Um Ehrungen und Europa sollte es bei der CSU-Ortsvorsitzendenkonferenz der Gemeinden Neuhof, Trautskirchen, Markt Erlbach und Wilhermsdorf in Adelsdorf, einem Ortsteil von Neuhof, gehen. Dominiert wurden sie aber durch das Thema Landwirtschaft. Auslöser war eine Bauerndemonstration, die diszipliniert und friedlich verlief.
Wie BBV-Kreisobmann Jürgen Dierauff bereits angekündigt hatte, wollen die Landwirte in den Europa-Wahlkampf eingreifen, an dessen Ende am Sonntag, 9. Juni, 96 deutsche Abgeordnete gewählt werden. Um alle Kandidaten für die Europawahl über die Existenz-Sorgen der Bauern zu informieren, wollen die Mitglieder des Bayerischen Bauernverbandes, des Bundesverbandes Deutscher Milchviehhalter, die Verbände für Landwirtschaftliche Fachbildung in Uffenheim und Neustadt, der Maschinenring Franken Mitte und der „LSV – Land schafft Verbindung“ bei allen Europawahl-Veranstaltungen der Parteien im Landkreis demonstrieren, um eine Verbesserung der Situation zu erreichen.
In einer 18-teiligen „Grausamkeitsliste“ haben sie aufgelistet, was den Bauern das Leben täglich schwer und schwerer macht. Die Liste beginnt mit der Stilllegungsverpflichtung von landwirtschaftlichen Flächen, geht über die Dokumentationspflicht in der Tierhaltung und die überbordende Bürokratie bis zu Steuererhöhungen. Stattdessen wünschen sich die Landwirte, dass der Grundsatz „weniger Kontrollen, dafür mehr Beratung“ umgesetzt wird.
Die Liste überreichte Dierauff zusammen mit Alfred Winkler aus Vestenbergsreuth, Jochen Schönleben vom VLF, Kreisbäuerin Renate Ixmeier und deren Vertreterin Miriam Weghorn an die Europaabgeordnete Marlene Mortler, die den mit etwa 50 Traktoren angereisten Landwirten Rede und Antwort stand. Zuerst rund anderthalb Stunden im Freien und im Scheinwerferlicht einiger Traktoren, dann – als alle durchgefroren waren – im Zenntaler Hof.
Mortler und der Bundestagsabgeordnete Tobias Winkler versprachen den Bauern, sich um ihre Probleme zu kümmern und die für die Höfe und deren Betrieb so erdrückende Bürokratie abzubauen, sowie auch die teils praxisferne „Kalenderbewirtschaftung“, die auf die jeweilige Wetterlage keinerlei Rücksicht nehme, durch eine, den aktuellen Gegebenheiten angepasste Praxis zu ersetzen.
Ganz überzeugt waren die Landwirte nicht, dass sich wirklich etwas verbessern wird, weswegen sie auch weiter friedlich demonstrieren wollen, um den Forderungen Nachdruck zu verleihen.