Deutschlandgeschäft wird zum Sorgenkind für DHL | FLZ.de

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Veröffentlicht am 05.11.2026 10:15

Deutschlandgeschäft wird zum Sorgenkind für DHL

Es gibt sie noch, die Briefe - aber es werden immer weniger. (Foto: Sven Hoppe/dpa)
Es gibt sie noch, die Briefe - aber es werden immer weniger. (Foto: Sven Hoppe/dpa)
Es gibt sie noch, die Briefe - aber es werden immer weniger. (Foto: Sven Hoppe/dpa)

Das Deutschlandgeschäft wird für den Logistikkonzern DHL immer stärker zur Wachstumsbremse. Während der Umsatz mit der Brief- und Paketzustellung im dritten Quartal zumindest stabil blieb (plus 0,3 Prozent auf 4,3 Milliarden Euro), sackte das Betriebsergebnis (Ebit) um fast ein Drittel ab - und zwar um minus 29,8 Prozent auf 150 Millionen Euro, wie das Unternehmen in Bonn mitteilte. Im ersten Halbjahr hatte das Umsatzplus immerhin noch bei 1,7 Prozent gelegen und im dritten Quartal 2025 bei 4,7 Prozent.

In anderen, global aufgestellten Konzernbereichen ging es im Sommerquartal 2026 hingegen deutlich nach oben: Die Umsätze mit Lieferketten-Dienstleistungen, Frachtgeschäften und zeitkritischen Express-Sendungen zogen zwischen neun und 17,5 Prozent an, und auch im Betriebsergebnis legten sie kräftig zu. Alle Konzernbereiche zusammengerechnet legte DHL im Umsatz um 12,6 Prozent auf 22,7 Milliarden Euro zu und das Betriebsergebnis zog sogar um 16,2 Prozent auf 1,7 Milliarden Euro an. 

Wo der Schuh drückt

Finanzvorständin Melanie Kreis begründete die Entwicklung im heimischen Stammgeschäft mit dem Wegfall einer Zollfreiheit für kleine Pakete mit günstigem Inhalt - seit Juli wird auch auf diese Sendungen Zoll fällig, wodurch sich die Anzahl der Sendungen aus Asien verringert hat. 

Ein weiterer Grund sind die sinkenden Briefmengen. „Wir hatten im dritten Quartal pro Arbeitstag im Schnitt 30 Millionen Briefe, die wir zugestellt haben“, sagte die Managerin. Vor zehn Jahren - also im dritten Quartal 2016 - seien es mit 60 Millionen doppelt so viele gewesen. Die Entgelte der Beschäftigten und die Kosten für Energie und Materialien seien hingegen gestiegen. „Wir haben gestiegene Kosten, wir haben weniger Briefe, und dadurch gehen die Stückkosten signifikant nach oben.“

Daher brauche die Post auch „eine angemessene Porto-Erhöhung“, sagte Kreis mit Blick auf den Plan der Bundesnetzagentur, der Post zum Jahreswechsel eine Briefporto-Anhebung um gut 20 Prozent zu erlauben - eine so deutliche Preiserhöhung gab es noch nie. Der Versand eines Inlandsbriefs soll sich von 95 Cent auf 1,15 Euro verteuern. 

Auf die Frage, ob sie zufrieden sei mit dem Portoplan der Netzagentur, sagte die DHL-Finanzchefin, es sei gut, dass „die dramatische Entwicklung auf der Volumenseite“ und die Kosteninflation berücksichtigt worden sei. Man stehe aber vor einem Dilemma: „Wenn wir jetzt die Preise erhöhen, dann wissen wir natürlich auch, dass das tendenziell auch den Rückgang bei den Volumina noch weiter beschleunigt“, sagte Kreis. „Und deswegen gibt es da leider nicht den optimalen Punkt, der alles wunderbar macht.“ Alles in allem sei der Plan der Netzagentur aber „eine gute Grundlage“. 

Kritik der Monopolkommission

Die Monopolkommission hatte das Vorhaben der Behörde unlängst bemängelt und das geplante Porto als zu hoch abgelehnt - aus ihrer Sicht hätten bestimmte Kostenblöcke nicht oder nur schwächer eingerechnet werden dürfen, wodurch das Porto weniger stark steigen würde. 

Hierzu sagte DHL-Managerin Kreis, im Gegensatz zu Wettbewerbern sei man nun mal verpflichtet, eine postalische Infrastruktur bundesweit vorzuhalten. Damit meinte sie Postfilialen, Briefkästen und andere Anlagen, die für die Erfüllung staatlicher Pflichten nötig sind. Aus wirtschaftlichen Gründen würde man das nicht flächendeckend tun. „Deswegen ist das, glaube ich, verständlich und angemessen, dass das dann auch eben entsprechend von der Bundesnetzagentur berücksichtigt wird.“

© dpa-infocom, dpa:261105-930-948616/1


Von dpa
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