Ein dem Abriss geweihtes altes Haus in Dombühl hat plötzlich Zukunft | FLZ.de

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Veröffentlicht am 10.02.2026 14:23

Ein dem Abriss geweihtes altes Haus in Dombühl hat plötzlich Zukunft

Sein Abriss war eigentlich besiegelt. Doch nun gibt es für das ortsbildprägende Haus an der Feuchtwanger Straße in Dombühl eine Perspektive. (Foto: Gemeinde Dombühl)
Sein Abriss war eigentlich besiegelt. Doch nun gibt es für das ortsbildprägende Haus an der Feuchtwanger Straße in Dombühl eine Perspektive. (Foto: Gemeinde Dombühl)
Sein Abriss war eigentlich besiegelt. Doch nun gibt es für das ortsbildprägende Haus an der Feuchtwanger Straße in Dombühl eine Perspektive. (Foto: Gemeinde Dombühl)

Dombühl ist mit historischen Gebäuden nicht reich gesegnet. Da wiegt es umso schwerer, dass sich eines der nachweislich ältesten Häuser des Ortes in einem denkbar schlechten Zustand befindet. Doch für das vor 298 Jahren erbaute Anwesen in der Feuchtwanger Straße ergab sich unverhofft eine Sanierungsperspektive.

Der 1728 errichtete eingeschossige Bau mit Steilsatteldach und Fachwerkgiebel steht an exponierter Stelle direkt an der Ortsdurchfahrt Richtung Schillingsfürst. Das Gebäude hatte schon vor vielen Jahren keinen besonders attraktiven Anblick mehr geboten und wurde seither immer noch baufälliger, weshalb die Marktgemeinde 2021 die Chance nutzte, es von der Eigentümerfamilie zu erwerben. Seither steht es leer.

Abbruchgenehmigung vom Landratsamt erteilt

Eigentlich sei geplant gewesen, das bisher nicht denkmalgeschützte Haus in Ermangelung eines schlüssigen Nutzungskonzeptes abreißen zu lassen, so Bürgermeister Geier. Das Landratsamt hatte dafür Ende 2023 auch die Genehmigung erteilt. Der Abriss sollte laut Geier eigentlich bereits Ende 2024 über die Bühne gehen. Das sei aber nochmals bis zum Frühjahr 2026 hinausgeschoben worden, um der Freiwilligen Feuerwehr Dombühl dort Übungen zu ermöglichen.

In der Zwischenzeit habe sich ein mit der Sanierung historischer Anwesen vertrauter Interessent aus dem südlichen Landkreis Ansbach bei ihm gemeldet und erklärt, dass er sich vorstellen könne, das Gebäude zu erwerben und denkmalgerecht herrichten zu lassen, so der Bürgermeister: „Das habe ich als große Chance gesehen, das Gebäude doch zu erhalten.”

Aufgrund der Bedeutung ist eine Aufnahme in Denkmalliste möglich

Nach einer Besichtigung mit Vertretern des Bayerischen Landesamts für Denkmalpflege und der unteren Denkmalbehörde im Landratsamt Ansbach sei der Gemeinde nun mitgeteilt worden, „dass eine Aufnahme des Gebäudes aufgrund seiner Bedeutung in die Denkmalliste möglich ist.” Diese Einschätzung sei auch eine formal wichtige Voraussetzung dafür, dass finanzielle Unterstützung bei der Sanierung beantragt werden könne.

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Aus Sicht der Marktgemeinde sei diese Entwicklung sehr erfreulich, so Geier. Mit diesem Projekt werde am Ortseingang von Dombühl historische Bausubstanz erhalten. Es entstehe neuer Wohnraum. Und gleichzeitig werde ein wertvoller Beitrag zur Aufwertung des Ortsbildes geleistet.

Die Beurkundung des Kaufvertrages wurde, wie der Rathauschef erklärte, inzwischen beim Notariat in Rothenburg vorgenommen. Der neue Eigentümer will nach eigenem Bekunden zuerst Arbeiten am Dach beauftragen und im Außenbereich für Ordnung sorgen. In welchem Zeitraum die Komplettsanierung über die Bühne gehen könne, sei aber nicht verlässlich zu sagen. Das hänge auch davon ab, wie zügig Förderanträge bewilligt würden.

Zeugnis „solider Zimmermannstechnik”

Offiziell vollzogen ist mittlerweile auch die Aufnahme des Gebäudes in die Denkmalliste. Vom zuständigen wissenschaftlichen Mitarbeiter Dr. Karl Gattinger, der das Haus in Augenschein genommen hat, liegt eine erste fachliche Einschätzung vor. Demnach handelt es sich dabei zweifelsfrei um eines der ältesten Gebäude im Gemeindegebiet.

Der Fachmann bescheinigt dem Anwesen ein „unverfälscht erhaltenes historisches Erscheinungsbild eines mittelfränkischen Bauernhauses der Frühen Neuzeit”. Der unverändert erhaltene Dachstuhl sei ein „Zeugnis für solide Zimmermannstechnik dieser Zeit”. Das Gebäude habe auch deshalb „architekturhistorische Bedeutung”.

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