Der Dinkelsbühler SPD-Ortsverein will bei der Kommunalwahl im März 2026 mit einem OB-Kandidaten antreten. Dieses Ziel gab das Vorstandsteam in der Hauptversammlung aus, in der von Sondierungsgesprächen die Rede war. Es sei Zeit für einen Wechsel, betonten die beiden Vorsitzenden, Melitta Thamm und Frank Schwarz, sowie Stadtrat Paul Beitzer.
Laut Thamm führen die Dinkelsbühler Sozialdemokraten Gespräche mit anderen Parteien sowie mit verschiedenen Personen. Dabei geht es aber nicht nur um eine Gegenkandidatin oder einen Gegenkandidaten für Amtsinhaber Dr. Christoph Hammer. Optimal aufstellen will sich der Ortsverein auch für die Stadtratswahl. Man wolle mit starken Kandidaten der SPD in der Stadt eine Stimme verleihen.
Vorsitzender Schwarz hob am Ende der Versammlung hervor, dass der Ortsverein bei der Kommunalwahl alles dafür tun werde, die Anzahl der Sitze im Stadtrat zu erhöhen. Derzeit ist die SPD mit Ulrike Fees, Paul Beitzer und Klaus Zwicker vertreten.
Auch im neuen Stadtrat sollen bei den Sozialdemokraten die Anliegen der Bevölkerung im Mittelpunkt stehen. „Was wir nicht brauchen, ist eine von Eigeninteressen geleitete Politik“, sagte Schwarz.
Im Hinblick auf die anstehende OB-Wahl machte er deutlich, dass seiner Meinung nach viele Bürgerinnen und Bürger einen Wechsel im Rathaus wollten. Amtsinhaber Hammer fehle es im Umgang mit den Mitarbeitenden im Rathaus sowie mit Stadträten, die anderer Meinung seien, oftmals am nötigen Respekt. Heftige Kritik äußerte Schwarz an der von Hammer in die Wege geleiteten Vermietung des städtischen Pilgramhauses.
Dass der Zeitpunkt für eine Veränderung gekommen ist, dieser Meinung war auch Stadtrat Paul Beitzer. „Wir müssen jetzt einfach eine Alternative bieten“, sagte er in seinem Bericht zur Kommunalpolitik. OB Christoph Hammer habe die Stadt in bestimmten Bereichen vorangebracht, sei jetzt aber an einem Ende angelangt. Der Moment sei gekommen, an dem es „einen anderen Ansatz und neue Ideen“ brauche.
Im Wahlkampf will die Dinkelsbühler SPD verstärkt zu den Bürgerinnen und Bürgern gehen und nicht nur an Infoständen Präsenz zeigen. Melitta Thamm betonte, dass Veränderungen wichtig und notwendig seien. Entscheidend sei aber, dies den Menschen entsprechend näher zu bringen, um Akzeptanz zu erreichen.
Wie Thamm hob auch Beisitzer Helmut Müller den direkten Kontakt zu den Bürgern hervor. Er war zudem der Meinung, dass der Ortsverein im Kommunalwahlkampf auch ansonsten nach außen stärker erkennbar sein müsse. Positive Entwicklungen in der Stadt beruhten mitnichten nur auf einer vermeintlichen Alleinherrschaft der CSU.
In ihrem Rückblick auf die Aktivitäten der vergangenen Monate erinnerte Vorsitzende Melitta Thamm unter anderem an die monatlichen Stammtische, ein gut besuchtes Gin-Fest sowie eine interne Sitzung mit der SPD-Kreistagsfraktion. Diese habe Wirkung gezeigt. Es ging nämlich um den Erhalt des Dinkelsbühler Krankenhauses. Damals stand zugleich im Verwaltungsrat von ANregiomed die Entscheidung über eine Abstufung der Kliniken in Dinkelsbühl und Rothenburg bevor.
An dem internen Gespräch war eines der Verwaltungsratsmitglieder aus dem östlichen Landkreis beteiligt und hat laut dem stellvertretenden Vorsitzenden des Dinkelsbühler Ortsvereins, Bernd Lober, seine Meinung anschließend überdacht. Bei der dann folgenden Abstimmung im Verwaltungsrat kam die für eine Abstufung erforderliche Mehrheit nicht mehr zustande. „Wir haben unseren Beitrag geleistet“, sagte Lober. Oftmals könne man bei einem Austausch im Stille doch viel bewirken.
Dem stimmte die langjährige Stadt-, Bezirks- und Kreisrätin Elke Held zu. Vielleicht sei es manchmal besser, zunächst den gemeinsamen Austausch zu suchen und nicht gleich öffentlich Druck aufzubauen. Die Überzeugungsarbeit sei in diesem Fall wichtig und erfolgreich geworden. Die Gesundheitsfürsorge werde auf lokaler wie auf Bundesebene ein Dauerthema bleiben.
Was die Politik der SPD auf Bundesebene angeht, so äußerte Elke Held auch Kritik. Sie vermisse das soziale Gesicht ihrer Partei. Und diese Wahrnehmung gebe es auch in der Bevölkerung. Sie mahnte, die Menschen mit deren Sorgen nicht zu vergessen.