Alpenmax in Ansbach endgültig Geschichte: „Es bleibt uns nichts anderes übrig” | FLZ.de

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Veröffentlicht am 10.01.2025 16:05

Alpenmax in Ansbach endgültig Geschichte: „Es bleibt uns nichts anderes übrig”

Das Alpenmax in Ansbach wird nie wieder öffnen. (Archivbild: Sarina Schwinn)
Das Alpenmax in Ansbach wird nie wieder öffnen. (Archivbild: Sarina Schwinn)
Das Alpenmax in Ansbach wird nie wieder öffnen. (Archivbild: Sarina Schwinn)

Das Trauerspiel um das Alpenmax ist beendet: Seit fast fünf Jahren darf die Ansbacher Diskothek nicht mehr geöffnet werden. Grund dafür sind fehlende Nachweise und Mängel beim Brandschutz. Feyrüt Zaeteri hat lange für eine Wiedereröffnung gekämpft, doch jetzt zieht der Betreiber einen Schlussstrich.

„Nach mehr als 20 Jahren voller unvergesslicher Partynächte, Veranstaltungen und unzähliger Momente des gemeinsamen Feierns müssen wir uns leider von euch verabschieden“, heißt es auf der Facebook-Seite der Diskothek. „Es blieb uns leider nichts anderes übrig“, sagt Feyrüt Zaeteri gegenüber der FLZ. All die Mühen und Gespräche, die mit den Beteiligten geführt wurden, haben nach seinen Worten nicht dazu geführt, dass er die Diskothek wieder öffnen konnte. „Irgendwann muss man sagen, dass es keine Zukunft mehr hat.“

Mit der Corona-Pandemie fingen die Probleme an

Die vergangenen Jahre waren für Zaeteri und sein Team mit einer Achterbahnfahrt vergleichbar. Durch die Folgen der Corona-Pandemie musste die Diskothek im März 2020 schließen. Als im Herbst 2021 alles für die Wiederöffnung vorbereitet war, kam im Rahmen einer bauaufsichtlichen Begehung die nächste böse Überraschung: Weil mehrere Mängel festgestellt wurden, die vor allem den Brandschutz betreffen, sprach die Stadt Ansbach eine Nutzungsuntersagung für das Alpenmax aus.

Die Mängel beim Brandschutz zu beheben, ist Aufgabe des Eigentümers. Dabei handelt es sich um einen französischen Immobilien-Fonds. Seit der Nutzungsuntersagung sind der Betreiber und die Stadt mit den Verantwortlichen in Kontakt. Doch nur scheibchenweise werden Mängel, wenn überhaupt, behoben.

An dieser Situation hat sich bis heute nichts geändert, wie Zaeteri betont. Noch immer bestehen die Mängel und die Nutzungsuntersagung, noch immer fehlen entsprechende Nachweise. „Uns wurden immer wieder Versprechungen gemacht“, erklärt er. Eingehalten wurden sie indes nicht. Zaeteri hat in den vergangenen Jahren „kein gesteigertes Interesse“ beim Eigentümer des Gebäudekomplexes Draisstraße 2 und Welserstraße 17/19 erkennen können, die Mängel wirklich zu beseitigen. „Ich habe keine Worte dafür.“

Stadt Ansbach bedauert die Situation

Die Stadt Ansbach bedauert derweil, dass der Betreiber beim Alpenmax jetzt den Stecker gezogen hat. Dadurch „geht nun leider endgültig ein beliebtes Freizeitangebot in Ansbach verloren“, wie Anne Ziegler vom Geschäftsbereich des Oberbürgermeisters mitteilt.

Die Stadtverwaltung hatte selbst ein gesteigertes Interesse, dass die Mängel behoben werden. Denn für den Komplex, zu dem unter anderem auch ein Ärztehaus sowie eine Apotheke gehören, besteht ein ganzheitliches Brandschutzkonzept. Soll bedeuten: Auch diese Einrichtungen waren in der Vergangenheit von einer Nutzungsuntersagung bedroht.

Den Eindruck, dass der Eigentümer kein gesteigertes Interesse an einer Lösung hat, bestätigt die Verwaltung indirekt. In einem dreiseitigen Schreiben an den Eigentümervertreter Anfang Juli 2024 habe man „nochmals ausführlich erläutert und begründet und zum wiederholten Mal deutlich klargemacht, wie er zum Ziel kommen kann“, erklärt Ziegler.

Seit Juli 2024 gab es keine Rückmeldung

„Seitdem gab es keine Rückmeldung“, führt sie weiter aus. „Es ist äußerst bedauerlich, dass der für das Gebäude verantwortliche Eigentümer keinerlei Anstrengungen unternimmt, das Gebäude in einen baulich sicheren Zustand zu versetzen, obwohl ihm seitens der Stadt mehrfach der Weg hierzu im Detail aufgezeigt wurde.“

Da verwundert es nicht, dass Betreiber Zaeteri zu dem Entschluss gekommen ist, das Alpenmax schweren Herzens dicht zu machen. „Obwohl wir nun ein Kapitel schließen müssen, werden die Erinnerungen weiterleben – in den Geschichten, die wir uns erzählen“, heißt es auf Facebook.

Dieser Artikel ist erstmals am 8. Januar 2025 erschienen.


Florian Schwab
Florian Schwab
Redakteur
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