Armin Luther muss ums Burghaslacher Bürgermeisteramt erstmals nicht groß kämpfen | FLZ.de

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Veröffentlicht am 31.01.2026 11:56

Armin Luther muss ums Burghaslacher Bürgermeisteramt erstmals nicht groß kämpfen

Armin Luther ist bei seiner dritten Wahl erstmals Alleinbewerber. (Foto: Andreas Reum)
Armin Luther ist bei seiner dritten Wahl erstmals Alleinbewerber. (Foto: Andreas Reum)
Armin Luther ist bei seiner dritten Wahl erstmals Alleinbewerber. (Foto: Andreas Reum)

Armin Luther kann vergleichsweise ruhig auf die kommenden Wahlen blicken. Eine dritte Amtszeit ist ihm so gut wie sicher. Denn er ist diesmal – und das ist für ihn eine neue Erfahrung – der einzige Bewerber um den Burghaslacher Bürgermeisterposten. Auch wenn die lokalpolitische Konkurrenz mit diesem Umstand etwas hadert.

Denn sowohl bei der Freien Gemeindeliste (FGL) als auch bei den gemeinschaftlich agierenden Gruppierungen Neue Bürgerliste Burghaslach (NBB) und Bürger für Marktgemeinde Burghaslach (BfMB) hätte man gerne jemanden ins Rennen geschickt. Doch es fand sich niemand.

Luther selbst hatte durchaus mit einem Gegenkandidaten gerechnet, bekennt der 57-jährige, verheiratete dreifache Familienvater im Redaktionsgespräch. Dass es nicht so kam, macht es „sicherlich ein bisschen entspannter”, doch wirklich sicher könne man sich nie sein. Er verweist dabei auf die Oberscheinfelder Nachbarn, wo es schon vorkam, dass ein Solo-Kandidat scheiterte. So sieht sich Luther also durchaus im Wahlkampf – zumindest um einen möglichst guten Zuspruch.

Medizinische Versorgung und Einzelhandel

Als anstehende Themen nannte er die medizinische Versorgung und den Einzelhandel. Nicht von ungefähr investiert die Gemeinde in ein Ärztehaus. Für die Ende vorigen Jahres weggebrochene örtliche Metzgerei ist Luther um eine Lösung bemüht, und auch den Wunsch nach einem Vollsortimenter habe er „noch nicht abgeschrieben”. Mit den lange geplanten barrierefreien Fußwegen im Ortskern werde heuer begonnen, und vor kurzem startete der Hort-Umbau in der Schule. Gedanken machen müsse man sich zudem über ein neues Gewerbegebiet. Vor der Brust hat man noch die Abwasserentsorgung in Breitenlohe, „die uns einiges abverlangt”, wie Luther sagt, und die Erschließung des Burghaslacher Baugebiets.

Für Familien schwebt Luther noch ein Wasserspielplatz vor sowie ein Rutschenweg nach dem Vorbild des Vestenbergsgreuther Schaukelwegs vor. Handlungsspielraum sieht der Bürgermeister dafür offenbar. Denn man habe zwar 2023/24 „zwei außerordentlich schwierige Jahre” gehabt, doch sei 2025 sehr gut verlaufen. „Ich rechne es meinem Gemeinderat hoch an, dass er da mitgezogen hat”, sagt der Bürgermeister zum Konsolidierungskurs im vorigen Jahr.

Also Grund zum Optimismus? „Optimistisch ist vielleicht das falsche Wort”, findet Luther: „Ich weiß nicht, was nächstes Jahr und was übernächstes Jahr ist; das kann keiner voraussehen.” Da schwingt die allgemeine Verunsicherung durch die politische Großwetterlage mit.

Ratszusammensetzung ist die spannendere Frage

Luther hofft zudem auf ein erneut starkes Abschneiden seiner Gruppierung, der CSU und die mit ihr verbundene Freie Wählergemeinschaft. Dabei ist man gespannt, wie sich das veränderte Wahlrecht auswirkt. Die Burghaslacher waren gewohnt, 28 Stimmen vergeben zu dürfen. Das geht nun nicht mehr; die Sympathien müssen auf weniger Kandidatinnen und Kandidaten – höchstens 14 – verteilt werden.

Vor den 2020er-Wahlen hatte sich mit den BfMB eine neue Gruppierung in der örtlichen Kommunalpolitik angemeldet und sich im Verbund mit Hermann Wehrs NBB als zweitstärkste Kraft etabliert. Doch dies ging etwas überraschend hauptsächlich zu Lasten der FGL; die CSU/FWG konnte sogar leicht zulegen.

Die Nachwehen eines Streits um ein Baugebiet samt dazugehörigem Bürgerentscheid machten sich vor allem atmosphärisch im Rat bemerkbar. Doch der anfänglich teils giftige Ton wandelte sich zu einer inzwischen sachlicheren Auseinandersetzung, ohne komplett harmonisch zu wirken. Von einer vollständigen Befriedung kann man offenkundig nicht reden, „das hab ich nicht geschafft”, gesteht sich Luther ein.

Der Zauber des Anfangs scheint verflogen

Die Aufbruchstimmung, die mit der BfMB-Gründung auch verbunden war, scheint indes ein wenig verflogen. Die CSU/FWG-Liste ist diesmal in der Marktgemeinde die einzige, die mit der Maximalzahl von 14 Personen in den Wahlkampf geht. Beim 2020er-Urnengang, als 28 Personen benannt werden konnten, hatte das auch die NBB/BfMB geschafft.

Im Übrigen stehen zehn bisherige Mandatsträger erneut auf ihren jeweiligen Listen. Allerdings sind unter den fehlenden zwei recht prominente: Ex-Bürgermeister Friedrich Kropf (FGL) und Doris Iftner (CSU), zuletzt einzige Frau im Rat. Mit ihnen geht viel Erfahrung aus dem Rat. Ebenso durch den nicht mehr kandidierenden Hans Leuchs von der Wählergruppe Gleißenberg, dessen berufliche Kenntnisse als Verwaltungsfachmann in den Ratsdebatten zum Tragen kamen. Die Gleißenberger, Burghaslachs einzige Ortsteil-Liste, wollen und werden aller Voraussicht nach ihr Ratsmandat verteidigen; dafür haben sie vor allem Elke Hilgert als Spitzenkandidatin in Stellung gebracht.

Die Ausgangslage in Burghaslach

  • Amtierender Bürgermeister:
    Armin Luther (CSU)
  • Gemeinderat (14 Sitze):
    CSU/FWG: 6
    NBB/BfMB: 4
    Freie Gemeindeliste: 3
    WG Gleißenberg: 1
  • Fürs Bürgermeisteramt nominiert:
    Armin Luther (CSU)
  • Für den Gemeinderat nominiert sind 49 Personen (26Männer / 13Frauen):
    CSU/FWG: 14 (12/2)
    NBB/BfMB: 12 (5/7)
    Freie Gemeindeliste: 11 (10/1)
    WG Gleißenberg: 12 (9/3)

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