Nach dem überzeugend herausgespielten 2:1-Heimsieg vom Samstag über den TSV Schwaben Augsburg ist den Regionalliga-Fußballern der SpVgg Ansbach nur eine kurze Verschnaufpause gegönnt: Am Dienstag, 22. Oktober, müssen sie um 19 Uhr schon wieder ran – Auswärtsspiel beim SV Wacker Burghausen.
Das bedeutet für die Ansbacher rund 300 Kilometer Anreise an einem Wochentag – im Prinzip eine Zumutung für einen lupenreinen Amateurverein wie Ansbach einer ist. Auch für SpVgg-Trainer Niklas Reutelhuber ist diese Ansetzung nicht nachvollziehbar: „Das ist schon krass. Wir müssen gegen 13 Uhr los und kommen spät in der Nacht wieder heim. Ich verstehe nicht, warum so ein Spiel nicht an einem Wochenende terminiert werden kann.“
Zudem hat der SV Wacker auch noch einen Tag länger Pause genießen können. Die Mannschaft von Trainer Robert Berg spielte bereits am Freitagabend, verlor das Spitzenspiel bei der SpVgg Bayreuth aber mit 0:1 und hat nach 15 Saisonspielen mit 25 Punkten als Tabellenvierter erst einmal den unmittelbaren Kontakt zur Spitze verloren. Robert Berg kann diesmal seine Mannschaft nicht coachen – er sah in Bayreuth die Rote Karte und ist gesperrt.
Was den Ansbachern, mit nunmehr 17 Punkten auf Rang 12 vorgerückt, Mut machen sollte: Sie haben gegen Wacker in vier Punktspielen noch nie verloren, liegen überraschend im Direktvergleich klar vorne: Für die nullneuner sprangen bislang zwei Siege und zwei Unentschieden gegen die Halbprofis aus dem oberbayerischen Landkreis Altötting heraus. In der Vorsaison siegte Ansbach zu Hause mit 2:0 und erreichte in Burghausen ein 0:0.
Nach drei Niederlagen in Serie (2:3 bei Schwaben Augsburg, 0:1 zu Hause gegen Eintracht Bamberg und 0:1 in Bayreuth) befindet sich das Wacker-Team in einer Abwärtsspirale, just zu dem Zeitpunkt, als der Verein ein großes Ziel proklamiert hat: „2030 soll Wacker wieder in der 3. Liga mitmischen.“
Unerwartet Probleme hat Burghausen offensichtlich vor eigenem Publikum: Mit bereits drei Niederlagen liegt es in der Heimtabelle nur auf Rang sechs. Momentaufnahmen, von denen sich Reutelhuber nicht täuschen lässt: „Wacker verfügt über eine körperlich robuste Mannschaft. Sie spielt die Bälle sehr schnell in die Box. Auf der Hut sein müssen wir besonders auch bei Standards.“
Dennoch: Der Aufwärtstrend der Ansbacher ist unverkennbar. Sie haben von den letzten sechs Regionalligaspielen nur eines verloren und – was womöglich am wichtigsten ist – die Abwehr stabilisiert. Mit 31 Gegentoren stellt die SpVgg zwar noch den schlechtesten Wert aller 18 bayerischen Regionalligavereine, in den letzten drei Spielen kassierte sie aber nur drei Treffer. Für Reutelhuber ein Beleg für das Zusammenwirken des gesamten Teams: „Wenn bereits vorne Druck auf den Gegner aufgebaut wird, entlastet dies signifikant auch die Abwehr. Wenn ich beispielsweise gesehen habe, wie viele Kilometer ein Patrick Kroiß gegen Augsburg abgerissen hat, dann finde ich das schon klasse.“
Und beim Toreschießen kann sich die SpVgg Ansbach auf Michael Sperr verlassen, der mit seinen acht Saisontreffern auf dem 4. Rang in der Torjägerliste glänzt. Bester Schütze bei Burghausen ist bislang mit fünf Treffern der vom österreichischen Verein Union Mondsee gekommene Daniel Bares.
Ein wichtiger Aspekt für den Ansbacher Trainer ist in dieser Englischen Woche (nächsten Samstag kommt zum Vorrundenabschluss der Tabellenzweite SpVgg Bayreuth in den Xaver-Bertsch-Sportpark) die Belastungssteuerung seiner Mannschaft: „Die exakte Startaufstellung ist noch nicht fix, aber wir werden wieder einige Wechsel vornehmen. Es gilt, Kräfte zu schonen, die Saison ist noch lang.“