In Syrien ist ein Cousin des gestürzten Machthabers Baschar al-Assad, zum Tode verurteilt worden. Das Urteil des Vierten Strafgerichts in der Hauptstadt Damaskus gegen Wassim al-Assad wurde live im Staatsfernsehen übertragen. Al-Assad wurde wegen Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit am syrischen Volk zum Tode verurteilt.
Ihm wurde im Prozess auch die Bildung bewaffneter Gruppen, Drogenhandel, Entführungen und Erpressung vorgeworfen. Er galt über Jahre als wichtige Figur im kriminellen und paramilitärischen Netzwerk der syrischen Führung. Dabei war er auch an der gewaltsamen Unterdrückung der Opposition beteiligt und stieg laut internationalen Ermittlern zu einem der einflussreichsten Drahtzieher des milliardenschweren, globalen Captagon-Drogenschmuggels auf, weshalb er von den USA und der EU mit schweren Sanktionen belegt wurde.
Al-Assad ist eine der wenigen Schlüsselfiguren der ehemaligen Regierung, die in Syrien selbst vor Gericht steht. Er wurde vor rund einem Jahr von den aktuellen syrischen Behörden festgenommen.
Vergangene Woche wurden bereits Ex-Machthaber Assad selbst und sein Bruder Mahir in Abwesenheit zum Tode verurteilt. Eine Vollstreckung der Strafe ist nicht absehbar. Sie sind während des Umsturzes Ende 2024 aus Syrien geflohen. Assad hält sich derzeit in Russland auf. Moskau hat bisher keiner Auslieferung zugestimmt.
Unter der Herrschaft von Baschar al-Assad hat sich Syrien zu einem zentralen Umschlagplatz für den illegalen Handel mit Captagon entwickelt. Der Handel mit den Amphetamin-Tabletten galt als eine der wichtigsten Einnahmequellen der damaligen syrischen Regierung.
© dpa-infocom, dpa:260818-930-546080/1