Weihnachtsmarkt in Rothenburg: Timo Herrscher ist das neue Reiterle | FLZ.de

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Veröffentlicht am 09.11.2024 10:11

Weihnachtsmarkt in Rothenburg: Timo Herrscher ist das neue Reiterle

Das Reiterle-Kostüm passt: Timo Herrscher vor dem Herterichsbrunnen auf dem Marktplatz. (Foto: Robert Nehr/Tourismus-Service)
Das Reiterle-Kostüm passt: Timo Herrscher vor dem Herterichsbrunnen auf dem Marktplatz. (Foto: Robert Nehr/Tourismus-Service)
Das Reiterle-Kostüm passt: Timo Herrscher vor dem Herterichsbrunnen auf dem Marktplatz. (Foto: Robert Nehr/Tourismus-Service)

„Ihr lieben Kinder in Stadt und Land!“ Mit diesen Zeilen leitet Jahr für Jahr das Reiterle nach seinem Einzug hoch zu Ross auf dem Marktplatz die stimmungsvollste Zeit des Jahres ein. Die Rolle spielte jahrzehntelang Hans Georg Baumgärtner, heuer sitzt ein neues Reiterle im Sattel: Timo Herrscher, 33 Jahre alt.

„Mit Timo Herrscher haben wir jemanden gefunden, der gut passt, auch im Verständnis von Rothenburg“, erklärt Robert Nehr vom Tourismus-Service gegenüber der Redaktion. Bühnenerfahrung hat der 33-Jährige bereits. Er ist seit 20 Jahren im Festspiel aktiv und verkörpert in den Meistertrunk-Aufführungen den Rinkenberg. Herrscher selbst freut sich, die Rolle des Reiterle zu spielen. Diese sei für ihn trotz Bühnenerfahrung „ziemliches Neuland“, wie er betont.

Eine weitere Sprache für den Prolog

Kein Wunder, denn mit der Neubesetzung der altbekannten Rolle gehen einige Änderungen einher. Zunächst: Der Prolog wird neben der deutschen und englischen Fassung heuer auch auf Spanisch vorgetragen. Die Idee kam vom Reiterle selbst, erklärt Robert Nehr. Da Herrschers Frau aus Mexiko stammt, kennt er die Sprache gut. Nehr: „Das war für uns ein glücklicher Umstand und für die Gäste ein schöner Twist.“ Denn der spanische Markt interessiere sich für die deutsche Weihnacht und laut Nehr sind zur Adventszeit zahlreiche spanischsprachige Gäste in Bayern unterwegs, um die Weihnachtsmärkte zu besuchen.

Auch das Pferd, das Herrscher auf den Marktplatz bringen wird, ist ein Neues. Es heißt Da Vinci und steht in Feuchtwangen. Der logistische Aufwand, den Vierbeiner für den Anlass in die Stadt zu bringen, sei schon groß, gibt Herrscher zu.

Ein ruhiges und ausgeglichenes Pferd

„Drei Stunden vor Abfahrt wird das Pferd geputzt, gefüttert und hergerichtet“, erklärt er. Dann gehe die Reise nach Rothenburg los. Den Kontakt zu dem Besitzer des Pferdes stellte Herrscher gemeinsam mit seiner Reitlehrerin her. Reiterfahrung sammelte er bereits in der Kindheit im Alter von sieben bis neun Jahren. Nach einer längeren Pause fing er als junger Mann wieder mit der Sportart an und nimmt seit einigen Jahren sporadisch Reitstunden, um seine praktische Erfahrung für die Festspiele wieder aufzufrischen.

Für die neue Rolle ist er wieder häufiger in der Halle, auch, um Da Vinci besser kennenzulernen. „Er ist ein ruhiges, ausgeglichenes Pferd“, findet Herrscher. Auch mit großen Menschenmengen und lauten Umgebungen sei er vertraut, läuft unter anderem bei der Kinderzeche in Dinkelsbühl mit. So sei ihm auch Kopfsteinpflaster geläufig, das in der Kälte häufig rutschig wird.

Nun kann ja nichts mehr schiefgehen bei der Eröffnung am 29. November und dem kurz darauf folgenden Lichterzug der Kinder am Mittwoch, 4. Dezember.


Von Irmeli Pohl
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