Im Kreistag des Landkreises Neustadt/Aisch-Bad Windsheim ist die kleine ÖDP bislang mit zwei Sitzen vertreten. Dass sie bei den kommenden Kommunalwahlen den Wiedereinzug schafft, erscheint wahrscheinlich, denn es gibt keine Fünf-Prozent-Hürde. Die Ökopartei schickt diesmal 32 Frauen und Männer ins Rennen.
Zehn Parteien und Gruppierungen bewerben sich um Kreistagssitze. Vermutlich genügt ein Anteil von knapp einem Prozent, um ein Mandat zu erringen. Die ÖDP hatte 2020 sogar über vier Prozent und durfte zwei Mandatsträger stellen. Das waren Jürgen Osterlänger und Werner Zurwesten. Doch Osterlänger wechselte im Zuge der Corona-Krise zur Partei „Die Basis” und räumte auch seinen Kreistagssitz, den dann Hermann Zeller übernahm. Zeller ist nun der Spitzenkandidat auf der kürzlich nominierten Liste. Zurwesten hingegen tritt nicht mehr an.
Man wolle, so schrieb Kreisvorsitzender Harald Kempe in einer Pressemitteilung, „einen Beitrag zur Stärkung der ökologischen Belange und unserer demokratischen Grundwerte leisten”. Kempe war lange Zeit das Aushängeschild der Ökodemokraten im Landkreis, war selbst Kreisrat und amtierte in Emskirchen zwölf Jahre lang als Bürgermeister. Zumindest für die Zeit bis zu den Wahlen Anfang März kehrt er nun als Listenkandidat seiner Partei ein wenig ins politische Rampenlicht zurück.
Die Partei war vor sechs Jahren mit der höchstmöglichen Zahl von 60 Bewerberinnen und Bewerbern angetreten. Das schafft die ÖDP diesmal nicht. Damit dennoch die Platzzahl voll ausgeschöpft wird, beschlossen die 19 Stimmberechtigten bei der Versammlung auf dem Anwesen von Tristan Billmann in Gunzendorf, einen Großteil der Kandidierenden mehrfach aufzulisten: Die ersten fünf werden dreifach aufgelistet, die nächsten 18 Bewerberinnen und Bewerber jeweils doppelt. Die Liste hat mit knapp 55 Jahren ein vergleichsweise hohes Durchschnittsalter und einen leicht unterdurchschnittlichen Frauenanteil von gut 28 Prozent.
Kempe ist sich jedoch gewiss: „Es lohnt sich, für den Klimaschutz vor Ort einzutreten, denn es ist unser Landkreis und unsere Gemeinden, für die wir gemeinsam Verantwortung übernehmen wollen”, schrieb er in der Pressemitteilung.
1.-3. Hermann Zeller (59 Jahre, Landwirtschaftsmeister aus Ipsheim)
4.-6. Tristan Billmann (30, Biolandwirt, Emskirchen)
7.-9. Birgit Vorndran (50, Diplom-Grafikdesignerin, Markt Bibart)
10.-12. Gerhard Neuser (57, Beamter, Neustadt)
13.-15. Finn Gohlke (28, Maschinenbauingenieur, Emskirchen)
16.-17. Mathilde Seiferlein (29, Vertriebsmitarbeiterin, Bad Windsheim)
18.-19. Mario Kunz (59, Pastoralreferent, Neuhof)
20.-21. Johannes Maibom (68, Geschäftsführer, Emskirchen)
22.-23. Daniela May (59, Krankenschwester, Emskirchen)
24.-25. Walter Schwarzkopf (64, Schreinermeister, Emskirchen)
26.-27. Andreas Niepel (63, Holzbildhauer, Neustadt)
28.-29. Beate Lenhart (62, Qualitätsprüferin, Ippesheim)
30.-31. Viktor Kempe (42, Servicetechniker, Emskirchen)
32.-33. Reinhard Eckardt (56, Meister Garten- und Landschaftsbau, Emskirchen
34.-35. Beatrix Meinhardt (65, Bankkauffrau, Uffenheim)
36.-37. Stephan Krämer (52, Biolandwirt, Simmershofen)
38.-39. Harald Kempe (73, Bürgermeister a.D., Emskirchen)
40.-41. Tabea Bartsch (62, Katechetin, Hagenbüchach)
42.-43. Siegfried Birkicht (61, Ausbilder, Hagenbüchach)
44.-45. Simon Lettenmeier (39, Landwirt, Neustadt)
46.-47. Andrea Wolf (39, Elektroingenieurin, Emskirchen)
48.-49. Hilmar Heller (63, Angestellter, Emskirchen)
50.-51. Norbert Steinmüller (66, Landwirt, Obernzenn)
52. Hildegard Wirth (71, Gymnasiallehrerin i.R., Emskirchen)
53. Reinhard Kister (72, Landwirt i.R., Markt Nordheim)
54. Hans-Joachim Wirth (72, Lehrer i.R., Emskirchen)
55. Sabine Garbisch (61, Verkaufsleiterin, Emskirchen)
56. Thomas Gauch (65, Landschaftsbau, Emskirchen)
57. Ulrich Henschker (50, Kraftfahrzeugtechnikermeister, Emskirchen)
58. Daniel Wolf (40, Elektroingenieur, Emskirchen)
59. Johannes May (30, Lagerhelfer, Emskirchen)
60. Jack Karpiel (42, Diplomgeologe, Emskirchen)
Die Altersangaben beziehen sich auf den Wahltag am 8. März 2026.