Christoph Rösch von der SPD ist Rothenburgs erster offizieller OB-Kandidat | FLZ.de

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Veröffentlicht am 10.11.2025 17:41

Christoph Rösch von der SPD ist Rothenburgs erster offizieller OB-Kandidat

SPD-OB-Kandidat Christoph Rösch (vorne Mitte) mit den Kandidierenden für den Stadtrat. (Foto: Clarissa Kleinschrot)
SPD-OB-Kandidat Christoph Rösch (vorne Mitte) mit den Kandidierenden für den Stadtrat. (Foto: Clarissa Kleinschrot)
SPD-OB-Kandidat Christoph Rösch (vorne Mitte) mit den Kandidierenden für den Stadtrat. (Foto: Clarissa Kleinschrot)

Der erste ganz offizielle Oberbürgermeister-Kandidat für die Kommunalwahl am 8. März 2026 steht fest: Die SPD hat einstimmig den 33-jährigen Christoph Rösch nominiert. Er führt auch die Stadtratsliste an. Hier stehen große Veränderungen an: Zwei große Namen der Rothenburger SPD hören auf.

Sowohl Bürgermeister Kurt Förster als auch Fraktionsvorsitzender Dr. Dr. Günther Strobl haben sich nicht mehr aufstellen lassen. Beide waren nicht nur wichtige Stimmenbringer der Rothenburger SPD, sondern auch inhaltliche Taktgeber, die in den Sitzungen des Stadtrates maßgeblich die Diskussion mitbestimmt haben und das auch immer noch tun – vor allem Fraktionschef Strobl. Beide haben sich aus Altersgründen zurückgezogen. Auf die Namen Strobl und Förster muss aber unter Umständen im neuen Stadtrat nicht verzichtet werden: Denn die Ehefrauen der beiden treten an. Nicole Strobl (64) auf Platz 16 und Petra Förster (65) auf Platz 18.

Angeführt wird die Liste von OB-Kandidat Rösch, der sich und seine Schwerpunkte vorstellte, bevor er einstimmig gewählt wurde – als OB-Kandidat (25 von 25 Stimmen) und als Listenanführer (24 von 24 Stimmen).

Gebürtiger Rothenburger will Stadt führen

Rösch ist gebürtiger Rothenburger, aufgewachsen in Gebsattel, und arbeitet als Diplom-Verwaltungswirt beim Bezirk Unterfranken in Würzburg. Der 33-Jährige, der auch Vorsitzender des VdK Rothenburg ist und sich kirchlich engagiert, sprach viele Themen an, unter anderem die wirtschaftliche Zukunft der Stadt, soziale Sicherheit, den demografischen Wandel, Inflation, den Bürgerbus, ANregiomed und wie wichtig es ist, sich auch auf Kreisebene für Rothenburg zu engagieren. Rösch kandidiert auf Platz neun der SPD-Liste für den Kreistag.

An der Landesausstellung, die 2028 in der Stadt stattfindet, äußerte er Kritik. Diese sei „eine ehrenwerte Sache“, aber „wenn wir über Prioritätensetzung diskutieren, dann muss man doch einmal darüber nachdenken“. Die Ausstellung sei mit 400.000 Euro Defizit veranschlagt.

Rothenburg möchte er zum Ort der Rückkehrenden machen, möchte, dass junge Menschen hierbleiben oder zurückkehren können. Für ein zentrales Thema hält er bezahlbaren Wohnraum. Der Himmelweiher soll zügig erschlossen werden. Beim Thema PV in der Altstadt brauche es auch künftig eine Sensibilität für den Denkmalschutz. „Aber warum gerade PV-Anlagen in nicht einsehbaren Bereichen so blockiert werden, das hat sich für mich bislang nicht erschlossen.“

Motto: „Auf die Verwaltung kommt es an”

Wichtiges Thema für ihn: „Auf die Verwaltung kommt es an.“ Hier würden nicht nur Anträge bearbeitet, sondern die Weichen gestellt, die über die Entwicklung der Stadt entscheiden. Rösch will wieder regelmäßige Bürgersprechstunden anbieten, sollte er OB werden, weil „ich glaube, es kann nicht nur von gut Glück und guter Beziehung zum Oberbürgermeister abhängen“.

