Behörde zu Vorfall mit Lufthansa-Airbus: Schwere Störung | FLZ.de

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Veröffentlicht am 23.10.2026 14:02

Behörde zu Vorfall mit Lufthansa-Airbus: Schwere Störung

Im August hatte ein Airbus zu früh auf eine Landebahn in München aufgesetzt. (Symbolbild)  (Foto: Karl-Josef Hildenbrand/dpa)
Im August hatte ein Airbus zu früh auf eine Landebahn in München aufgesetzt. (Symbolbild) (Foto: Karl-Josef Hildenbrand/dpa)
Im August hatte ein Airbus zu früh auf eine Landebahn in München aufgesetzt. (Symbolbild) (Foto: Karl-Josef Hildenbrand/dpa)

Gut zwei Monate nach den Problemen bei der Landung eines Lufthansa-Airbus in München hat die Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung (BFU) einen Zwischenbericht vorgelegt. Demnach setzte die Maschine 18,8 Meter vor der Schwelle der Landebahn 26L auf und überrollte dabei drei Lampen. Auch sieben Reifen des Hauptfahrwerks wurden beschädigt. Verletzte gab es nicht. 

Die Bundesstelle stuft das Ereignis als schwere Störung ein. Das charakterisiert laut Flugunfall-Untersuchungs-Gesetz (FlUUG) ein Ereignis, dessen Umstände darauf hindeuten, dass sich beinahe ein Unfall ereignet hätte. Eine konkrete Ursache für den Vorfall nennt der Bericht nicht. Ein Abschlussbericht soll voraussichtlich im nächsten Jahr vorliegen. 

Gewitter und schlechte Sicht

Der Airbus war am 17. August aus San Francisco gekommen und hatte dem Bericht zufolge 352 Passagiere sowie 24 Besatzungsmitglieder an Bord. Zum Zeitpunkt des Anflugs herrschten am Flughafen München schwierige Wetterbedingungen mit Gewitter und Regen. Nach Angaben der Besatzung verschlechterte sich die Sicht im Endanflug erheblich. Die Anflug- und Landebahnbeleuchtung war demnach nur eingeschränkt zu erkennen. Nach Daten des Deutschen Wetterdienstes lag die Sicht an der Landebahn bei 800 Metern. Die Besatzung schätzte die Sicht auf höchstens 500 Meter.

Weil an der Bahn das klassische ILS-System (Instrument Landing System) nicht zur Verfügung stand, bei dem Signale vom Boden aus das Flugzeug zur Piste leiten, wurde ein sogenannter RNP-Anflug beschlossen, der über GPS-Satelliten läuft. Hier unterstützt ein Computer-System die Piloten und rechnet die GPS-Daten um.

Flugzeug zu tief 

Nach den Aufzeichnungen des Flugdatenschreibers wich das Flugzeug dennoch im Endanflug zunehmend von der berechneten Flugbahn nach unten ab. In etwa 30 Fuß Höhe - rund neun Meter über dem Boden - bemerkte der Kapitän, dass das Flugzeug zu tief war. Zwei Sekunden später setzte es vor der Schwelle auf.

Die Besatzung erfuhr erst nach der Landung, dass Lichter an der Schwelle beschädigt worden waren. Erst auf der Parkposition entdeckte einer der Piloten Schäden an Reifen des Hauptfahrwerks und meldete sie. 

Zwei Vorfälle binnen zwei Tagen 

Nur zwei Tage zuvor hatte sich auf derselben Bahn ein Beinahe-Unfall ereignet. Eine Maschine der Vietnam Airlines war beim Start zu langsam. Der Pilot zog die Flugzeugnase hoch, das Flugzeug hob gerade noch ab und landete etwa zwei Stunden später wieder in München. Dabei war am Fahrwerk Qualm zu sehen, Reifen waren geplatzt. 

Passagiere und Besatzung blieben unverletzt. Bei dem Vorfall waren die rund 270 Passagiere und die Crew nach Ansicht von Fachleuten nur knapp einer Katastrophe entgangen. Warum der Flieger nicht ausreichend beschleunigen konnte, ist weiter unklar. Die Airline sprach bereits kurz nach dem Vorfall von einem technischen Problem. Auch diesen Vorfall untersucht die BFU noch.

© dpa-infocom, dpa:261023-930-883171/1


Von dpa
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