Angler müssen künftig mehr zahlen, wenn sie am Burgbernheimer Landschaftssee ihrem Hobby nachgehen wollen. Der Stadtrat hat in seiner Sitzung am Donnerstag die Gebühren für die Erlaubniskarten angehoben und Bürgern der Verwaltungsgemeinschaft ein Vorkaufsrecht eingeräumt.
Karl-Otto Mollwitz (SPD) hatte den Vorschlag ausgearbeitet und empfahl eine „moderate Anhebung“ der Gebühren. Die Kosten für den Besatz mit Fischen seien deutlich gestiegen, die letzte Anhebung sei vor Corona vorgenommen worden. Seinem Vorschlag, künftig 170 Euro statt bisher 140 Euro für die 30 zu vergebenden Jahreskarten zu verlangen, folgte das Gremium einstimmig. Zwölf statt bislang zehn Euro kosten künftig die 300 Tageskarten.
In der Diskussion entwickelte sich die Idee, Jahreskartenbesitzer zu einer Art Umwelttag zu verpflichten, ähnlich, wie es der Fischereiverein Bad Windsheim betreibt. Dessen Vorsitzende, Stadträtin Astrid Paulus-Berberich (CSU), Mollwitz und Gerhard Wittig (Freie Bürger) hatten sich als Experten erwiesen und wurden von Bürgermeister Matthias Schwarz (Freie Bürger) gebeten, im Arbeitskreis Details zu klären.
Eine Bestrafung für falsch parkende Angler wünschte sich Mollwitz ebenso. Diese würden teils durch die Wiese direkt ans Ufer fahren. Paulus-Berberich schlug vor, einen Passsus im Angelkartenschreiben aufzunehmen, in dem stehe, dass bei Zuwiderhandlung der Angelschein für ein halbes Jahr entzogen werde. Generell müssten ein paar Textstellen geändert werden, erläuterte Mollwitz, darum kümmert sich nun der Arbeitskreis.
Mollwitz schlug zudem vor, erneut den Versuch zu wagen, Burgbernheimern das Privileg des Angelns am Landschaftssee einzuräumen. Das habe man vor Jahren schon einmal gemacht. Mittlerweile kämen die Leute „von überall her“. Am ersten Verkaufstag bilde sich laut Schwarz eine Schlange vorm Rathaus, „bis Mittag sind die Karten weg.“ Schwarz machte den Vorschlag, die Jahreskarten eine Woche lang nur Bürgern der Verwaltungsgemeinschaft Burgbernheim anzubieten, ab der zweiten Woche werden Restkarten an alle verkauft. Dem stimmten alle zu.
Zudem kam die Frage auf, ob man das derzeit verbotene „Blinkern“, das Angeln mit Kunstköder auf Raubfische, nicht wieder genehmigen könnte. Das Gremium sprach sich dafür aus, dies für zunächst zwei Jahre wieder zu erlauben und dann zu sehen, wie es sich entwickelt.
Gerhard Wittig machte darauf aufmerksam, dass der vorgelagerte See mit Zulauf zum Landschaftssee dringend ausgebaggert werden müsste, er habe teils eine Tiefe von nur noch 60 Zentimetern. Bürgermeister Schwarz verwies auf Kosten von über 100.000 Euro, die auf die Stadt zukämen. Das Teure sei die Entsorgung des Schlamms.
Je nachdem, welche Stoffe man darin finde, werde es noch teurer. Den Schlamm könne man zwar ein Jahr lang am Rand lagern, dann müsse er aber entsorgt werden. Hannes Bacher (SPD) schlug vor, eine Probe auszubaggern, ein Jahr zu lagern und dann zu schauen, „was noch drin ist“. Schwarz: „Das haben wir doch schon mal gemacht. Das war jetzt nicht so prickelnd.“
Bachers Vorschlag, dass Landwirte den Schlamm auf ihre Äcker ausbringen, machte Schwarz wenig Hoffnung. Die Arbeitsgruppe könne aber gerne mal das Gespräch mit den Landwirten suchen. Sollte man das Ausbaggern nur für die Anglerei dringend als notwendig erachten, „dann sag’ ich: hören wir mit dem Angeln auf“.