Für Rösch sind am Ende nicht nur „Ideen in der Sache“ entscheidend, sondern auch der Führungsstil und die Person. Er sagt: „Mit ist bewusst, dass ich ein anderer Typ bin als diejenigen, die sich bislang auch als OB-Kandidaten erklärt haben.“ Doch an vielen Stellen gehe es auch anders in der Stadt und dann brauche man vielleicht gerade dafür „einen anderen Typen mit einem anderen Führungsstil“.

Michaela Ebner auf Platz 2

Auf Platz zwei der Stadtratsliste steht Michaela Ebner (44), die wie Rösch Ortsvorsitzende der SPD ist und außerdem Vorsitzende des Krankenhausfördervereins Mediroth. Sie sagte: „In dieser Funktion habe ich mich in den vergangenen drei Jahren massiv für den Erhalt unseres Rothenburger Krankenhauses eingesetzt und erfolgreich dazu beigetragen. Mit genau diesem Engagement möchte ich mich auch für die weiteren Themen neben der Gesundheitsversorgung einsetzen, die Rothenburg Stadt und Land betreffen.”

Als Schwerpunkte nannte Ebner Familien, Frauen, Seniorinnen und Senioren, Unternehmen und Geschäftsleute. Wichtig für sie: „Ehrlichkeit den Bürgerinnen und Bürgern gegenüber.” Außerdem: Ehrlich kommunizieren, ehrlich Probleme benennen und „ehrlich und offen im Team” nach Lösungen suchen. Sie erhielt 24 von 24 Stimmen.

Kurt Förster und Günther Strobl hören auf

Auf Ebner folgt auf Platz drei der Liste Stadtrat Stefan Reihs (60), der im nächsten Stadtrat dann mit zwölf Jahren im Gremium das erfahrenste SPD-Fraktionsmitglied wäre. Er wurde 2014 erstmals in den Stadtrat gewählt. „Ich würde es ganz gern noch einmal machen. Zum einen, weil es mir unheimlich Spaß macht, weil es ein gutes Gefühl ist, sich zu engagieren und auch Verantwortung zu übernehmen und Entscheidungen zu treffen.”

Ein weiterer Grund: Durch den Weggang von Strobl und Förster seien dann „ganz, ganz viele Jahre an Erfahrung, 40 Jahre, um genau zu sein, nicht mehr so im direkten Zugriff”. Der dritte Grund für Reihs: „Ich habe in diesen zwei Legislaturperioden zwei Oberbürgermeister kennengelernt und mit ihnen gearbeitet. Und ich würde gern noch einen dritten ausprobieren.” Er erhielt 24 von 24 Stimmen.

Schwieriger Start in der Pandemie

Ebenfalls alle 24 Stimmen bekam Stadträtin Simone Ehnes (50), die auf Platz vier antritt und in der aktuellen Periode die einzige Frau in der SPD-Fraktion ist. Sie war 2020 erstmals in den Stadtrat gewählt worden und beschrieb einen nicht so leichten Start wegen der Corona-Pandemie. Seit etwa zwei Jahren fühlt sie sich komplett eingearbeitet. „Ich weiß jetzt, wie der Hase läuft. Es gibt natürlich immer noch die ein oder andere Frage, aber erst jetzt kann ich sagen: Es macht richtig Spaß.”

Platz fünf gehört Stadtrat Michael Benz (44), der an der Versammlung nicht teilnehmen konnte. Er wurde 2020 erstmals in den Stadtrat gewählt und erhielt ebenfalls alle möglichen Stimmen. Susanne Eisenmann (42) tritt auf Platz sechs an (24 von 24 Stimmen). Sie sagte unter anderem bei ihrer Vorstellung, dass sie ihre Stimme für jene nutzen wolle, die „oft keine Stimme haben, die oft übersehen werden und das sind ganz oft Kinder und alleinerziehende Mütter”. Dies sei ein „Herzensthema” und sie wolle auch eine „starke Stimme sein im Kampf gegen Rechts”.

Peter Staudacher nimmt neuen Anlauf

Auf Platz sieben findet sich ein bekannter Name: Der ehemalige SPD-Stadtrat Peter Staudacher (60), der es bei der letzten Kommunalwahl knapp verpasst hatte, wieder in den Stadtrat gewählt zu werden. Er konnte an der Versammlung nicht teilnehmen, erhielt 24 von 24 Stimmen.

