Die Idee ist kreativ, aber auch etwas schlüpfrig: Das Duschbier des Uehlfelders Christian Zwanzger und des Wahl-Burghaslachers David Hertl geht in die zweite Runde. Die Premiere kam sehr gut an, das besondere Flüssigbrot verkaufte sich zügig aus. Nun standen 350 frische Kästen parat – und am Dienstag startete eine besondere Challenge.
Wenn Christian Zwanger und David Hertl zusammen brainstormen, kommen schon witzige Ideen ans Tageslicht. So war es auch im Jahr 2024: Nach der Ernte schwammen sie im Hopfen, dann duschten sie mit Bier. Natürlich mit Duschbier. Als Marketing-Gag hatten sich die beiden Brauer unter der Dusche abgelichtet und gingen in den Sozialen Medien viral. Schließlich luden sie auch Biertrinkerinnen und Biertrinker dazu ein, ein Dusch-Foto mit dem Dusch-Gerstensaft zu machen und es hochzuladen. Als Preis winkten Bier-Pakete.
Und siehe da: Die Challenge geht seit Dienstag in die zweite Runde. Nun haben alle eine neue Chance: Jede und jeder, die/der sich bei der täglichen Körperpflege mit einem Duschbier ablichtet, kann wieder ein spezielles Paket gewinnen. Schließlich vereint die Sonderedition gewissermaßen drei Funktionen in einer Flasche: Pflege für die Haut und das Haar und gleichzeitiger Trinkgenuss. Nur möglichst FSK 12 oder 16 sollten die Bilder sein, denn das Duschbier soll ja nicht in irgendeiner Sexismus-Schublade landen, sondern wenn dann eher als Beauty-Produkt anerkannt werden. Netter Nebeneffekt: Hopfen und Malz sollen gut für Haut und Haar sein.
Dabei kommt dieses Gewinnspiel reichlich spät daher: Die 350 gebrauten Kästen (sogar 100 mehr als bei der Premiere) sind seit Weihnachten im Verkauf und fast schon wieder vergriffen, betont David Hertl, der seine Braumanufaktur im Schlüsselfelder Ortsteil Thüngfeld betreibt. Wer in den Duschbier-Genuss kommen will, muss also schnell sein. Verkauft wird das flüssige Pflegeprodukt unter anderem in den beiden Brauereien.
Aber nicht alles ist im Vergleich zur Premieren-Auflage gleichgeblieben. Eigentlich sollte das Duschbier auch diesmal wieder bei Christian Zwanzger in Uehlfeld gebraut werden, doch ein technischer Defekt bremste das Duo aus. „Deshalb sind wir zu mir geswitched”, sagt David Hertl. Denn das ist der Sinn einer Kooperation, da ist einer für den anderen da. Die Aktion sei schließlich „ein Beispiel einer guten und dauerhaften Brauereibeziehung”, wie Hertl sagt, sozusagen eine Bier-Ehe.
Der neue Brau-Ort macht sich dann aber tatsächlich auch im Geschmack bemerkbar. Christian Zwanzger findet das Ergebnis ein wenig „kräutriger”, einfach „bodenständiger”. David Hertl bringt es anders auf den Punkt: „Wir haben die Trinkability gesteigert.” Süffiger sei das Duschbier 2.0, nicht ganz so „knackig bitter”. Ein Grünhopfenbier eben, wobei heuer weniger Hopfen zur Verfügung stand. Ein Teil davon stammt aus dem Zwanzger'schen Anbau, der andere Teil von einem Hopfenbauer.
4,9 Umdrehungen stehen auf dem Etikett. Zwanzger findet, dass sich das Duschbier durchaus auch eignet, um sich jetzt zu Dreikönig Stärke anzutrinken – „man muss halt eines mehr trinken”. Letztlich entwickelten drei Duschbiere eine ähnliche Wirkung wie zwei Bockbiere. Und der Käuferandrang gibt ihnen recht, sogar nach Schweden wurden schon Kästen ausgeliefert.
„Wenn wir nicht komplett alles selbst trinken müssen, machen wir sicher noch eine dritte Auflage”, sagt Christian Zwanzger und lacht. Dem Duschbier 3.0 dürfte also nichts im Wege stehen. Für die Zukunft liebäugelt der Uehlfelder aber klammheimlich eher mit einem Saunabier: „Da trinken glaube ich mehr Leute Bier als unter der Dusche.” Ob da womöglich ein Missverständnis vorliegt? David Hertl wäre davon sicherlich überzeugt, schließlich erfülle das Duschbier ja mehr als nur Trinkgenuss, Stichwort 3 in 1. Und ältere Generationen werden es noch wissen: Früher haben sich viele Menschen die Haare mit Bier gewaschen, betont Zwanzger. Insofern sei das Duschbier doch gar nicht so abwegig.
Noch bis Mitte Februar läuft übrigens die Duschbier-Challenge. Also ab ins Nass und Kronkorken ploppen. Ob dabei auch Badende eine Chance haben? Streng genommen ist es ja gar kein Badebier. Christian Zwanzger aber lässt durchblicken, dass die Jury bei der Bewertung großzügig sein wird. Letztlich zähle der Originalitätsgrad sicherlich mehr als die Frage nach der Dusche oder Badewanne.
Es ist ein kleiner Spaß in Krisenzeiten. „Der Brau-Szene geht es nicht so gut”, sagt Hertl. Kundinnen und Kunden trinken weniger Bier, das mache sich bemerkbar. „Deshalb müssen wir andere Wege gehen und solche verrückten Geschichten machen.” Und, so sagt Hertl selbstbewusst-überzeugt: „Uns werden die Ideen nicht ausgehen.”