letztlich habe er sich aber gesagt, dass man sich engagieren müsse, wenn man etwas ändern wolle. Und weil er genau das wolle, sei er nun doch dabei. Sein Platz ist der siebente.
Ein ähnlicher Grund hat den Schäfer Gerd Egelseer aus Erkenbrechtshofen zum Mitmachen bewogen und auf Listenplatz acht gebracht. Der 34-Jährige kommt viel herum und höre viele Klagen über all das, was nicht so gut laufe in Bad Windsheim. Doch wenn man etwas ändern wolle, müsse man aktiv werden. „Wir müssen ein Team sein und zusammen halten, gemeinsam sind wir stark, anders geht es nicht.” Das sieht die 59-jährige Bäuerin Christa Weinmann aus Külsheim genauso. Sie steht auf Platz 22 und ist überzeugt davon, dass sich Bad Windsheim von dem Zusammenhalt in ihrem Ortsteil „eine Scheibe abschneiden” könne.
Stadtrat Martin Branz ist beruflich stark eingespannt und hat sich deswegen auf den letzten Listenplatz setzen lassen. Ganz verzichten wollte er auf eine Kandidatur nämlich nicht. Der 45-Jährige hofft, viele Stimmen für die Gruppierung holen zu können.
Das Alter bezieht sich auf den Wahltag.