Mit Worten des 103. Psalms begrüßte Pfarrer Dieter Wirth am Dienstagmorgen die Menschen, die den Weg zur 23. Auflage des Seniorentages der Stadt Bad Windsheim in das Kur- und Kongress-Center gefunden hatten.
Worte seien dies, die den Menschen Mut zusprechen in schwierigen Lebenslagen, die das Alter mit sich bringt, nicht in Trübsal zu verfallen, wohl wissend, dass Gott sie in seine Hand nimmt, sie in schweren Zeiten behütet und stets an ihrer Seite steht, so der Geistliche.
Weniger religiös motivierte, aber sehr tatkräftige Unterstützung, um das Leben im Alter zu meistern, bietet den Bürgern seit mehr als einem Vierteljahrhundert der aktuell 116 Mitglieder zählende Seniorenrat der Kurstadt an.
Ziel der Gemeinschaft, die im Oktober 1999 aus der Taufe gehoben worden war, ist es, wie die Vorsitzende Erika Reichert in ihrem Grußwort, in das sie auch den Landtagsabgeordneten Harry Scheuenstuhl (SPD) einbezog, betonte, den Mitbürgern Informationen und wertvolle Tipps zukommen zu lassen sowie das Miteinander zu fördern.
Im Fokus der Vereinsarbeit stehe es, „im Alter gemeinsam eine schöne Zeit, sei es bei Ausflügen oder bei den regelmäßig stattfindenden Veranstaltungen, zu verbringen.“
In den Augen von Bürgermeister Philipp Flierl stellt der Seniorentag, bei dem er erstmals ein Grußwort sprechen durfte, ein Spiegelbild der Gesellschaft dar. Er versprach den Seniorinnen und Senioren, deren Belange zielgerichtet in Maßnahmen einzubinden, die in der Stadt geplant und in Angriff genommen werden.
Gleichzeitig sicherte er den Senioren zu, sich bei Themen, welche diese bewegen – wie beispielsweise der Erhalt von Kliniken – mit überörtlichen Stellen auszutauschen, um den Gesundheitsstandort Bad Windsheim zu erhalten.
Der altersgerechten Betreuung und Unterstützung von Seniorinnen und Senioren fühlt sich, wie Landratsstellvertreter Ronald Reichenberg unterstrich, der Landkreis Neustadt/Aisch–Bad Windsheim nicht weniger verpflichtet.
Als Flächenlandkreis und „Frankens Mehrregion” sei man darauf bedacht, das Begegnungsangebot stetig zu erweitern und die Mobilität, etwa mittels des NEA-Mobils, für die ältere Bevölkerung attraktiver und flexibler zu gestalten.
Im Mittelpunkt des Messeangebotes, mit mehr als 40 Ständen im Innen- und Außenbereich, standen die Pflegeangebote von Seniorenheimen, aber auch Modelle für eine Vielzahl von Hilfen für das eigene Zuhause. Hinzu gesellten sich Ausstellungen technischer Hilfsmittel, aus den Bereichen des Sehens, Hörens oder Fortbewegens.
Mit einem Vortrag von Dr. Bernd Flessner ging es auf die Mittagspause zu. Der an der Universität Erlangen-Nürnberg lehrende Wissenschaftler entwirft Zukunftsszenarien für kommende Jahre und Jahrzehnte und betont: „Eine seriöse Zukunftsforschung stellt keine feste Prophezeiung dar, sondern sie zeigt Möglichkeitsräume, und Megatrends auf, wie sie die Digitalisierung, Urbanisierung oder der Klimawandel liefern könnten.“
Im Verlauf des Nachmittags gelangte vor allem die Geselligkeit zu ihrem Recht. Auf der Bühne unterhielt das „Afaach Zwaafach Duo“ aus Wieseth im Landkreis Ansbach.