Dicke Fische für die Ansbach Piranhas | FLZ.de

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Veröffentlicht am 17.07.2024 17:17

Dicke Fische für die Ansbach Piranhas

Sorgen bald in Ansbach für Stimmung: Bastian Doreth (links) und Sebastian Schröder. (Foto: Wolfgang Zink)
Sorgen bald in Ansbach für Stimmung: Bastian Doreth (links) und Sebastian Schröder. (Foto: Wolfgang Zink)
Sorgen bald in Ansbach für Stimmung: Bastian Doreth (links) und Sebastian Schröder. (Foto: Wolfgang Zink)

Da haben die Ansbach Piranhas mal dicke Fische an Land gezogen: In der neuen Spielzeit der 1. Basketball-Regionalliga Südost, die Ende September beginnt, können sie auf zwei höchst prominente Nürnberger Korbjäger bauen, die vor Kurzem bei den Falcons ihre Profi-Karriere beendeten: Ex-Nationalspieler Bastian Doreth und Sebastian Schröder.

Diese beiden Aushängeschilder des Nürnberger Basketballs haben bei den Piranhas nun mündlich zugesagt, für sie in der 1. Regionalliga weiterhin auf Korbjagd zu gehen. Ansbachs Abteilungsleiter Jürgen Schlecht, eher ein sachlich argumentierender Sportfunktionär, ist über diesen Transfercoup schwer begeistert: „Das ist zuallererst eine Supersache für hapa Ansbach. Ich hoffe natürlich, dass diese bei uns an ihre Leistungen in Nürnberg anknüpfen, dann kann die Piranhas-Mannschaft ungemein von deren Erfahrung profitieren. Vor allem unsere jungen Spieler können sich eine Menge von diesen tadellosen Sportsleuten abschauen.“

Ansbachs Trainer Ides lässt seine Kontakte spielen

Eingefädelt hat diese Spielerverpflichtungen – natürlich – Piranhas-Trainer Martin Ides, der in Nürnberg bestens vernetzt ist. Bei den Falcons hat der Deutsch-Tscheche einst selbst gespielt, war beim Zweitligisten aus der Noris auch Co-Trainer und hält die Kooperation zwischen Ansbach und Nürnberg am Laufen (Win-Win-Effekte für Spieler und Verein gibt es auch mit den Nürnberg Tornados).


Mit beiden habe ich in Nürnberg sogar noch in der ProB gespielt, da waren die Bastis fast noch Kinder.

Martin Ides

Ides beurteilt diese prominenten Spielertransfers so: „Ich freue mich unglaublich auf die Zusammenarbeit. Mit beiden habe ich in Nürnberg sogar noch in der ProB gespielt, da waren die Bastis fast noch Kinder. Nun kommen wir wieder zusammen, wie schön. Im Ansbacher Team sollen sie vor allem als Vorbilder für unsere jungen Spieler in Erscheinung treten.“

Die beiden 35-jährigen Doreth und Schröder sind seit jeher eng miteinander verbandelt, gehen als „Siamesische Zwillinge“ durch und pflegen ihre langjährige Freundschaft auf und neben dem Basketball-Court. Was also lag näher, ihr Projekt nach dem Ende der Profikarriere gemeinsam in Ansbach anzupacken?

„Sie wollen ganz einfach ohne den ganz großen Druck nun in der Regionalliga weiterspielen und Spaß haben. Bei uns wird dies für Aufbruchstimmung sorgen“, ist sich Jürgen Schlecht sicher.

