Bevor man ein Haus baut, sollte man wissen, mit was für einem Boden man es zu tun hat. Denn je nach Bodenbeschaffenheit ist die eine oder andere Bauweise besser geeignet. Wer sich anfangs kein umfassendes Bild macht, riskiert unnötige Verzögerungen im Bauprozess, zusätzliche Kosten oder im schlimmsten Fall ein unsicheres Gebäude.
Viele Faktoren beeinflussen den Baugrund - und manche können Bauherren unter Umständen bereits aufgrund des Straßennamens erahnen. Darauf macht die Gütegemeinschaft Fertigkeller (GÜF) aufmerksam. So könne man sich etwa darauf einstellen, dass umfangreichere Maßnahmen nötig sein könnten, wenn man im „Teichweg“, „Zur Lehmkuhle“ oder „Am Steinbruch“ baut.
Hier, aber auch in allen anderen Fällen gilt: Ein geologisches Baugrundgutachten ist unerlässlich. Man sollte es lieber früher als später erstellen lassen, damit der Bau danach ausgerichtet werden kann, spätestens aber mit Beginn der Bauantragsplanung, rät die GÜF.
Auch die Bayerische Ingenieurekammer-Bau empfiehlt ein solches Gutachten. Es reiche ausdrücklich nicht, sich über die generellen Bodenverhältnisse in der Region zu informieren oder Nachbarn zu befragen. Denn die Bodenbeschaffenheit könne sich von Grundstück zu Grundstück unterscheiden. Die Kosten für ein Baugrundgutachten sind nach Ansicht der Kammer gut investiertes Geld für die spätere Bauausführung.
Dabei gebe es aber deutliche Qualitätsunterschiede, so die GÜF. Man sollte daher besser nicht auf den niedrigsten Preis setzen. Ein Gutachten mit hoher Qualität erkennt man laut GÜF daran, dass es die geologischen Sachverhalte nicht nur in einer Tabelle beurteilt, sondern ausführlich schriftlich erläutert werden. Gerade wenn man es nicht mit einem Standardboden zu tun hat, sei das wichtig.
Ansprechpartner für ein Baugrundgutachten sind Sachverständige für Geotechnik. Zu finden sind diese über die Ingenieurkammer des jeweiligen Bundeslandes.
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