Die neue Umgehung von Sommerau: Jetzt ist die Straße auch offiziell freigegeben | FLZ.de

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Veröffentlicht am 04.07.2025 21:00

Die neue Umgehung von Sommerau: Jetzt ist die Straße auch offiziell freigegeben

Das symbolische Band ist durchschnitten: Damit gaben Vertreter von Politik, Behörden und Firmen die Umgehung bei Feuchtwangens Ortsteil Sommerau am Freitag auch offiziell frei. Der Verkehr rollt bereits seit Montagnachmittag auf der neuen Straße. (Foto: Peter Zumach)
Das symbolische Band ist durchschnitten: Damit gaben Vertreter von Politik, Behörden und Firmen die Umgehung bei Feuchtwangens Ortsteil Sommerau am Freitag auch offiziell frei. Der Verkehr rollt bereits seit Montagnachmittag auf der neuen Straße. (Foto: Peter Zumach)
Das symbolische Band ist durchschnitten: Damit gaben Vertreter von Politik, Behörden und Firmen die Umgehung bei Feuchtwangens Ortsteil Sommerau am Freitag auch offiziell frei. Der Verkehr rollt bereits seit Montagnachmittag auf der neuen Straße. (Foto: Peter Zumach)

Bereits seit Montag rollt der Verkehr auf der neuen Umgehung von Sommerau. Seit Freitag ist die Straße nun auch offiziell freigegeben: Zur Mittagszeit zerschnitten Vertreter von Politik, Behörden sowie der beteiligten Firmen das symbolische Band auf der ebenfalls auf einer neuen Trasse verlaufenden Zufahrt zu dem Feuchtwanger Ortsteil.

Von einem „Tag der Freude nicht nur für Sommerau, sondern für die gesamte Region“ sprach die Festrednerin, Regierungspräsidentin Dr. Kerstin Engelhardt-Blum. Insbesondere die Anwohner könnten nun „durchatmen, denn sie werden durch die rund 1,8 Kilometer lange Ortsumgehung spürbar von Lärm und Schmutz entlastet“. Ihre Lebensqualität erhöhe sich damit deutlich.

Zugleich verbessere die neue Trasse der Staatsstraße 1066 die Anbindung der Stadt Feuchtwangen sowie der umliegenden Orte an die A7. Derweil könnten Radfahrer nun zusätzliche Wirtschaftswege nutzen, die im Zusammenhang mit der Baumaßnahme entstanden seien.

Eine Klage verzögerte den Baubeginn

Mit Blick auf die Historie erinnerte die Regierungspräsidentin an den 2012 gefassten Beschluss des Feuchtwanger Stadtrats, die Umgehung in kommunaler Sonderbaulast auf den Weg zu bringen – „unterstützt vom Staatlichen Bauamt Ansbach und gefördert aus Mitteln des Freistaats Bayern“. Sei der Planfeststellungsbeschluss 2016 erlassen worden, habe 2017 eine Klage den Baubeginn bis 2019 verzögert. Nach einem vereinfachten Flurbereinigungsverfahren 2020 und vielen weiteren Schritten sei schließlich der Spatenstich im April 2023 erfolgt.

Die voraussichtlichen Gesamtkosten bezifferte die Festrednerin auf rund 8,4 Millionen Euro. Davon entfielen 7,2 Millionen Euro auf den Strecken- und Brückenbau. Dazu kämen 1,2 Millionen Euro für den Erwerb von Grundstücken sowie für naturschutzfachliche Maßnahmen.

„Besonders erfreulich ist, dass der Zeitplan genau eingehalten werden konnte“, betonte Engelhardt-Blum und hob bei ihrem Dank an alle Beteiligten die Ernst Hähnlein Bau GmbH hervor. Ebenfalls würdigte sie die Grundeigentümer, die für die Umgehung Boden abgetreten haben, sowie die Geduld der Verkehrsteilnehmer, die seit April eine Vollsperrung in Kauf nehmen mussten.

Feuchtwangens Bürgermeister begründet das Vorhaben

Feuchtwangens Bürgermeister Patrick Ruh begründete das Bauvorhaben mit Zahlen: Wie er sagte, waren letzten Verkehrszählungen zufolge täglich 7500 Kraftfahrzeuge, davon mindestens 700 Lkw, durch Sommerau unterwegs. Und wenngleich ein „landschaftlicher Eingriff“ mit der Baumaßnahme verbunden sei, „blieb uns nichts anderes übrig“. Weil ein großer Teil des Verkehrs in Verbindung mit dem Industriegebiet stehe, sei die Kombination der Ortsumgehung mit der Westtangente eine Infrastrukturmaßnahme, die Lkw-Fahrer ebenso wie pendelnde Arbeitnehmer nutzen sollten.

Hinsichtlich der Dauer bis zur Umsetzung solcher Vorhaben appellierte Ruh, sich in Deutschland Gedanken zu machen, „wie wir die Verfahren beschleunigen können“. Angesichts der Personalengpässe bei Behörden und Ingenieurbüros gelte es, Wege zu finden, um derlei Projekte mit weniger Aufwand umzusetzen.

Schilder an der Straße und ein Verkehrsunfall

Neben den Ehrengästen nahmen an der Feier auch Sommerauerinnen und Sommerauer teil. Wenngleich es in dem Dorf sowie im nahen Esbach aktuell erheblichen Widerstand gegen Pläne für ein Zwischenlager für mineralische Abfälle mit Betonbrecher gibt, war bei der Straßenfreigabe von dem Protest wenig zu spüren. Nur einige Schilder mit der Aufschrift „Betonbrecher – Nein danke“ waren neben der Straße platziert. Zudem trug ein Mann ein T-Shirt mit entsprechendem Aufdruck.

Derweil überschattete ein Unfall die Feier ein wenig: Nachdem Dekanin Uta Lehner und Stadtpfarrer Christoph Matejczuk die Straße gesegnet sowie deren Nutzern eine unfallfreie Fahrt gewünscht hatten, und nur wenige Minuten, nachdem das weißblaue Band durchtrennt war, krachte es an der Abzweigung nach Sommerau. Dabei prallte eines der beiden beteiligten Autos gegen den Wegweiser auf der neuen Verkehrsinsel. Augenscheinlich blieb es aber glücklicherweise bei Blechschaden.

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