Mit Bayreuth das Europe-Cup-Halbfinale erreicht

Point Guard Bastian Doreth spielte zu Beginn seiner Karriere für die Franken Hexer und den Zweitligisten Nürnberger BC, bevor er 2010 zum FC Bayern München wechselte, mit dem er in die erste Bundesliga aufstieg. 2012 schaffte er den Sprung in die deutsche Nationalmannschaft der Männer, nachdem er zuvor bereits für Jugendauswahl und A2-Nationalmannschaft aufgelaufen war. Nach seiner Zeit als Leihspieler beim TBB Trier und zwei Jahren bei den Artland Dragons in Quakenbrück spielte Doreth ab 2015 in Bayreuth. Im März 2020 erreichte er mit den Oberfranken das Halbfinale im europäischen Vereinswettbewerb FIBA Europe Cup, das wegen der Covid-19-Pandemie nicht ausgetragen wurde. Zum Ende seiner Profilaufbahn spielte er in der zurückliegenden Saison nochmals für Nürnberg. Insgesamt brachte es Doreth auf 375 Bundesliga- und 96 Länderspiele.

Dem Basketball bleibt er auch insofern intensiv verbunden, indem er die sportliche Gesamtleitung im Nachwuchsbereich von Falcons und Tornados übernimmt. Auch die Eliteschule des Sports in Nürnberg fällt in den Verantwortungsbereich dieses Routiniers.

Aufstieg in die erste Bundesliga verwehrt

Kumpel Sebastian Schröder spielte zunächst bei TuSpo Heroldsberg, dann bei den Franken Hexern, ehe er 2009 beim Nürnberger BC einstieg. Bis 2011 blieb er mit den Korbjägern aus der Noris in der 2. Bundesliga ProB, ab 2011 spielte er mit Nürnberg in der ProA. Beim BC-Nachfolge-Team Nürnberg Falcons stieg er zum Mannschaftskapitän und Publikumsliebling auf. Im Spieljahr 2018/19 schaffte Schröder mit den Falcons als Vizemeister den Bundesliga-Aufstieg, der den Nürnbergern damals mangels einer geeigneten Sporthalle aber verwehrt wurde.

Höchst emotional verlief Ende März dieses Jahres bei den Falcons die Verabschiedung ihrer beiden Identifikationsfiguren. Schröder diktierte damals in die Mikrofone: „Jetzt ist der Tag gekommen, vor dem ich mich ehrlich gesagt ein bisschen gefürchtet habe. Der Tag, an dem ich mein Karriereende bekanntgebe. Aber ich freue mich auf das neue Kapitel, das jetzt kommt.“

Im Doppelpack an der Seite seines Busenfreundes Bastian Doreth geht's nun also nach Ansbach, wo eine bunt gemischte Truppe mit langjährigen und älteren, aber auch jungen Spielern auf sie wartet. Vor allem den Youngstern sollen Doreth/Schröder als Vorbild dienen und ihnen den einen oder anderen Kniff beibringen. Abteilungsleiter Schlecht denkt da in erster Linie an vier Ansbacher Eigengewächse, die fest in den Kader der 1. Mannschaft aufrücken: Lazar Jalovi, Tevin Schnabel, Trevian Filmore und Djordje Manojlovic.

Auch eine 2. Mannschaft für die Bayernliga melden die Piranhas wieder an. Die wird dann von den ehemaligen Ansbacher Zweitligaspielern Josip Jalovi und Goran Manojlovic gecoacht.

Hinter der Story

Bastian Doreth und Sebastian Schröder, die Nürnberger Basketball-Stars, für das Ansbacher Regionalliga-Team aktiv? Dies schien bis vor Kurzem noch ein Ding der Unmöglichkeit zu sein. Und doch geisterten diese Namen immer wieder mal im Dunstkreis der Piranhas herum. Könnte ja was dran sein, schließlich haben sie ihre Profikarriere für beendet erklärt. Konkretisiert wurde der Transfercoup vom Ansbacher Abteilungsleiter Jürgen Schlecht mit einem Anruf in der Redaktion und der Bitte, noch die endgültige Zusage der ehemaligen Falcons-Spieler abzuwarten. Die ist nun da, wenn vorerst auch nur mündlich. Die schriftliche Fixierung sei auf dem Weg, heißt es.

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