Mit einer Niederlage im Elfmeterschießen ist für den SVG Steinachgrund eine turbulente Fußballsaison zu Ende gegangen. Dadurch wurde der Abstieg von der Landes- in die Bezirksliga zementiert. Ein Ausgang, der so nicht unbedingt zu erwarten war – aufgrund der Nebengeräusche aber auch nicht verwunderte.
Nach Platz 9 in der ersten Saison in der Landesliga Nordost 2024/25 wollte sich der Verein auf Verbandsebene etablieren. Ein eher kleiner Kader hatte Trainer Thomas Guter schon in jenem Debütjahr gewisse Sorgen bereitet. Doch zum Kern des Teams gehörten einige sehr gute Fußballer, deren Qualität unbestritten ausreichend für die Landesliga ist. Deshalb wollte man mit dem Abstiegskampf eigentlich nicht viel zu tun haben.
„Wir sind dann gut gestartet, auch obwohl es noch Abgänge im Juli und August gab”, sagt Guter. Zum Auftakt gab es eine Niederlage bei Titelkandidat Münchberg (1:3), darauf folgten Siege gegen Feucht (2:0) und Schwabach (2:1). Doch dann setzte schon ein, was der Trainer als „Aufs und Abs” bezeichnet. Das Team spielte mal hopp, mal topp.
Steinachgrund zeigte immer wieder hohe Qualität, die 60 Saisontore sind Ausdruck genug davon. Das ist sogar eines mehr als Vizemeister Münchberg. Doch das große Manko war die Defensivarbeit. Mehrfach hagelte es vier oder fünf Gegentore, einmal auch sechs. So gab es direkt nach jenen ersten beiden Saisonsiegen 0:4- und 1:4-Pleiten gegen Neuendettelsau und Forchheim.
83 Treffer musste der SVG insgesamt schlucken. Nur die direkten Absteiger Lauterhofen (101) und Röslau (108) haben mehr kassiert. Diese beiden, das muss man so sagen, waren in der Liga aber völlig überfordert. Mit Burgebrach (82) hat ein weiteres Team ähnlich viele Treffer gefangen wie Steinachgrund, dann kommt aber schon Mögeldorf (64) mit gehörigem Abstand.
Ein Faktor dabei waren sicherlich personelle Probleme, die der Coach zu meistern hatte. Er setzte irre 41 Spieler im Verlauf der Saison ein. Kein Spieler absolvierte alle 34 Partien – eigentlich 32, siehe unten. Kontinuität gab es nicht. Guter: „Das waren oft wilde Kader. Ich hatte oft nicht die Qual der Wahl bei der Startelf. Einen Konkurrenzkampf gab es nicht.”
So wankte Steinachgrund die ganze Saison zwischen Himmel und Hölle. Exemplarisch seien die letzten sechs Spiele genannt: Auf einen fulminanten 5:1-Sieg beim designierten Meister DJK Ammerthal folgten bis Saisonende fünf Niederlagen am Stück, womit der SVG noch auf Relegationsplatz 16 abrutschte.
Nicht nur auf dem Platz ging es turbulent zu. Es gab Störgeräusche abseits des Rasens, die in jener Schlussphase eskalierten und im Streik einer Gruppe von neun Spielern mündeten. Bei Erlangen-Bruck (1:3) musste Guter deshalb eine Notelf aufs Feld schicken, Torwart Nicolas Hurler spielte Stürmer. Ein paar Tage später trat der SVG bei Quelle Fürth erst gar nicht an. Mitten im Kampf um den Klassenerhalt.
„Wir haben am Ende mehr gesprochen als trainiert. Und wenn du dann zwei Spiele herschenkst, hast du in der Landesliga nichts verloren”, sagt Guter. Sein Team stolperte ohne Form und in physisch wie psychisch ganz schlechter Verfassung in die Relegation. Dort besiegelte der unterfränkische Bezirksligist TuS Röllbach in zwei Spielen nach Elfmeterschießen den Abstieg.
Die Saison war verrückt, ein Rückblick wirkt angesichts der Umstände aber geradezu nebensächlich. Viel wichtiger scheint die Frage: Wie soll es in Gutenstetten überhaupt weitergehen?
Personell wird es – das war nicht anders zu erwarten – einen großen Umbruch geben. Wenigstens zehn Spieler aus dem Landesliga-Kader werden gehen. Ziel der Vereinsführung sei es, zwei Mannschaften zu melden, so Guter. Er selbst würde als Trainer weitermachen.
Aktuell basteln der Coach und Spielleiter Stefan Marek am Kader für die Saison 2026/27. Um die Abgänge zu kompensieren, werden einige Spieler aus der zweiten Mannschaft (Kreisklasse) hochgezogen, dazu sollen fünf oder eher mehr Neuzugänge kommen. „Wir sind guter Dinge, so eine einigermaßen konkurrenzfähige Bezirksliga-Mannschaft zu stellen”, sagt Guter.
Name/Spiele/Minuten/Tore/Gelb