Blutdruckmessgeräte: Nicht so genau, aber zur Kontrolle okay | FLZ.de

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Veröffentlicht am 26.10.2023 06:03

Blutdruckmessgeräte: Nicht so genau, aber zur Kontrolle okay

Stiftung Warentest hat sechs Oberam- und vier Handgelenkgeräte getestet - die Messgenauigkeit war bestenfalls „befriedigend“. (Foto: Christin Klose/dpa-tmn)
Stiftung Warentest hat sechs Oberam- und vier Handgelenkgeräte getestet - die Messgenauigkeit war bestenfalls „befriedigend“. (Foto: Christin Klose/dpa-tmn)
Stiftung Warentest hat sechs Oberam- und vier Handgelenkgeräte getestet - die Messgenauigkeit war bestenfalls „befriedigend“. (Foto: Christin Klose/dpa-tmn)

Wer unter erhöhtem Blutdruck leidet, will wissen, ob und wie seine verordneten Pillen dagegen wirken und greift zur Manschette. Einmal aufgepumpt, soll sie an Handgelenk oder Oberarm die Schwingungen des pulsierenden Blutes messen und den daraus errechneten Blutdruck auf dem Display des dazugehörigen Geräts anzeigen. Doch ist das, was theoretisch toll klingt, auch in der Praxis so?

Die Stiftung Warentest hat sich für ihr „test“-Heft (Ausgabe 11/2024) sechs Oberam- und vier Handgelenkgeräte näher angeschaut. Dabei wurde klar: Keines der Geräte misst so exakt wie Herr oder Frau Doktor mit Stethoskop, Gummiball und Manschette. Die Messgenauigkeit aller zehn Geräte ist bestenfalls befriedigend. Was aber akzeptabel sei für Selbstmesser, da die Geräte eher der Kontrolle dienen, wie sich der Blutdruck bei Einnahme von Medikamenten entwickelt, schränken die Tester ein.

Insgesamt vergeben die Tester nur für drei Modelle ein „gut“. Dabei handelt es sich um das Omron X7 Smart zur Oberarmmessung inklusive App (85 Euro) und das Omron RS4 fürs Handgelenk (49 Euro). Ebenfalls „gut“: Visocor OM 60 für den Oberarm (28,70 Euro).

Sie holen die ungefähren Messdaten teilweise mit guten Noten bei Wiederholungsmessungen, der Handhabung und Störanfälligkeit wieder raus. Sechs Geräte landen beim Urteil „befriedigend“, eines ist nur „ausreichend“.

Zur Störanfälligkeit zählt nämlich auch die Genauigkeit bei fehlerhafter Bedienung. Und da kann man so einiges falsch machen, etwa die Manschette falsch anlegen oder nebenbei am Handy spielen. Deshalb geben die Warentester auch Tipps zum Messen:

  • In der Arztpraxis sollte man prüfen lassen, ob die Werte an einem Arm höher sind als am anderen. Falls ja, sollte man daheim immer den Arm mit den hörenen Werten nehmen
  • Immer vor der Einnahme von Medikamenten messen und Fehlerquellen vermeiden. Das können koffeinhaltige Getränke, Alkohol, Rauchen und eine kalte Umgebung sein.
  • Die Manschette darf nicht zu locker und auch nicht zu fest anliegen. Zum Messen des Oberarms reicht es nicht, den Ärmel hochzukrempeln. Besser ist es, das Oberteil auszuziehen.
  • Das Gerät sollte immer auf Herzhöhe gebracht werden. Misst man am Oberarm, sollte der Unterarm auf dem Tisch gelegt werden. Misst man am Handgelenk, winkelt man den Arm auf Herzhöhe an.
  • Bereits vor dem Messen sollte man fünf Minuten ruhig sitzen mit den Füßen nebeneinander auf dem Boden. Während der Messung heißt es still sein.
  • Nicht nur einmal messen, sondern zwei- oder dreimal hintereinander - im Abstand von einer Minute.

Inzwischen haben einige Oberarmgeräte auch eine App, die die Messungen speichern und grafisch darstellen. Tendenzen lassen sich so leichter erkennen und Nutzer haben ihre Daten stets dabei, zählen die Tester die Vorzüge auf.

Sie attestieren auch: Die sensiblen Gesundheitsdaten waren bei allen gut gesichert. Daher böten Apps durchaus einen Mehrwert, ein Muss seien sie aber nicht.

© dpa-infocom, dpa:231025-99-700414/4


Von dpa
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