Auf ihn folgt auf Platz acht Marion Meinold-Pohlmann (44) mit 23 von 24 Stimmen, Jürgen Gerlinger (60) mit 24 von 24 Stimmen auf Platz neun und auf dem zehnten Platz Secil Herrscher (48) mit 23 von 24 Stimmen.

Die weitere Reihung: Ralf Moldaschl (57) auf Platz elf (23 von 24), Heidi Hahn (59) auf Platz zwölf (24 von 24), Harry Düll (62) auf Platz 13 (23/24), Michaela Koch (56, Ehefrau von Franz-Josef Koch) auf Platz 14 (23/24), Helmut Kiertscher (57, Ehemann von Anke Schrenk) auf Platz 15 (24/24), Nicole Strobl (64, Ehefrau von Dr. Dr. Günther Strobl) auf Platz 16 (24/24), Euzebiu Danci (37) auf Platz 17 mit 23 von 24 Stimmen, Petra Förster (65, Ehefrau von Kurt Förster und Mutter von Grünen-Stadtrats-Kandidatin Christiane Förster) auf Platz 18 (24/24), Ulrich Kößer (58) auf Platz 19 (24/24) und Nicola De Angelis (64) auf Platz 20 mit 24 von 24 Stimmen.

Auf Platz 21 tritt Petra Reihs (59) an, sie erhielt 24 von 24 Stimmen. Es folgen Michael Rehbogen (72) mit 24 von 24 Stimmen auf Platz 22, Walter Först (72) auf Platz 23 (23/24) und Anke Schrenk (55, Ehefrau von Helmut Kiertscher) auf Platz 24 mit 24 von 24 Stimmen.

Ersatzkandidat ist Franz-Josef Koch (74, Ehemann von Michaela Koch). Er wurde einstimmig gewählt.

Zu Beginn der gut dreistündigen Versammlung hatte Michaela Ebner unter anderem betont, dass die Rothenburger SPD für bezahlbaren Wohnraum, für gute Bildung, für sozialen Zusammenhalt und eine „lebenswerte Stadt für uns alle” kämpfe. Diese Worte hörten neben den SPD-Mitgliedern mehr als 30 Gäste, darunter vergleichsweise viele vom Ortsverband der Grünen. Mehrere Grußworte wurden gesprochen, zum Beispiel von Kathrin Pollack, Generalsekretärin der Bayern-SPD.

Die Liste

  • 1. Christoph Rösch, 33, Dipl.-Verwaltungswirt
  • 2. Michaela Ebner, 44, Gymnasiallehrerin
  • 3. Stefan Reihs, 60, Dipl.-Chemiker
  • 4. Simone Ehnes, 50, Hygienefachkraft
  • 5. Michael Benz, 44, Gymnasiallehrer
  • 6. Susanne Eisenmann, 42, Bankangestellte
  • 7. Peter Staudacher, 60, Bankkaufmann
  • 8. Marion Meinold-Pohlmann, 44, Lehrkraft an beruflichen Schulen/FOS
  • 9. Jürgen Gerlinger, 60, Verwaltungsfachwirt/Standesbeamter
  • 10. Secil Herrscher, 48, Migrationsberaterin
  • 11. Ralf Moldaschl, 57, Koch
  • 12. Heidi Hahn, 59, Verwaltungsangestellte
  • 13. Harry Düll, 62, Journalist
  • 14. Michaela Koch, 56, Fachbereichsleitung für Kindertagesstätten
  • 15. Helmut Kiertscher, 57, staatl. geprüfter Umweltschutztechniker
  • 16. Nicole Strobl, 64, Fachreferentin für Onkologie
  • 17. Euzebiu Danci, 37, selbständiger Finanzexperte
  • 18. Petra Förster, 65, Rentnerin
  • 19. Ulrich Kößer, 58, staatl. geprüfter Umweltschutztechniker
  • 20. Nicola De Angelis, 64, Warenausgabe-Logistiker
  • 21. Petra Reihs, 59, Verwaltungsfachangestellte
  • 22. Michael Rehbogen, 72, Rentner
  • 23. Walter Först, 72, Oberstudiendirektor a.D.
  • 24. Anke Schrenk, 55, Verwaltungsangestellte für Gemeinwesen und Soziales

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