Die Feuchtwanger Westtangente ist jetzt für den Verkehr frei | FLZ.de

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Veröffentlicht am 06.06.2023 17:04

Die Feuchtwanger Westtangente ist jetzt für den Verkehr frei

Kurz nach 13 Uhr war am Dienstag das über Feuchtwangens neue Westtangente gespannte Band durchtrennt: Seitdem darf der Verkehr auf der Kreisstraße AN64 rollen. (Foto: Peter Zumach)
Kurz nach 13 Uhr war am Dienstag das über Feuchtwangens neue Westtangente gespannte Band durchtrennt: Seitdem darf der Verkehr auf der Kreisstraße AN64 rollen. (Foto: Peter Zumach)
Kurz nach 13 Uhr war am Dienstag das über Feuchtwangens neue Westtangente gespannte Band durchtrennt: Seitdem darf der Verkehr auf der Kreisstraße AN64 rollen. (Foto: Peter Zumach)

Nach mehr als 20-jähriger Planungs- und Bauzeit ist die Westtangente in Feuchtwangen seit Dienstag für den Verkehr frei: Kurz nach 13 Uhr haben Bürgermeister Patrick Ruh, Landrat Dr. Jürgen Ludwig sowie zahlreiche Vertreter von Politik, Verwaltung, beteiligten Firmen und Kirche das weiß-blaue Band durchschnitten.

Anschließend sprach Stadtoberhaupt Ruh von einem „immens wichtigen Schritt für die Stadtentwicklung“. Die neue Kreisstraße AN64, die nun die Bundesstraße 25 im Süden mit der Staatsstraße 1066 im Norden der Stadt verbindet, sei nicht nur ein „wesentlicher Pfeiler“ des städtischen Verkehrskonzepts, sondern entlaste auch die Anwohner im Bereich von Crailsheimer und Dinkelsbühler Straße.

Zugleich werde letztere als „Einkaufsstandort“ deutlich aufgewertet. Dies sei wichtig, weil die Geschäfte angesichts der Konkurrenz durch den Online-Handel wettbewerbsfähig bleiben müssten und dafür ein attraktives Umfeld benötigten. Ein „immenser Fortschritt“ sei die neue Straße aber ebenso für die nun besser erreichbaren Betriebe im Industriegebiet West. Dabei betonte Ruh, die Tangente diene „nur zum Teil als Durchgangsstraße“, denn viele Lkw steuerten auch die Unternehmen in diesem Bereich an.

Sieben juristische Auseinandersetzungen

Rückblickend erinnerte der Rathauschef an insgesamt sieben „juristische Auseinandersetzungen“, die Gegner des Projekts angestrengt hatten. Dabei sei es zuletzt um den höhengleichen Bahnübergang gegangen, den Kritiker des Vorhabens in Form einer Brücke sehen wollten. Dass die Stadt die Arbeiten trotz des seinerzeit noch laufenden Verfahrens dann doch auf den Weg gebracht habe, bezeichnete Ruh als „richtige Entscheidung“. Denn mit dem Bau einer Brücke hätte sich die Freigabe der Straße wohl noch um rund zehn weitere Jahre verzögert.

Ebenfalls auf eine Gerichtsentscheidung sei zurückzuführen, dass die Westtangente angesichts des Planungsumfangs als Kreisstraße eingestuft werden musste, erklärte der Bürgermeister, bevor er den Verkehrsweg, der sich gut einfüge und gut befahrbar sei, symbolisch an Landrat Ludwig übergab.

Der würdigte wiederum den „Durchhaltewillen“ der Stadt Feuchtwangen angesichts der langen Dauer bis zur gestrigen Freigabe der Straße: „Es ist wichtig, dass Dinge, die gewählte Gremien entschieden haben, durchgesetzt werden können.“ Dabei gelte es selbstverständlich, solche Verfahren „sauber“ umzusetzen. Aber: „Wenn das für ein relativ kleines Projekt 20 Jahre dauert, dann muss man sich schon fragen, ob das richtig ist.“

Zudem lobte der Landrat, dass die Stadt „das für sie wichtige Projekt selbst in die Hand genommen hat“. Das Kreisstraßennetz habe sich damit auf insgesamt 595 Kilometer verlängert, wobei sich der Aufwand des Landkreises – außer kleiner verwaltungstechnischer Unterstützungsleistungen – „bei Null“ bewegt habe, sagte Ludwig und wünschte „auf der neuen Kreisstraße der Stadt Feuchtwangen immer eine gute Fahrt“.

1996 startete der Grunderwerb

Begonnen hat das Vorhaben der Stadt Feuchtwangen laut Bürgermeister Patrick Ruh im Jahr 1996 mit dem Grunderwerb im Rahmen der Flurbereinigung. Lag eine erste Planung bereits 2001 vor, folgte der neue „B-Plan Kreisstraße“ im Jahr 2008. Derweil starteten die Bauarbeiten im Oktober 2021.

Insgesamt ist die Westtangente zwischen den Kreisverkehren in Feuchtwangens Süden und am Rehau-Werk im Norden 2,308 Kilometer lang. 1572 Meter davon sind „querfeldein“ voll ausgebaut. Ein Teil der Tangente verläuft auf der Daimlerstraße, die in ihrem Bestand ertüchtigt worden ist. Die Fahrbahn ist 6,5 Meter, der Begleitweg drei Meter breit. Es gibt eine Fußgängerunterführung und eine Anforderungsampel sowie 13 Amphibientunnel.

Die Gesamtkosten liegen nach Aussage des Rathauschefs bei 7,414 Millionen Euro, wobei der Freistaat 3,9 Millionen Euro gewährt hat. Den Eigenanteil der Stadt bezifferte Ruh auf 3,375 Millionen Euro.

Am Rande der kleinen Feierstunde erwähnte der Bürgermeister den Vorschlag, die Westtangente zur Bundesstraße auf- sowie die B25 im Bereich von Crailsheimer und Dinkelsbühler Straße abzustufen. Dies sei aber nicht einfach: Denn weil Bundesstraßen mautpflichtig sind, wäre dann ein verstärkter Ausweichverkehr auf der bisherigen Durchgangsstraße zu befürchten.

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