Der Schachclub Bechhofen feiert in diesem Jahr sein 100-jähriges Bestehen. Zum Jubiläum wurde wieder eine Simultanveranstaltung organisiert, bei der die beiden Großmeister Jana Schneider und Michael Prusikin sich der regionalen Konkurrenz von insgesamt 46 Schachspielern stellten.
Dazu waren zahlreiche Spieler aus Ansbach, Bad Windsheim, Dinkelsbühl, Heilsbronn, Leutershausen und Wassertrüdingen sowie sogar aus diversen Vereinen aus ganz Bayern angereist. Besonders erfreulich war, dass die Mädchenquote über dem Durchschnitt lag.
Es war nicht das erste Mal, dass der SC Bechhofen so eine Veranstaltung durchführte. Schon vor 50 Jahren war der deutsch-tschechische Großmeister Ludek Pachmann da. Mit Michael Adams spielte auch mal ein Vize-Weltmeister vor. Michael Prusikin war zum 90. im Jahr 2013 äußerst erfolgreich gegen 31 Gegner.
In diesem Jahr war die Gegnerschaft auf einem deutlich höheren Niveau und daher gab es auch eine zahlenmäßige Beschränkung. Nach etwa 2,5 Stunden konnte Jörg Planner (SC Heilsbronn) Prusikin das erste Remis abnehmen. 2011 musste er sich dem Großmeister noch geschlagen geben.
Der bayerische U12-Meister Victor Ratushni (SC Schwarz-Weiß Nürnberg Süd), Martin Sippl, Nick Merdian (beide SC Postbauer-Heng) und Laura Sophie Bauer (SC Sulzbach-Rosenberg) konnten noch weitere Remisen verbuchen. Das letzte Remis erkämpfte sich Andreas Sandner vom SC Bechhofen nach knapp vier Stunden gegen den für den Münchner SCC 1836 spielenden Großmeister, bevor Michael Prusikin die verbleibenden Spieler bezwingen konnte.
Ebenfalls 23 Gegner warteten auf die 21-jährige Jana Schneider (SC Bavaria Regensburg), aktuell Fünfte der deutschen Rangliste. Ihr konnte mit Udo Röschinger ebenfalls ein für den SC Heilsbronn spielender Gegner in aussichtsreicher Stellung als Erster ein Remis abnehmen. Nach etwa 3,5 Stunden konnten Daniel Hepp (Bayern München) und Victoria Hofmeier (SC Germering) sich über ein Remis gegen die Goldmedaillengewinnerin der Schacholympiade 2022 in Indien freuen.
Nach einer Ungenauigkeit konnte der Bechhöfer Jugendspieler Leo Geßler der Großmeisterin einen Bauern abnehmen, dem wenige Züge später ein zweiter folgte. Sicherlich trug auch die Nervosität von Leo Geßler, der erst während Corona zum Schachsport kam, neben dem exzellenten Endspiel-Können von Jana Schneider dazu bei, dass es am Ende „nur“ zu einem halben Punkt reichte.
Beide Großmeister bestätigten das hohe Niveau der Teilnehmer. Mit fünf beziehungsweise vier Remis aus je 23 Parteien – bei null Niederlagen – stellten sie ihr Können unter Beweis.