Alle Kleider, Jacken, Schuhe, Jeans und Ketten an einem Ort – und Raum zum Anziehen, Ausziehen, Ausprobieren und um sich vor dem Spiegel zu drehen und zu wenden: ein richtiges Ankleidezimmer, das wäre was! Doch wer hat schon ein großes Zimmer übrig nur für Mode? Die gute Nachricht: Das braucht man auch gar nicht unbedingt - wenn man vorhandenen Raum geschickt ausnutzt.
Ganz ohne Platz geht es zwar nicht. Circa vier Quadratmeter Grundfläche sollten dem Verband der Deutschen Möbelindustrie (VDM) zufolge vorhanden sein, um über eine Ankleide nachdenken zu können. Hat man die, kann man aber auch unter einer Dachschräge einen Ankleidebereich einrichten. Oder man arbeitet mit Schiebetüren.
Denn damit lässt sich dem VDM zufolge auch eine kleine Ecke im Schlafzimmer oder Flur abtrennen – und zumindest zum begehbaren Kleiderschrank umfunktionieren.
Bei kleinen Räumen oder wenn das Ankleidezimmer eher ein Séparée im Schlafzimmer ist, rät das Modemagazin Vogue etwa zu deckenhohen Schränken zum staubfreien Verstauen. Bei offenen Regalen sei ein unordentlicher Look vorprogrammiert. Eine Kleiderstange könne den Raum zudem auflockern. Und in rollbaren Containern lassen sich Accessoires griffbereit halten.
Großzügige Deckenhöhen kann man mit zusätzlichen Kleiderstangen voll ausnutzen. Die Lösung dafür: Kleiderlifts, also flexible Kleiderstangen, die sich mit einem Hebel von oben nach unten ziehen lassen. Optisch für mehr Weite kann man demnach mit einem großen Ganzkörperspiegel sorgen.
Wenn dann noch ausreichend Raum ist, sollten Sie laut Vogue über eine Mittelkonsole nachdenken. Sie verleiht dem begehbaren Kleiderschrank einen wohnlicheren Touch und die Oberfläche kann als Ablage genutzt werden.
Laut einer Checkliste des VDM sollte man sich bei der Planung des Ankleidezimmers zunächst folgende Fragen stellen: Wie groß ist der Raum? Wo befinden sich die Türen, Fenster, Dachschrägen? Gibt es Steckdosen, Lichtauslässe, eventuell Heizkörper? Und wie breit ist der Laufweg vor den Kleiderstangen und Schubladen? Ideal sind demnach übrigens 90 bis 110 Zentimeter.
Außerdem vorab wichtig für die Planung: Wie viel Platz für die hängende Garderobe brauche ich, und ist mir zusätzlicher Stauraum für Koffer, Bettwäsche oder Sportequipment wichtig?
Legt man dann das eigene Budget fest, sollte man Kosten für Elektrik und Montage nicht vergessen - und sich überlegen, was man dringend braucht und was eventuell auch später ergänzt werden kann. Sinnvoll kann es etwa sein, Regalsysteme zu wählen, die erweiterbar sind oder Vorbereitung für zusätzliche Lichtmodule oder Fronten zu treffen.
Derzeit angesagt sind dem Verband zufolge beim Ankleidezimmer übrigens Schranklösungen mit Glas in Rauch- oder Rosétönen. Außerdem: textile Fronten, die sich per Tastsensor bedienen lassen und pastellige Farben, matte Oberflächen und eine Ton-in-Ton-Optik.
Bei der Beleuchtung setzt man laut VDI auch auf indirektes Licht an Regalen – und auf sanfte Spot‑Beleuchtung an Schubfächern und warmweiße Lichtlinien entlang der Möbelfronten.
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