Aus für Mittelaltermarkt Schillingsfürst: „Es passte hier immer alles“ | FLZ.de

foobarious
arrow_back_rounded
Lesefortschritt
Veröffentlicht am 03.06.2026 17:12

Aus für Mittelaltermarkt Schillingsfürst: „Es passte hier immer alles“

Das Wetter passte, das Angebot an Marktständen und Aktivitäten ebenfalls. Aus Sicht des Veranstalters waren aber deutlich zu wenig Leute auf dem Gelände unterwegs. (Foto: Margit Schwandt)
Das Wetter passte, das Angebot an Marktständen und Aktivitäten ebenfalls. Aus Sicht des Veranstalters waren aber deutlich zu wenig Leute auf dem Gelände unterwegs. (Foto: Margit Schwandt)
Das Wetter passte, das Angebot an Marktständen und Aktivitäten ebenfalls. Aus Sicht des Veranstalters waren aber deutlich zu wenig Leute auf dem Gelände unterwegs. (Foto: Margit Schwandt)

Der Mittelaltermarkt im Schillingsfürster Kardinalsgarten ging ohne Zwischenfälle über die Bühne. Die Atmosphäre war entspannt. Auch die Rahmenbedingungen passten. Trotzdem gab es einen Punkt, der aus Veranstaltersicht zu dem Aus führt.

Es hätten deutlich mehr Besucherinnen und Besucher kommen müssen, damit sich der Aufwand rechnet. Die Konsequenz: Die sechste Auflage dort wird wohl die letzte gewesen sein.

Das Event in Schillingsfürst ist einer von zwölf Mittelaltermärkten, die der Feuchtwanger Roland Turba mit seinem Team in diesem Jahr im gesamten süddeutschen Raum organisiert, davon mehrere in Westmittelfranken und angrenzenden Regionen. Der nächste davon geht am Wochenende in Harburg im südlichen Nachbarlandkreis Donau-Ries über die Bühne. Ende Juni folgt Dinkelsbühl, Anfang September dann Heidenheim an der Brenz und im Oktober Feuchtwangen.

Eigentlich ideale Rahmenbedingungen

In Schillingsfürst seien die Rahmenbedingungen eigentlich ideal, erklärte Turba auf Anfrage unserer Zeitung. Der Kardinalsgarten sei mit seinen Grünflächen und Baumreihen sowie dem vorhandenen Wegenetz perfekt. Logistisch passe das alles wunderbar, gerade auch für die Händlerinnen und Händler, die immer sehr gerne hierher gekommen seien. Doch wenn die Leute ausblieben und die Umsätze entsprechend schlecht ausfielen, helfe das alles nichts. Dann müsse reagiert werden, so Turba.

Um halbwegs im rentablen Bereich zu landen, hätten nach Angaben des Veranstalters über die drei Tage verteilt an die 5000 Besucherinnen und Besucher kommen müssen. Verkauft worden seien aber letztendlich nur etwa 1800 Eintrittskarten. Für Leute aus dem Stadtgebiet seien Tickets zu ermäßigten Preisen angeboten worden. Doch auch das habe leider nicht den erhofften Effekt gehabt.

Das könnte Sie auch interessieren

Es fehlen Einnahmen im fünfstelligen Bereich

Unterm Strich fehlten ihm als Veranstalter zur Deckung des finanziellen Aufwands – etwa für Aufbau, Technik sowie Gagen für Bands und Mitwirkende – Einnahmen im niedrigen fünfstelligen Bereich, erklärte Turba. Leid täten ihm aber vor allem auch die Händlerinnen und Händler, die auf eigenes Risiko kämen und kaum Umsätze gemacht hätten.

Vielleicht sei in Sachen Mittelalter in der Region inzwischen einfach zu viel Angebot da, so Turbas Antwort auf die Frage nach den Gründen für den schlechten Besuch in Schillingsfürst. Neben den Märkten, die er mit seinem Team organisiere, gebe es Historienevents mit ähnlicher Ausrichtung von anderen Organisationen unter anderem in Lichtenau oder Uffenheim. Natürlich sitze bei vielen Menschen mit Blick auf allgemeine Preissteigerungen und die unsichere Wirtschaftslage das Geld nicht mehr so locker. All das werde eine Rolle gespielt haben.

In Schillingsfürst seien die ersten der dort seit 2018 abgehaltenen Märkte sehr erfolgreich gelaufen. Schon bei der Auflage 2024 habe es aber einen Einbruch gegeben, weshalb er damals überlegt habe, 2025 ein Jahr auszusetzen und es von da an mit einem zweijährigen Turnus zu probieren. Das habe leider nicht den erhofften Effekt gebracht, weshalb er nun beschlossen habe, sich von diesem Standort zu verabschieden. Das sei sehr schade, weil die Kooperation mit der Stadtverwaltung und dem Fürstenhaus immer gut gewesen sei, so Roland Turba. „Es passte hier immer alles, nur halt die Besuchszahlen überhaupt nicht mehr.”

Veranstaltung laut Dinzl nicht unumstritten

Aus Sicht der Stadt sei der Verlust dieser Veranstaltung natürlich bedauerlich, erklärte Bürgermeister Markus Dinzl. Er habe aber Verständnis für die Entscheidung des Veranstalters. Klar sei, dass viele Leute, denen dieses Genre am Herzen liege, das schade fänden. Es gehöre aber auch zur Wahrheit, dass die Veranstaltung in Stadt und Umland nicht unumstritten gewesen sei, so Dinzl, der hier unter anderem auf die in einigen Jahren witterungsbedingt besonders starke Beanspruchung des Geländes anspielte.

Dass die Stadt dem Veranstalter früher durch das Nichtberechnen bestimmter vom Bauhof erbrachter Leistungen entgegen gekommen sei, habe ebenfalls immer wieder Kritik hervorgerufen. Vor der diesjährigen Auflage sei darüber aber offen gesprochen worden. Der Veranstalter habe Verständnis gezeigt.

Er glaube auch nicht, dass das dessen nun getroffene Entscheidung, den Standort aufzugeben, beeinflusst habe, so Dinzl. Aus Sicht der Stadt müsse deshalb die Tür nicht dauerhaft zu sein. Ganz im Gegenteil: „Wenn er in einigen Jahren mit dem Markt wieder zu uns kommen will, sind wir dafür offen.”

north