Betriebe im Neustädter Landkreis bei „Landfrauen machen Schule“ | FLZ.de

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Veröffentlicht am 05.07.2023 07:08

Betriebe im Neustädter Landkreis bei „Landfrauen machen Schule“

„Ich find es einfach schön, wenn die Kinder auf den Bauernhof kommen“, so Ortsbäuerin Christiane Faßold. Das „Moggerla“ erhielt viele Streicheleinheiten. (Foto: Anita Dlugoß)
„Ich find es einfach schön, wenn die Kinder auf den Bauernhof kommen“, so Ortsbäuerin Christiane Faßold. Das „Moggerla“ erhielt viele Streicheleinheiten. (Foto: Anita Dlugoß)
„Ich find es einfach schön, wenn die Kinder auf den Bauernhof kommen“, so Ortsbäuerin Christiane Faßold. Das „Moggerla“ erhielt viele Streicheleinheiten. (Foto: Anita Dlugoß)

Kinder der Veit-vom-Berg-Grundschule aus Uehlfeld waren jetzt am Bauernhof von Christiane und Udo Faßold in Oberhöchstädt, Gemeinde Dachsbach, zu Gast. An sechs Stationen erfuhren sie das Wichtigste auf dem Weg vom Gras zur Milch.

Im Rahmen der Aktion „Landfrauen machen Schule“ lernten sie jede Menge über Milchkühe. Christiane Faßold – seit vorigem Jahr ist sie Ortsbäuerin – hatte einiges zusammengetragen, was sicherlich so mancher Erwachsene nicht wusste – im Gegensatz zu den Klassen 1/2a und 1/2b, die auch vorher von ihren Lehrerinnen Bettina Wunsch und Heidi Zeitler auf diesen besonderen Tag vorbereitet worden waren.

Was bekommt eine Milchkuh zu fressen? Das sind Gras, Heu, Mais und Getreide. Unter dem Begriff „Silofutter“ war dies zusammengefasst. Eine ausgewachsene Kuh wiegt zwischen 600 und 700 Kilo.

Nach neun Monaten kommt ein Kalb zur Welt

Die Milch fließt erst ins Euter, wenn die Kuh Nachwuchs bekommen hat – das ist beim Menschen auch so, erklärte Christiane Faßold. Nach 280 Tagen – mehr als neun Monate – kommt ein Kalb zur Welt. Es wiegt bei der Geburt zwischen 35 und 45 Kilo. Sofort erhält das Kälbchen die Muttermilch, auch „Biestmilch“ genannt.

Nachdem die Kinder große und kleine Kühe angeschaut und auch gestreichelt hatten, marschierte man zum Melkstand. Erstaunlich: Die Kühe entscheiden selbst, wann sie „in den Roboter“ gehen. An einem Tag gibt eine Kuh 25 Liter Milch, wie es hieß.

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Alle zwei Tage wird die Milch abgeholt und zur Molkerei Bechtel nach Schwarzenfeld in die Oberpfalz gebracht. „Dabei muss sie streng bei vier Grad Celsius gekühlt werden“, machte die Ortsbäuerin deutlich.

Besondere Freude hatten die Mädchen und Buben im „Kindergarten“ bei den Kälbchen. Denn im Alter von zwölf Tagen ziehen sie bereits in einen eigenen Stall um. Dort gewöhnen die Landwirte sie langsam an Heu- und Müsli-Futter; getrunken werden Milch und Milchersatz. Männliche Kälbchen werden an einen Betrieb im Ort verkauft, oft sind sie dann 80 Kilo schwer und die „Mädels“ werden zur Milchkuh. Zum Schluss durften die jüngsten Kombi-Klässler der Veit-vom-Berg-Schule Joghurt und Milch probieren.

Die Aktion wird vom Bildungswerk des Bayerischen Bauernverbands mit Unterstützung aus dem Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten durchgeführt. Neben diesem praktischen Teil absolvieren die Schülerinnen und Schüler auch einen theoretischen Teil an ihrer Bildungseinrichtung.

Heuer auch viele Schwalben im Stall

Noch in der gleichen Woche hatten die Faßolds erneut Kinder zu Gast. Nicht nur die Kühe erfreuen die Kinder dort, sondern auch die Schwalben im Stall. Heuer gebe es ziemlich viele davon, wusste Christiane Faßold, die sich über das Interesse der Schülerinnen und Schüler sehr freute: „Ich finde es einfach schön, wenn sie auf den Bauernhof kommen“, sagte sie gegenüber unserer Zeitung.

Im Kreisverband wurden bis Anfang Juli über 300 Kinder auf den Höfen erwartet: Die Christian-von-Bomhard-Schule in Uffenheim besuchte den landwirtschaftlichen Betrieb der Familie Scherer in Geißlingen, Gemeinde Oberickelsheim, die Grundschule Uffenheim fuhr zum Bauernhof der Familie Gärttling nach Hemmersheim.

Weitere Schulkinder aus Uehlfeld waren auf dem landwirtschaftlichen Betrieb der Familie Prechtel-Knapp im Ortsteil Voggendorf zu Gast. Spontan kam noch die „Ehegrundschule Sugenheim“ mit zwei ersten Klassen mit je 19 Kindern hinzu: Der Betrieb Käppner in Markt Bibart-Stocksee hatte eingeladen.


Von Anita Dlugoß
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