Bachwoche Ansbach: Ein „Best of“ zum Abschied des Intendanten | FLZ.de

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Veröffentlicht am 30.11.2024 14:00

Bachwoche Ansbach: Ein „Best of“ zum Abschied des Intendanten

Verabschiedet sich im nächsten Sommer nach fast 20 Jahren als Intendant der Bachwoche Ansbach: Dr. Andreas Bomba. (Foto: Jim Albright)
Verabschiedet sich im nächsten Sommer nach fast 20 Jahren als Intendant der Bachwoche Ansbach: Dr. Andreas Bomba. (Foto: Jim Albright)
Verabschiedet sich im nächsten Sommer nach fast 20 Jahren als Intendant der Bachwoche Ansbach: Dr. Andreas Bomba. (Foto: Jim Albright)

Bei der Bachwoche Ansbach geht im nächsten Jahr eine Ära zu Ende. Dr. Andreas Bomba verabschiedet sich als Intendant. Die Bachwoche 2025, sie findet vom 1. bis zum 10. August statt, wird die zehnte und letzte sein, die er gestaltet. „Ich bin dann im 70. Lebensjahr“, sagt er. Was für ein Programm macht man zum Abschluss?

Ein spezielles Bach-Thema wie in den Jahren zuvor sollte es nicht sein. Von denen hatte Andreas Bomba einige abgearbeitet. Machen wir „Best of“, dachte er sich daher. „Verdiente Künstler, mit denen ich gern zusammengearbeitet habe.“ Die wollte er unbedingt einladen. Zu ihnen gehören zum Beispiel der vielseitige Dirigent, Cembalist und Organist Jörg Halubek und sein Ensemble „Il Gusto Barocco“, das Klavierduo Yaara Tal und Andreas Groethuysen, die Pianistin Angela Hewitt und das Kammerorchester Basel.

Wieder zu Gast ist auch Rudolf Lutz, der lange vermisste Publikumsliebling der Bachwoche. Er dirigiert in der Orangerie das Eröffnungskonzert am 1. August. Auf dem Programm steht die Kantate 209. Die ist insofern etwas Besonderes, weil sie einen fränkischen Stadtnamen auf Italienisch enthält: Ansbaca.

Im Programm ist immer zu wenig Platz

Da im Programm – zehn Tage alle zwei Jahre – immer zu wenig Platz ist, gibt es genügend Musikerinnen und Musiker, die bisher noch nie bei einer Bachwoche aufgetreten sind, aber kommen sollten, fand der Intendant. Die Geigerin Antje Weithaas gibt ihr überfälliges Bachwochen-Debüt mit einer Solo-Matinee.

Zum ersten Mal in Ansbach sind unter anderem auch sechs junge Cello-Solisten der Kronberg Academy, das Capricornus Consort Basel, Stephan MacLeod mit seinem Chor Gli Angeli Genève, das Ensemble Marsyas Baroque und Nigel Short mit seinem Tenebrae Choir. Sein Debüt gibt das Vokalensemble „Sonat Vox“, das aus dem Windsbacher Knabenchor hervorgegangen ist.

Den Knabenchor selbst hat Bomba auch im Programm. Der ist für ihn als Einziger immer fest gesetzt: „Bis auf die Windsbacher hat hier niemand Auftrittsgarantie.“ Mit ihrem Programm erfüllt sich Andreas Bomba einen Herzenswunsch. Schon bei der letzten Bachwoche hat er vorgesorgt, dass sich der erfüllen lässt. Nach der Johannes-Passion mit den Windsbachern bat er Patrick Grahl, 2025 wiederzukommen. Er schätzt ihn als Bach-Interpreten außerordentlich.

„Bleibt, ihr Engel, bleibt bei mir!“

Von Grahl wollte er die Tenorarie der Kantate 19 hören: „Bleibt, ihr Engel, bleibt bei mir!“. Für Bomba – er ist da nicht allein – gehört sie zu den schönsten Arien, die Bach geschrieben hat. Und überhaupt ist die ganze Kantate „für Sänger ein geiles Stück“, findet Bomba. Bach malt in ihr mit allen Mitteln, wie der Erzengel Michael den Drachen der Hölle bezwingt.

„Bleibt, ihr Engel, bleibt bei mir!“ – die Arie war der Ausgangspunkt für ein Kantatenprogramm, das Ludwig Böhme mit den Windsbachern aufführen wird. Dann meldete sich Jonathan Sells von Solomon’s Knot. Der wollte gleich alle Michaeliskantaten von Bach aufführen. „Oh, das ist blöd“, so Bomba, „zwei sind gerade weg, aber die anderen beiden könnt ihr machen.“ Engagieren wollte er Solomon’s Knot unbedingt wieder. Das Ensemble wurde 2023 euphorisch gefeiert. So kommt es, dass nun zum ersten Mal „die dreieinhalb Kantaten zu diesem Thema“, so Bomba, bei der Bachwoche zu hören sind – und eine von Großonkel Johann Christoph Bach.

„Hören muss man einfach auch mal“, findet der Intendant, Gli Angeli Genève und deren Leiter, den „phänomenalen Bariton“ Stephan MacLeod. Sie kommen auch mit einem Kantatenprogramm.

Finale mit h-Moll-Messe

Zu Ende geht es, ein Pflichtstück zum Ende einer Ära, mit der h-Moll-Messe. Engagiert hat Bomba dafür Nigel Short, einen ehemaligen King’s Singer, und dessen Tenebrae Choir. Der Intendant kommt ins Schwärmen, wenn er über diesen Chor spricht: „Wo man schon immer dachte, es geht eigentlich nicht besser, das ist noch mal eine Schippe mehr drauf.“

Wer nach dem letzten D-Dur-Akkord Bombas Nachfolge antritt, wird bis dahin bekannt sein. Während der Bachwoche soll der neue Intendant oder die neue Intendantin vorgestellt werden.

Karten für die nächste Bachwoche können ab 6. Dezember, 9 Uhr, platzgenau online bestellt werden. Derzeit bearbeitet die Geschäftsstelle des Musikfests die Abos und schriftliche Einzelbestellungen des Vereins Freunde der Bachwoche und von früheren Kunden, die bereits Programmhefte erhalten haben.

Weitere Informationen unter www.bachwoche.de


Thomas Wirth
Thomas Wirth
Redakteur im Ressort „Kultur“
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