„Das war mal die schlechteste Straße in ganz Neustadt. Ich bin da früher mit dem Roller durchgefahren – da musste man froh sein, wenn man keinen Rückenschaden davon getragen hat.“ Der das sagte, war Neustadts Bürgermeister Klaus Meier, der am späten Donnerstagnachmittag die generalsanierte Alte Bahnhofstraße offiziell wieder für den Verkehr freigab.
Inoffiziell war das schon geschehen – bereits seit einigen Tagen rollen wieder Autos durch die Straße. Aber „wir wollten das nicht so sang- und klanglos machen“, so Klaus Meier, denn man sei doch sehr zufrieden, wie gut sich die Straße mittlerweile präsentiert.
So gab es zwar weder Sekt noch Häppchen, aber immerhin eine große Portion bürgermeisterliche Zufriedenheit, als Meier an die lange Historie dieser Sanierung erinnerte. Schon 2009 habe man die Anwohner auf die bevorstehenden Arbeiten eingestimmt, und sogar schon eine Bürgerversammlung anberaumt. Doch bei dieser sei die Sprache auch auf die damals noch geltende Straßenausbaubeitragssatzung (Strabs) gekommen, und wie viel die eher wenigen Anwohner womöglich zu berappen gehabt hätten. Meier erinnerte sich: „Da war die Straße dann plötzlich gar nicht mehr so schlecht.“
Angesichts der doch recht immensen Beträge aber hat Meier durchaus Verständnis für die damalige Haltung. Er hätte es sogar als „große Ungerechtigkeit“ empfunden, wenn man die Anwohner damals zur Kasse gebeten hätte, denn die Straße diene der Erschließung – unter anderem des Hampfergrundwegs und der Stadthöhe. „Und die, die dort wohnen und hier täglich durchfahren, hätten nichts bezahlen müssen. Nur die Anwohner.“
So dauerte es also noch einige Jahre und bis zum Wegfall der Strabs, ehe man tätig werden konnte. Eine weitere Verzögerung habe man dann hinnehmen müssen, als es um die Breitbandverlegung ging, denn „man hätte es kaum jemandem vermitteln können, dass wir die Straße sanieren und dann gleich wieder aufreißen, um die Kabel zu verlegen“.
Doch jetzt ist es geschafft und Meier betonte, dass es sich letztlich um eine nicht ganz kleine Maßnahme gehandelt habe. 3800 Kubikmeter Erdarbeiten habe man bewältigt, 1800 Quadratmeter asphaltiert und weitere 1500 Quadratmeter gepflastert sowie 850 Meter Rinnen aus Granitgroßpflaster verlegt und 600 Meter Granitbordstein. Gekostet hat das rund 1,23 Millionen Euro, wobei die Förderung aus zwei Zuschusstöpfen von Land und Bund sich auf erfreuliche 604.000 Euro summierte.
Schlussendlich habe man eine Bauzeit von einem runden Jahr erlebt – im Oktober 2023 habe man begonnen und die Anwohner hätten die Einschränkungen klaglos erduldet.
Weiter soll es dann bereits im kommenden Jahr gehen. Wie Bernd Trapp von der städtischen Tiefbauabteilung erklärte, werde man den westlichen Ast ab dem aufgehübschten Malplatz sowie das Straßenstück bis zur Unterführung in 2025 aufplanen und hoffentlich dann 2026 verwirklichen. Doch selbst wenn es nicht ganz so schnell gehen sollte – weitere 15 Jahre wird niemand mehr warten müssen.